Maulbeerblatt

Das Köpenicker Magazin für Erlesenes

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Spannende Lokalnachrichten bieten Information und Reibung, pointierte Kolumnen sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Historische Themen stärken die Identität, Veranstaltungstipps und Erlesenes zum Hören, Sehen und Lesen vermitteln Orientierung. Interviews und Porträts geben interessante Einblicke. Entstanden ist das Magazin Maulbeerblatt in Berlin-Friedrichshagen, einem der glamourösen, liebenswerten Randbezirke der Hauptstadt, Teil Köpenicks, mit über 100 Jahren kreativer Vergangenheit von Wilhelm Bölsche über Johannes Bobrowski bis hin zu aktuellen Künstlern wie dem renommierten Regisseur Leander Haußmann. Das künstlerische Netzwerk um die elf62.net Grafik- und Textagentur strickt mit jeder Print- und Onlineausgabe neue Gewänder für das gar nicht graue Großstadtleben. Aus Berlin.

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Mumienglanz

25. September 2015 @ 19:30 - 19. November 2015 @ 19:00

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Der Herbst wird die Altstadt von Berlin-Köpenick mit besonderem Glanz verzaubern: Die kubanische Künstlerin Nancy Torres sorgt mit einer Hommage an die versunkene südamerikanische Inkakultur unter dem Titel „Mumienglanz“ für eine Art Wiederauferstehung der Inkas und ihrer Kulturschätze im Hier und Heute. Zu sehen sein wird die Schau in der Galerie Grünstraße.

Diese Ausstellung ist für Treptow-Köpenick von ganz besonderer Bedeutung. Immerhin ist Cajamarca die Partnerstadt des Berliner Bezirkes. Die nordperuanische Stadt Cajamarca liegt 800 Kilometer von der Hauptstadt Lima entfernt auf 2.700 Meter Höhe in den Anden. Ein historisches Pflaster: Denn hier wurde 1532 der letzte Inka-König Atahuallpa vom spanischen Konquistador Pizarro gefangen genommen und trotz Zahlung eines immensen Lösegeldes in Form von Gold und Silber aus dem gesamten Inkareich von den Spaniern hingerichtet. Mehr noch: die spanischen Eroberer entweihten auf barbarische Art und Weise den Totenkult der Inka und beraubten selbst die mumifizierten Toten ihrer wertvollen Beigaben. Die Mumien der Nancy Torres erzählen diese Geschichte auf ihre ganz eigene berührende Art und Weise. Sie führen uns aus dem Reich der Toten in unsere Gegenwart. Unwiederbringlich wurde ihr reiches Kulturgut vernichtet – aus Habgier und Machtgelüsten, ein noch immer und immer wieder aktuelles Thema. Die Ausstellung „Mumienglanz“ folgt den Spuren des indianischen Glaubens vom Weiterleben des Körpers nach dem Tod. Gezeigt werden künstlerische Autopsien, angefertigt aus Textilien, Glas, Holz und Metall in den Farben der Inkakultur. So erwacht gleichsam eine indianische Geistergesellschaft und zwingt die heute Lebenden zum Nachdenken. Ein Plädoyer zur Pflege des Verständnisses für die Universalität jeglicher menschlicher Kultur.

Nancy Torres dürfte den Berlinern keine Unbekannte sein. Sie wuchs in einem Barrio von Havanna auf, arbeitete später in Kuba als Cutterin beim Filminstitut ICAIC. Der Liebe wegen zog Nancy bereits in den 1960iger Jahren nach Berlin. Nach frühen Malversuchen in Kuba kam es hier zu ersten direkten Berührungen mit dem professionellen Kunstschaffen als Theaterplastikerin in der Werkstatt des Berliner Ensembles. 1975 bis 1979 studierte sie Szenographie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, 1979 bis 1981 war sie als Bühnen- und Kostümbildnerin an der Komischen Oper Berlin tätig. Seit 1982 ist sie Freie Bühnen- und Kostümbildnerin und widmet sich seit 1992 wieder der Malerei und der Objektkunst. Zu ihren Auftraggebern gehörten bekannte Opern- und Theaterhäuser im In- und Ausland, wie die Staatsoper und die Volksbühne Berlin, das Berliner Ensemble, die Semperoper und das Staatsschauspiel Dresden, das Hans-Otto-Theater Potsdam sowie die Städtischen Bühnen Graz (Österreich) oder das Stadttheater Hanoi (Vietnam) und das Theater i Värmland (Schweden). Zudem engagierte sich Nancy Torres in den Jahren von 1992 bis 1994 im Beirat für Ausländerkulturangelegenheiten bei der Berliner Senatsverwaltung und ist Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler Berlins. Für die von mehr als 150 Künstlern aus aller Welt geschaffenen Berliner Buddy-Bären gestaltete sie den Zigarre rauchenden Kubaner, der sich großer Beliebtheit erfreut.

Das besondere Interesse der Künstlerin gilt seit Jahren der südamerikanischen Inkakultur, die von den spanischen Eroberern auf brutalste Weise zerstört wurde. Nachhaltiges Aufsehen erregte ihre 2013 erstmals gezeigte Ausstellung „Mumienglanz“ in der Botschaft Perus in Berlin. Nun freut sich Treptow-Köpenick auf diese beeindruckende Schau in der herbstlichen Altstadt und auf viele interessierte Gäste.

Details

Beginn:
25. September 2015 @ 19:30
Ende:
19. November 2015 @ 19:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Galerie Grünstraße/collegium artis e. V.
Grünstraße 22 (Eingang Böttcherstraße)
Berlin Köpenick, Berlin 12587 Deutschland
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Telefon:
030 43209292
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