eispeter

Die Koalition hat bereits viel auf den Weg gebracht“ bescheinigt sich die große Bärin nach den ersten hundert Tagen, rollt auf die Seite und hält weiter ihren Winterschlaf. Durch seinen extremen Gewichtsverlust plötzlich aufgeschreckt, scheint ihr kleiner warmer Bruder seine Betriebstemperatur nur noch mit sozialer Kälte regulieren zu können. Wie im Fieberwahn erblickt der Geistus Maximus der Gelben Zwerge spätrömische Dekadenz unter Arbeitslosen und allenthalben das Gespenst des Sozialismus. Und was treiben die wahren Asozialen unserer Republik? Nach dem Ankauf von Schweizer Bankdaten wägen sie in aller Eile die Vorteile einer Selbstanzeige. Rot und Grün können indes frohlocken. Das jüngste BGH-Urteil gibt ihnen Recht. Hartz IV, das Kernstück ihrer Regierungszeit, ist mit der Menschenwürde nicht vereinbar, aber allemal ein willkommener Anlass, um von den Nachfolgern lautstark mehr Gerechtigkeit zu verlangen. Währenddessen wandelt sich unser jahrelanger Friedenseinsatz zu einem „bewaffneten Konflikt im Sinne des Völkerrechtes„. Weiterhin geht es darum, afghanischen Mädchen den Schulbesuch zu ermöglichen. Man muss sich jedoch fragen, ob die Bundeswehr nicht ebenso dringend an der Heimatfront gefordert wäre, um die Unversehrtheit kleiner Jungen an katholischen Lehranstalten zu gewährleisten. So ist alles in Bewegung. So ist alles wie immer. Das politische Deutschland steht da, wie der Eispeter in der denkwürdigen Geschichte von Wilhelm Busch – weit draußen auf dünnem Eis, in dynamischer Bewegung erstarrt. Von all dem unbenommen haben wir uns auf den Weg gemacht, um im aktuellen Maulbeerblatt staunenswertes von nah und fern zu berichten. Mit den Nachkommen des Königs von Albanien stürzen wir uns in das Karussell des Lebens, wobei eine Achterbahnfahrt mit Fünffach-Looping wohl eine bessere Beschreibung wäre. Wir versuchen den Zauber des Wrestlings zu ergründen, in dem womöglich der Schlüssel zu einer friedlichen Welt zu finden wäre. Ein leckeres Kochrezept rundet das Menü und bringt in letzter Konsequenz auch die Verdauung in Schwung. So bleibt auch bei uns – alles in Bewegung!


Sebastian Köpcke

Ein Beitrag von Sebastian Köpcke

Grafiker, Illustrator, Kuriositätensammler und Ausstellungsmacher. Geistiger Vater von Müggula, dem Biest aus dem Müggelsee, und anderen schlimmen Abscheulichkeiten. Zitat: „Nicht über unseren Köpcke hinweg.“