Im September wird wieder gewählt. Auch im Bezirk Treptow-Köpenick bewerben sich die Kandidaten der Parteien um ein Direktmandat für den Bundestag. Um uns allen die Entscheidung in der Wahlkabine zu erleichtern, haben wir den Anwärtern einige Fragen gestellt.

Wo sehen Sie als Politiker Ihren thematischen Schwerpunkt? Und warum?

Volker Thiel (FDP): Berufsbedingt und durch 10 Jahre praktische parlamentarische Erfahrung in der Wirtschafts-, Finanz- und Haushaltspolitik.

Dr. Gregor Gysi (Die Linke): Mir geht es vornehmlich um die Beendigung der Kampfeinsätze der Bundeswehr, die Herstellung einer hohen sozialen Gerechtigkeit, die Gleichstellung zwischen Ost und West und Frauen und Männern und die Chancengleichheit für die Kinder in der Bildung. Mittels Krieg kann man die Probleme der Menschheit nicht lösen, im Gegenteil, die Unterschiede in den Einkommen sind maßlos geworden. Wer soziale Gerechtigkeit will, muss Steuergerechtigkeit herstellen. Menschen aus Ost und West und Frauen und Männer müssen endlich für die gleiche bzw. gleichwertige Arbeit den gleichen Lohn erhalten. Außerdem muss man in Ost und West die gleiche Rente für die gleiche Lebensleistung erhalten. Unser Schulsystem stammt aus dem Kaiserreich und grenzt sozial aus. Ich will überall ein Top-Bildungssystem mit einer Gesamtschule für alle Kinder mit einer individuellen Förderung, so dass sowohl Leistungsschwächere als auch Leistungsstärkere besser werden.

Matthias Schmidt (SPD): Ich möchte ein echter Wahlkreisabgeordneter sein, der die Probleme vor Ort kennt und sich für Bürgerinnen und Bürger einsetzt. Meine kommunalpolitische Erfahrung ist hierfür eine gute Basis. Mich treibt die Frage der sozialen Gerechtigkeit an: Gute Arbeit – gute Löhne, gerechte Renten und bezahlbare Mieten sind die Schwerpunkte, für die ich mich einsetzen werde. Dies schließt moderate Steuererhöhungen für sehr gut Verdiendende ein. Ein weiteres Betätigungsfeld sehe ich in der Sportpolitik, wo ich mich seit Jahren beruflich und ehrenamtlich engagiere. Dieses Politikfeld wird oft unterschätzt, schließlich sind auch in Treptow-Köpenick ungezählte Bürgerinnen und Bürger in und außerhalb von Vereinen sportlich aktiv.

Fritz Niedergesäß (CDU): Wohnungsbau, Infrastruktur, Stadtentwicklung – weil Deutschland im Wohnungsbau das Mietereigentum vernachlässigt hat. Infrastruktur ist aus Umweltschutzgründen, für die Wirtschaftskraft und den Schutz des Lebens der Menschen sehr wichtig.

Harald Moritz (Bündnis 90/Die Grünen): In der Verkehrspolitik sehe ich meinen politischen Schwerpunkt. Erstens gibt es Berührungspunkt zu meinem Beruf. Wichtiger ist mir aber, dass sich unser seit Jahrzehnten auf das Auto ausgerichtetes Mobilitätsverhalten und die ebenfalls darauf ausgerichtete Stadtplanung angesichts des notwendigen Ressourcenund Klimaschutzes ändern muss. Ohne eine „Verkehrswende“ wird es keine erfolgreiche Energiewende und Klimaschutz geben. Auch angesichts der leeren Kassen der Kommunen, Länder und des Bundes müssen wir uns auf den Erhalt und nicht auf den unaufhörlichen Ausbau unserer Infrastruktur konzentrieren. Alle Verkehrsträger müssen zu gleichen fairen Bedingungen, ohne Subventionen, mit ihren spezifischen Vorteilen, effektiv und klimaschonend eingesetzt werden.


Regina Menzel

Ein Beitrag von Regina Menzel

Maulbeerblätterin 2.0, nicht nur im Maulbeer-Backstage administrierend, lektorierend und kundenbetreuend, sondern auch sonst an vielen Fäden knüpfend unterwegs. Zitat: „Blättern, blättern, blättern!“