Verlassene Frau mit Blick in den Nebel
Verlassene Frau mit Blick in den Nebel
„Es ist aus!“ Ein Satz, der dir den Boden unter den Füßen wegzieht, Sonnenschein in Finsternis verwandelt und deinen Frühstückskaffee bitter schmecken lässt. Passiert, da musst du durch, eine Trennung ist die Hölle. Aber jedes Ende ist bekanntlich ein Anfang, und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, und wo ließe es sich besser trauern, wüten, neu verlieben als im rauen Berliner Südosten?

Diese 5 Orte im Bezirk sind wie gemacht für alle Verlassenen, Verratenen und Verzweifelten, die sich ihrem Elend stellen, durchs ganz tiefe Tal schreiten und einen wunderbaren Neuanfang wagen wollen.

 

1. Der Tiefpunkt: Krematorium Baumschulenweg

Mehr Trauer gibt es nirgends. Besuche ein echtes Hochleistungskrematorium und führe dir vor Augen, dass es immer schlimmer sein kann. Am Totensonntag, den 26.11., Tag des offenen Krematoriums. Um 14 Uhr Vortrag von Dr. phil. Gesine Palmer „Leiden – sinnvoll oder sinnlos?“ Hier darfst du ungeniert weinen, dich deinem Leid hingeben und vielleicht sogar den einen oder anderen heißen Witwer oder eine schicke Witwe kennenlernen. Das volle Programm gibt es hier.


2. Dem naiven Glauben an die Liebe in die Augen sehen

An einem Datum mit Schnapszahl mit der Schnapsflasche in der Hand vors Rathaus Köpenick gehen und verstohlen über die Naivität der Brautpaare lachen. Reiskörner aufsammeln, Rosenblätter zertreten und sich immer wieder vor Augen halten, dass die scheinbar Glücklichen nur durchschnittlich 15 Jahre bis zur Scheidung haben. Kann eine heilende Wirkung entfalten!


3. Bei Stimmungsschwankungen: Kino Union

Nach dem Trennungsschock wirst du von Stimmungsschwankungen geplagt? Stell dir vor, dein Leben wäre ein Film. Welchem Genre würdest du es jetzt gerade zurechnen? Winter ist Kinozeit, und im Kino Union kannst du ganz spontan entscheiden, ob dir nach dem Horrorschocker „Es“, dem französischem Familienfilm „Happy End“ oder aber auch der „Reise der Pinguine 2“ zumute ist. Lass dich von „Paddington“ trösten oder finde in Ötzi („Der Mann aus dem Eis“) einen Seelenverwandten.


4. Eine neue Perspektive einnehmen

Es tut gut, eine neue Perspektive einzunehmen, um irgendwann wie ein Phönix aus der Asche auferstehen zu können. Also nix wie rauf auf den Müggelturm, dieses Wahrzeichen Köpenicks, das dem Verfall ausgesetzt war und nun wieder feingemacht wird. Jede Stufe eine Qual, der Wind pfeift, Tränen und Rotz gefrieren in deinem Gesicht. Aber oben – da siehst du, wie weit die Welt ist, wie schön und unschuldig. Wichtig: Nie vor der Überwindung der ersten Trauerphase aufsteigen oder unbedingt einen guten Freund mitnehmen!


5. Eine neue Liebe finden: Eisstrand in Friedrichshagen

Niemand ist unersetzlich. Also nix wie hin zum Ort mit dem höchsten Flirtfaktor des Winters: die Eisbahn im Seebad. Während sich die Haie im Müggelsee noch über die salzigen Tränen freuen, die du vor ein paar Tagen vergossen hast, trinkst du dir schon mit Glühwein die Jungs oder Mädels schön, spendierst Waffeln und reichst den gefallenen Engeln deine helfende Hand. Wenn du dich hier nicht neu verliebst, bist du einfach noch nicht so weit.
Ab dem 19.11. wieder geöffnet. Öffnungszeiten, Preise und Neuigkeiten findest du hier.

 

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