Erik Marquardt im Fliegerkostüm auf einem Spatzen reitend

Collage von Andreas Hartung zum weitgereisten Direktkandidaten der Treptow-Köpenicker Bündnisgrünen

Teil 5 – Der Rastlose

Und es begab sich, dass im grünsten aller Berliner Stadtbezirke ein junger Mann von schüchterner Gestalt und strubbeligem Haarwuchs mit dem Namen Erik Marquardt heranwuchs. Der ehemaligen Räuberhauptmann Robin Hood und seine Gesellen betrachteten ihn wohlwollend und sagten: „Ihn schicken wir aus, um den Riesen zu besiegen“.

Und der junge Mann sagte: „Was für einen Riesen? Wieso macht ihr das nicht selber? Und überhaupt: Wieso seid ihr so dick und rund und wohnt in diese schicken Einfamilienhäusern für Besserverdienende? Ist das da hinten ein Swimmingpool im Garten?“ Robin Hood kratzte sich verlegen an der Nase und versuchte mit seinem Rücken die Sicht auf den Swimmingpool zu verstellen. „Nun, weißt Du, der Wald ist auf Dauer recht feucht und … ähm grün. Und ich bin nicht mehr der Jüngste. Und der Schulweg für die Kinder wäre dort nicht sicher genug. Überall diese Wurzeln … Du weißt ja, wie Karin ist. Und ich … mein Rücken. … Also um noch mal auf den Riesen zurückzukommen … er stört die Aussicht schon sehr. Im Gegenzug geben wir dir auch einen schönen Listenplatz.“ Der junge Mann mit den strubbeligen Haaren dachte einen Augenblick nach. Dann sagte er: „Ich werde gegen den Riesen kämpfen, aber bevor ich das mache, möchte ich in die Welt ziehen und Erfahrungen sammeln. Ich werde drei Reisen tun und wenn ich wiederkehre, werde ich für euch gegen den Riesen kämpfen.“ Robin Hood runzelte erleichtert die Stirn. „Ähm … ja. Drei Reisen. Warum nicht. Ich bin als junger Mann auch viel gereist. Sollen wir dir ein Ticket buchen?“ Aber da war der junge Mann bereits verschwunden. Nachdenklich ging Robin Hood an seinen Swimmingpool zurück. „Es ist nur ein sehr kleiner Swimmingpool“, dachte er. „Eigentlich kann man noch nicht mal richtig darin schwimmen.“ Er mixte sich einen Campari Soda und nahm einen Schluck. Er war irritiert, konnte das Gefühl aber nicht richtig einordnen. „Vermutlich das Alter“, murmelte er.

Ist das da hinten ein Swimmingpool im Garten?

Nach drei Jahren kehrte der junge verstrubbelte Mann wie verabredet zurück und ging wieder in den Garten. Er sagte: „Ich habe die Welt gesehen. Ich sah Leute, die ich vorher nicht kannte, lachen und sterben. Ich war auf dem Balkan, in der Türkei, in Afghanistan und auf dem Mittelmeer. Ich habe den Geruch von Kot, ausgelaufenem Benzin und Salzwasser gerochen. Ich weiß nun, dass alles miteinander zusammenhängt. Wir müssen etwas tun. Vielleicht sollten wir zurück in den Wald gehen oder sogar neue Wälder pflanzen?!“

Robin Hood blinzelte. „Es ist schön, dass du eine … ähm gute Zeit hattest. Der Riese ist immer noch da. Ab 16 Uhr verdeckt sein Schatten den ganzen Garten. Wenn der Riese weg ist, könnten wir dort ja ein paar Bäume pflanzen. Was meinst Du? Vielleicht wird da später mal ein Wald draus. Jeder Wald ähm … beginnt mit einem ersten Baum. Ich habe den Platz 6 auf der Berliner Landesliste für dich klarmachen können. Was sagst Du?“ „Platz 6 ist jetzt aber nicht so gut“, sagte der strubbelige Mann. „Ja, ich weiß.“ Robin Hood schwieg und schwenkte die Eiswürfel in seinem Campari-Glas „Aber es ist eine Option auf die Zukunft und zeigt, dass die Partei an dich glaubt. Nächstes Mal wird es besser.“ „Wir werden den Riesen nicht besiegen, stimmt’s?“ „Nein.“ Hood kniff die Augen zusammen und starrte in sein Glas. „Aber wir können ja die Bäume im Garten trotzdem pflanzen. In Wahrheit brauchen sie gar nicht so viel Sonnenlicht. Was meinst Du?“ Als er keine Antwort bekam, drehte er sich um. Der junge strubbelige Mann war verschwunden. Dort, wo er eben noch gestanden hatte, lag ein Zettel. „Bin Wälder pflanzen und zur Wahl wieder zurück.
PS: Du solltest echt mehr Sport treiben.“