Berliner Wirtschaftsmotor: Kreative an die Spree, Industrie an den Rhein

duesseldorf

Dass vor allem die Kreativbranche Berlin als ihr nicht mehr ganz so geheimes Hauptquartier in Europa auserkoren hat, ist für niemanden mehr eine Neuigkeit. Der deutsche Markt ist bei ausländischen Investoren beliebt, unabhängig von der Branche. Medienunternehmer und Internetfirmen haben es sich in der deutschen Hauptstadt gemütlich gemacht, schöpfen sie hier doch aus einem riesige Pool an jungen, multilingualen und motivierten potenziellen Arbeitnehmern aus allen erdenklichen Winkeln der Welt, die in der Stadt leben. Internationalität ist die Trumpfkarte der Berliner Kreativwirtschaft. Geht es jedoch um Investitionen der Industrie, haben andere Bundesländer das Zepter in der Hand.

Bei ausländischen Inverstoren genießt Bayern einen hervorragenden Ruf, jedoch ist Nordrhein-Westfalen das Land, in das die meisten Direktinvestitionen fließen. Spitzenreiter ist die ungeschlagene Nummer eins bei realisierten Neuprojekten aus dem Ausland. Das liegt zum einen an der industriellen Tradition, zum anderen auch an den vom Land vergebenen Fördergeldern. Ähnlich wie in der Bundeshauptstadt herrscht in Düsseldorf auch ein Medienunternehmer-freundliches Wirtschaftsklima. Entlang des Rheins haben sich Kreative Unternehmen und die Medienbranche am Medienhafen niedergelassen. Moderne Büros und Wohneinheiten liegen hier direkt nebeneinander im Quartier. Der Gewerbeimmobilienanbieter JLL hat unter anderem auch Büroflächen zur Miete am Düsseldorfer Hafen im Portfolio. Hier geht es zur Webseite, auf der man sich über die verschiedenen Angebote informieren kann. Für Investoren ist Düsseldorf, aber auch das Land NRW, ein attraktiver Standort im Westen des Landes.

Im Nordosten führt allerdings kein Weg vorbei an Berlin. In Berlin haben es Unternehmen etwas schwerer, Investoren sprechen immer wieder von mangelnder Unterstützung der Stadt. Generell sei man hier weniger wirtschaftsorientiert als beispielweise in Bayern, Baden-Württemberg oder eben NRW. So pauschal lässt sich das jedoch nicht sagen. Der Technologiepark Adlershof etwa ist nicht nur der Größte seiner Art im gesamten Bundesgebiet, die dort ansässigen Firmen sind in der Mehrzahl auch ziemlich erfolgreich. Das Besondere am Technologiepark Adlershof ist die Symbiose aus Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen, zum Teil mit Produktionsanlagen. Derzeit zeichnet sich ein erhöhter Expansionsbedarf ab, weshalb die derzeitige Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer bereits im April ankündigte, in Nachbarschaft des Technologieparks am Betriebsbahnhof Schöneweide weitere Grundstücke für die Wirtschaft erschließen zu wollen. Die Flächen in Adlershof werden jedoch nicht um jeden Preis vermietet, man wolle Firmen auf dem Gelände, die zur bereits existierenden Strukturauf dem Areal passen und sich gut in das Netzwerk aus Forschung und Unternehmen einfügen können. Denn das ist das Alleinstellungsmerkmal Adlershofs, das inzwischen zu einem der wichtigen Wirtschaftstandorte der Stadt gewachsen ist.

Ähnliche Beiträge