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Manchmal gibt es eben doch noch bessere Dinge zu erledigen, als über den Euro zu streiten oder beim Thema Griechenland zu verzweifeln. Dana Reizniece-Ozola (34) hätte im September eigentlich ein Date mit Wolfgang Schäuble (74) gehabt, doch die Dame ließ das Treffen einfach sausen. Stattdessen blieb die lettische Finanzministerin lieber in Baku (Aserbaidschan), kümmerte sich dort um ganz andere Gefechte. Dana ist neben ihrer Arbeit auch Frauen- Großmeisterin, vertrat ihr Land im Urlaub am ersten Brett bei der Schach-Olympiade. Die fand zeitgleich mit den EU- Besprechungen in Bratislava (Slowakei) statt. „Mein Amt als Finanzministerin raubt mir sehr viel Energie. Schach hingegen lädt mich auf“, wird die Politikerin zitiert. Be- sonders bei Erfolgserlebnissen. So schlug sie in Baku u.a. Hou Yifan (22, aus China), die amtierende Weltmeisterin.

Großmeister Henrik Teske (48, spielte einst für Rüdersdorf) setzt sich seit Jahren für eine stärkere Verbandelung von Politik mit Profi-Schachspielern ein. Teske, der bereits in mehr als 40 Ländern an Turnieren teilnahm: „Reisende Schach-Profis kennen sich in allen Ecken Europas aus. Sie wissen um die unterschiedlichen Probleme und Freuden der Menschen. Ich kann genau sagen, wo was gut läuft und wo nicht.“ Dana Reizniece-Ozola müsste für ein solches Gespräch zwischen Politik und Schach allerdings nur in sich gehen. 2018 sind in Lettland Wahlen. Reizniece-Ozola (verheiratet, vier Kinder) soll gute Chancen haben aufs Präsidentenamt. Zu Schäuble, der ebenfalls Schach spielt, schickten die Letten ihren Außenminister.

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Gaponen- Silvia, Baku 2016, Weiß am Zug gewinnt

Auflösung (#96) 1.d6 Ld6, 2.Sd5 Dc6, 3.Sf6 Kh8, 4. Dh4 h5, 5. Dg5 nebst Dh6 matt