Maulbeere Dietrich

Mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel „Unser neues Geld“ von Alf Ator gelesen. Zwar sind monetär-philosophige Betrachtungen meine Sache nicht. Aber sofort eingenommen für das Thema hat mich der Gedanke, dass es vor allem um den Namen des Geldes geht. Damit würde man vielleicht diese Diskussion abwürgen, ob wir nun mit der Mark oder dem Euro bezahlen sollen, wenigstens in Köpenick. Mir ist das sowieso egal. Hauptsache ich bekomme für mein Geld mein Bier.

Und falls ich bei dem Wechselkurs etwas bestimmen dürfte, würde ich vorschlagen: ein Bier kostet immer einen Alf. Aber ich will mich da nicht in den Vordergrund drängen. Sollte jemand festlegen, dass man für einen Alf zwei Bier kriegt, wäre ich natürlich mehr als einverstanden. Aber das nur am Rande.

Mein erster Einfall war „Didi“.

Ich muss gestehen, dass ich im ersten Moment nicht so begeistert von dem Namen „Alf“ war. Ich hätte spontan „Köpenicker“ besser gefunden. Man könnte auf die Frage – ich zitiere sinngemäß – „hasse maa’n Köpenicker?“ (gleichbedeutend mit: hasse maa’n Bier) – auf diese Frage könnte man mit einem Koppnicker antworten. Also: Köpenicker = Kopfnicker. Aber das ist zugegeben doch ziemlich albern. Es müsste der Fairness halber sowieso Treptow-Köpenicker heißen, und von denen haben wir schon 258.000 Stück. Das wäre verwirrend und würde am Ende dazu führen, dass man Treptow-Köpenicker wahlweise als Jasager (Koppnicker) oder als Flaschen abstempelt. Und das will ja niemand.

Schon bald fiel mir ein, dass nicht nur der Autor „Alf“ heißt, sondern dass es auch mal einen Außerirdischen dieses Namens gegeben hat, der in den 80er Jahren den Fernseher unsicher gemacht hat. Eine Währung sowohl nach dem Autor als auch nach einem Alien zu benennen, noch dazu nach einem so lustigen – das hat mir gefallen. Zumal es irgendwie zu Treptow-Köpenick passt.

Bloß beim Kleingeld, dem „Stumpen“, will ich vehement Einspruch erheben. Mein erster Einfall war „Didi“, aber denkt jeder gleich an Hallervorden – und mit dem hat Treptow-Köpenick nicht viel zu schaffen. Aber „Schelle“ fand ich gut – („Vonschelle“ habe ich schnell wieder verworfen). Dann ließe sich die Frage „Hasse maa’n Alf?“ etwa so beantworten: „Nee, kanns aba’n paa Schellen ham!“ Und das fand ich lustig: Wer ein Bier trinken will, muss vorher ein paar Schellen einkassieren.


Dietrich von Schell

Ein Beitrag von Dietrich von Schell

Sagt von sich selbst, dass er ein sonniges Gemüt hat. Seine journalistische Profession versteht er als Jäger- und Sammlertum: Fakten sammeln, für Geschichten auf die Jagd gehen. Zitat: (nach der Katastrophe) "Ist doch nischt passiert!"