Seit Juni entwickelt sich unter Beteiligung von Künstlern, Kuratoren und Wissenschaftlern die NOVILLA der moving poets zum Genius Loci – einer „Insel des seligen Gesamtkunstwerks“. Utopisten des Steampunk, Maler, Bildhauer, Performer, Musiker, Klang- und Mediakünstler treffen auf Wissenschaftler und Hersteller des nachhaltig futuristisch höchst ökonomisch Abbaubaren – mit Ausstellungen, Performances, (interaktiven) Installationen, Konzerten, Präsentationen und partizipativen Aktionen.

Ausgehend von der Eröffnungsausstellung „Far from the deathless Gods“, einer multimedialen Skizze unserer Welt mit Möglichkeiten und Knackpunkten, wurden Projekte und Kooperationen begonnen, die auf spielerische, investigative, hochtechnische und gleichzeitig alte Techniken zu neuen Ehren bringende Weise der scheinbar unabwendbaren Durchökonomisierung der Welt entgegenstehen. Dabei präsentiert dieses Finale nicht eine Werkschau im Sinne einer Messe oder Biennale. Vielmehr werden im Rahmen eines großen Festes die nationalen und internationalen Gruppierungen mit ihren Ansätzen kurz vorgestellt und Besucher dazu verführt, in das eine oder andere Thema direkt einzusteigen.

Am Freitag, 15. September 2017, wird ab 17:00 Uhr eine Kombination aus Filmralley, künstlerischer Führung und Cocktailabend die angerissenen Themen bei den Zukunftsaussichten in Sachen Hi-Tech, Stadtentwicklung, Verhältnis der Geschlechter, Rohstoffe und Speisung der 10000 im wahrsten Sinne des Wortes beleuchten.

Die künstlerischen Leiter des Projekts, Susanne Roewer und Till Schmidt-Rimpler, präsentieren greifbare und virtuelle Skulpturen und Sets (z. B. Albena Baeva (BLG) und die Gamedesign-Studierenden der HTW Berlin, die Räume der Villa für das Spiel in der virtuellen Realität mit der Einrichtung des früheren jüdischen Besitzers Lehmann „bestückt“ haben).

Videoschnipsel und thematische Mixgetränke sorgen für die nötigen Geistesblitze und Spotlights, die die verschiedenen Ansätze und Themen verbinden.
Objekte der amerikanischen Künstlerinnen Morgan Lugo und Coral Penelope Lambert treffen auf die „matrix of possibilities: life AD 2120“ des belgischen Künstlers und Naturwissenschaftlers Mark Swysen, dessen große Einzelausstellung derzeit noch im Botanischen Garten Berlin zu sehen ist.

Eden Jolly vom Scottish Sculpture Workshop zeigt zwei verspielte steampunkartige Objekte neben Miniaturoberflächen des Dresdner Wissenschaftlers Prof. Andrès Fabiàn Lasagni und des norddeutschen Künstlers Ralf Hentrich, der Kindheit und Jugend im Stadtviertel Oberschöneweide verbrachte.
Neue farbige und ungewohnte Perspektiven bieten das „Schöneweideskop“ des türkischen Berliners Şenol J. Kazak und die „Elysische Dialektik“ von Juliane Duda. Die Arbeit des Dänen Poul R. Weile: „It came from outer space“ behandelt die Notwendigkeit des Erscheinens fremder Lebensformen, um Dinge in die eine oder andere Richtung zu katalysieren.

Aufgefangen wird das freudvolle Präsentieren von Richard Rabensaats Performance „The Big Sleep“. Nach dem Cocktail namens „Gegengift“ beendet die Berliner Band OHM u. a. mit dem gleichnamigen Song einen außergewöhnlichen Abend.

Am Samstag, 16. September 2017, wird das Gelände erleuchten und erklingen: „The Golden Lemons Battery Bar“ von Ronald Koch wird mit Hilfe jener Früchte beleuchtet, die später die Cocktails vervollständigen.
“Lady C“ – ein Eisengussofen, gebaut vom Schweizer Andreas Glaser und der New Yorkerin Coral Penelope Lambert, produziert nicht nur glühende Blüten und andere Objekte, er dient auch als musikalischer Duettpartner des französischen Dirigenten und Klarinettisten Alain Wozniak.

Felicia Glidden (USA/D) gewinnt ihre Eisengussformen aus Zivilisationsmüll – ein Material, das ansonsten auch der mit der Ponton-Installation „UnterWasserPoesie“ vertretene Joy Lohmann (hier in Zusammenarbeit mit Alfredo Sciuto) für seine schwimmenden Inseln verwendet.
Die SonntagsBigBand, die nach jahrelanger Pause erstmals wieder ihre Manfred-Krug-Songs und Günter- Fischer-Kompositionen spielt, und zum Abschluss Paul Schwingenschlögls Counterblast 2017 mit afrikanisch-europäisch-amerikanischen Power Jazz komplettieren das Programm.

Wer von den zahlreichen Cocktails, den Erleuchtungen und Geistesblitzen am Sonntag ermattet mit geschlossenen Augen im Garten herumliegen möchte, kann dabei ab 15:00 Uhr gefahrlos auf dem 3-Tage-Bart-Rasen der „Schönen Weide“ der Mottenmusik (Gerhard Haug / D und Brianne Curran / AUS) und Robert Bergs eigenen großartigen Geschichten aus dem Großstadtdschungel „Beiß ihn tot, Tiger“ lauschen.

 

Freitag 15. September 2017 | 17:00 – 22:00 Uhr
A New Mythology – Albena Baeva
elysischeDialektik- -HaftanstaltRummelsburg – Juliane Duda
Elysium Works – Eden Jolly
HoloAlbum | a farewell story – Lenja Kaufmann, I Chen Lin, Robert Münzinger (Game Design)
Schöneweideskop – Şenol J. Kazak
Eisenhaltige Diamanten – Coral Penelope Lambert
Elysium – Andrès Fabiàn Lasagni & Ralf Hentrich
Future Memories – Morgan Lugo
matrix of possibilities: life AD 2120 – Mark Swysen
It came from outer space – Poul R. Weile
Konzept Elysium – Dario Zeo, Simon Wyss, Manuel Köchli
the big sleep – Richard Rabensaat
Konzert – OHM

Samstag 16. September 2017 | 15:00 – 22:00 Uhr
Eisenguss Team Elysium – A. Glaser, L. Glaser, Glidden, Lugo, Lambert, Munz, Roewer, Wozniak
UnterWasserPoesie – Joy Lohmann, Alfredo Sciuto
Golden Lemons Battery Bar – Ronald Koch
Konzert – Die SonntagsBigBand | 17:00 Uhr
Konzert – Paul Schwingenschlögls Counterblast | 20:00 Uhr

Sonntag 17. September 2017 | 15:00 – 17:00 Uhr
NACHHALLA:
Lesung – Robert Berg
Performance ( 2. Aufführung der Mottenmusik von Gerhard Haug ) – Brianne Curran


Matthias Vorbau

Ein Beitrag von Matthias Vorbau

Matthias Vorbau nennt sich Chefredakteur des Maulbeerblattes. Eigentlich ist er Kommunikationsdesigner mit Diplom. Zitat: "Das Leben zwingt einen zu zahlreichen freiwilligen Entscheidungen."