rathaus lesebrief

Im Folgenden veröffentlichen wir einen Leserbrief von Herrn Drescher als Reaktion auf diesen Leserbrief, der sich wiederum auf diesen Artikel bezieht.

Sehr geehrter Herr Vorbau, wer ist Harry Haller? Ganz gewiss nicht Harry Haller, und ganz sicher auch nicht die Märchenfigur aus „Steppenwolf“.

Ganz sicher aber jemand, der von Kultur im Bezirk Treptow-Köpenick und vom Hauptmann-Musical auf dem Rathaushof nur wenig Ahnung hat. Kultur ist zum Glück fast immer „Kommerzielle Scheiße“. Warum zum Glück? Weil wir schon genügend Hobbybühnen mit ABM-Schauspielern – in der Vergangenheit – im Bezirk haben, die nicht einmal ihre Miete selbst zahlen können und mit Erfolg jedes Jahr 90-prozentige Zuschüsse beim Kulturausschuss erbetteln. Herr Stang hat eigenes Geld auf eigenes Risiko in die Hand genommen. Es wäre schön gewesen, er hätte einen Zuschuss bekommen. Nun, hat er eben nicht.

Das Märchen, Stang hätte das Jazzfest von Wolfgang Pinzl verdrängt, wird auch fleißig von Harry Haller verbreitet. Den Beleg bleibt auch er schuldig. Es ist aber eher so, dass Pinzl nach Bekanntgabe der seit vielen Jahren geplanten Hofsanierung keinen neuen Vertrag angefordert, sondern das Festival beendet hat. Worüber er sich vermutlich später mehrfach geärgert hat.

Im Übrigen ist der Rathaushof mit dem Umbau eine Veranstaltungsstätte geworden. Veranstaltungen finden dort nicht per Sondergenehmigung wie in der Vergangenheit, sondern per Veranstaltungsstättenordnung statt. Dazu gehören auch strenge Brandschutzauflagen, mit denen auch Pinzl nicht glücklich wäre. So viele Zuschauer wie einst bei Jazz in Town sind nicht mehr zulässig. Und das einzig aus Sicherheitsgründen und damit mit vollem Recht. Seit dem Loveparadeunglück hat es mehrfach Verschärfungen der Vorschriften gegeben.

Warum Herr Haller in Ihrem K…., ich meine natürlich Qualitätserzeugnis, mit Dreck gegen einen engagierten und im Bezirk beheimateten Veranstalter werfen darf, bleibt Ihr Geheimnis.

Mit freundlichem Gruß
Ralf Drescher