Spannung herrscht in der Schachbundesliga nicht nur während der Partien. Sondern schon vorher, wenn darüber gerätselt wird, in welchen Aufstellungen die Teams anreisen. Oft helfen da Internet-Klicks auf Turnier-Datenbanken. In denen steht, wo welcher Spieler gerade am Brett sitzt und wann er von dort los kann. Deshalb war es durchaus eine Überraschung, dass Großmeister Eduardo Iturrizaga (27, aus Venezuela) Mitte März lächelnd und wie aus dem Ei gepellt in Berlin zu den Kämpfen gegen die Schachfreunde Berlin und König Tegel im Saal erschien.

Zwei Tage zuvor hatte Iturrizaga noch in Hanoi (Vietnam) gespielt. Nach dem Wochenende in Berlin ging’s direkt ins Emirat Sharjah, danach in die Nachbar-Metropole Dubai. Mehr als 30 Tage ohne Pause ein Turnier nach dem anderen und zusätzlich etwa 30 000 Kilometer im Flieger. Was das soll? Geld allein dürfte nicht das Motiv sein. In Hanoi gab es für seinen 9. Platz 700 Dollar, in Sharjah (20. Platz) nichts außer freier Logis und etwas Taschengeld. Dafür lief es in Dubai besser, wo Iturrizaga 3500 Dollar (4. Platz) einstrich. Im Januar und Februar dieses Jahres war er auch schon unterwegs, tauchte auf Gibraltar, in Moskau und Lissabon auf. Mit seiner Elo-Zahl von 2671 liegt Iturrizaga auf Platz 79 der Weltrangliste. Am Ende hatte er bei seinem Turnier-Marathon etwa sieben Elo-Punkte verloren. „Mein Ziel ist es, Elo 2700 zu schaffen”, sagt er. Das ist die Schallmauer zur erweiterten Weltspitze. Bevor er die nicht überspringt, dürfte der Junge keine Ruhe geben.

 

Schachbrett: Pomar-Cuardas, Olot 1997, Schwarz am Zug gewinnt.

Pomar-Cuardas, Olot 1997, Schwarz am Zug gewinnt.


Auflösung (#102): … Dd7! 2. Td7 (2. gh3 Dh3 3. Kg1 Dh1 matt oder 2. Tee7 Td1 3. Ke2 Dd3 matt oder 2. Df6 Lg2 matt) Tf2 matt.