Der Titel der Maiausgabe #103

Eine alte Bauernregel besagt: „Kaum ist der April vorbei, startet meist der Monat Mai“. Auch in diesem Jahr trifft dies zu. Wenn man also schon Bauernregeln Glauben schenkt, kann man das getrost auch mit dem Volksmund so halten. Und dieser ordnet dem Mai nun mal eine ordentliche Portion an Wonne zu.

Der Wonnemonat Mai – was für ein Geschenk. Gäbe es ihn nicht, müssten wir Wonne irgendwann im Jahr ganz heimlich hinter verschlossenen Türen empfinden. Oder zwar in der Öffentlichkeit, dann aber mit Hut, Mantel, Sonnenbrille und ohne erkennbare Emotionen. Man weiß ja, wie schnell die Leute reden.
Wieviel schöner ist es da, im Mai, dank seines Beinamens, die Wonne voll erleben und ausleben zu dürfen!

Jetzt wäre es menschlich nachvollziehbar, wenn man sich nach all den entbehrungsreichen, wonnelosen Monaten direkt mit dem Maibeginn auf die Suche nach wonnespendenden Momenten begäbe. Hier jedoch läuft man schnell Gefahr, zu verkrampfen.
Viel empfehlenswerter ist es demnach, den 31 Tagen des 5. Monats mit wachen Augen und geschärften Sinnen zu begegnen. Neben all der ganzen Scheiße auf der Welt gibt es so viel Schönes, Wonniges zu erleben, und das offenbart sich von ganz allein, wenn man es zulässt.

Als Gehimtipp gilt darüberhinaus, diese Sinnesschärfe das ganze Jahr lang an den Tag zu legen.
Denn mal ehrlich: soo schnell reden die Leute nun auch wieder nicht.

Wonnige Grüße,
Ihr Maulbeermeia


Meia

Ein Beitrag von Meia

Sternzeichen Schreibblock, studiert seit mehr als 75 Semestern Allgemeinbildung, ist verliebt in Friedrichshagen und kam wie die Jungfrau zum Blatt. Zitat: „Vielleicht bin ick nich schlau, aba klug bin ick nu ooch wieda nich."