Erst war es nur ein Gefühl, jetzt ist es amtlich: Auf den dunkelsten Dezember folgte der dunkelste Januar seit mehr als 60 Jahren. Klar, es ist Winter und der ist in Berlin halt nicht schön. Aber keine Kerze in der beheizten Stube, kein gutes Buch und nicht mal Schokolade vermögen es noch, die Stimmung aufzuhellen. Die Welt ist grau, jeder hat schlechte Laune und alles, was man vom ohnehin wortkargen Partner noch hört, ist das regelmäßig wiederkehrende Gähnen.

Flucht ist manchmal eine Lösung. Doch eine Fernreise in die Karibik ist teuer, die Tageslichtlampe seltsam steril, das Solarium aus der Mode gekommen. Träumen – so scheint es – ist der letzte Ausweg, um sich vom Winter nicht in den dunklen Strudel der Schwermut herunterreißen zu lassen. Und überhaupt sollte das Träumen wieder viel populärer werden. Schon Freud, Shakespeare und der große Reinhard Lakomy widmeten dem Träumen ihre wichtigsten Werke. Träume sind das Licht am Ende des Tunnels, der heiße Scheiß an kalten Tagen.

Also, alle mal die Augen zu machen, einen Wohlfühlort der Wahl visualisieren und die Gedanken treiben lassen! Wem zweimal Vollmond in einem Monat aber zu viel ist, um noch schlafen zu können und auch nicht zu den glücklichen Tagträumern gehört, findet hier im Bezirk akute Traum-Nachhilfe.

 

1. Traumhafte Ferien

Winterferien sind toll für Skifahrer und Familien mit Großeltern im Vorderhaus. Alle anderen finden das Konzept doof und stecken ihre Kinder entweder in den Hort oder überlassen sie der neuen Spielkonsole, die ihnen unter der nun nadellos-nackten Nordmanntanne präsentiert wurde. Wer aber doch noch davon träumt, dass Kinder entspannte Ferien genießen können, dabei mit echten Menschen interagieren und nachmittags gutgelaunt nach Hause kommen, meldet den lieben Nachwuchs noch ganz schnell zum Ferienworkshop in der Alten Möbelfabrik in Köpenick an. Unter dem Motto „Träum weiter“ dürfen Jugendliche zwischen 13 und 15 unter pädagogischer Anleitung rappen, reimen, Theater spielen und mehr. Kostet nicht mal was. Nichts! Ein Traum, oder? Anmeldungen hier.


2. Traumhafte Aussichten

Wer weiß, wie es sich anfühlt, wenn der Kontostand regelmäßig zur Monatsmitte den Nullpunkt durchkreuzt, um sich dem Dispolimit bedrohlich schnell zu nähern, träumt vielleicht auch vom bedingungslosen Grundeinkommen.

Einfach so Geld zu bekommen, ohne dafür irgendeine Leistung erbringen zu müssen, hört sich für den Kapitalisten wie ein Albtraum an. Aber es gibt immer mehr Menschen, die dieser Idee etwas abgewinnen können – auf der ganzen Welt! Warum das bedingungslose Grundeinkommen ungeahnte Kräfte bei den Menschen freisetzt, realistisch finanzierbar ist und vielleicht sogar die Demokratie retten könnte, wird im Dokumentarfilm „Free Lunch Society“ gezeigt. Läuft zum Beispiel am 1.2. im Kino Union


3. Klarträumen und Klarheit erlangen

Klarträumen oder luzides Träumen – das hört sich erstmal nach einer ziemlich verrückten Idee an. Das Konzept kurzgefasst: Man träumt, ist sich bewusst, dass man träumt und kann seine Träume sogar steuern. Alles klar? Im Idealfall trainiert man beim Klarträumen einen schwierigen Skateboardtrick, lernt, Harfe zu spielen, reist in ein fernes Land oder unterhält sich mit jemandem, der leider bereits verstorben ist. Und weil das tatsächlich funktioniert (ist belegt!) und so unglaublich klingt, führt man darüber ein Traumtagebuch. Von Oneironaut Uwe Krüger kann man neuerdings im Sampoorna-Yogazentrum in Friedrichshagen lernen, wie Klarträumen funktioniert. Oder sich in einer sogenannten „Senoirunde“ immer sonntags über diese Träume austauschen.Infos über das Klarträumen, Workshops und die Senoirunde findet ihr hier: www.oneironauten.de oder hier www.sampoorna-yoga.de

 

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