Der deutsche Künstler Guido Messer

Guido Messer wurde im Jahre 1941 in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires geboren. Nach einer Goldschmiedelehre in Pforzheim besuchte er die Kunst- und Werksschule in derselben Stadt. Im Jahre 1966 ging er nach Stuttgart, um dort an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste bei renommierten Dozenten wie Herbert Baumann und Sonderborg die Bildhauerei zu studieren. Zusätzlich absolvierte Guido Messer eine Lehre als Kunstgießer. Diese hochqualifizierte Ausbildung eröffnete ihm die Möglichkeit, für einige Jahre als Werklehrer und Bildhauer tätig zu werden.

Durch die Förderung des Bundeslandes Baden-Württembergs erhielt Guido Messer zwei Stipendien, die ihm einen Aufenthalt an der renomierten Cité Internationale des Arts in Paris ermöglichten. Diese Stipendien führten dazu, dass er seitdem als freier Bildhauer tätig und Mitglied in verschiedenen Kunstverbänden ist.

Seine aktuellen Wohnsitze befinden sich in Deutschland bei Stuttgart sowie in Italien in der Toskana, wo er gemeinsam mit seiner Frau Marta fortlaufend an dem Skulpturenpark „arte e sapori“ weiterarbeitet.

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Quelle: edition-strassacker.de

Sein Werk – zwischen Kunst und Politik

Guido Messers Kunst zeichnet eine Facette besonders aus: die politische Motivation, die hinter jedem einzelnen Werk steht. Schon in den 1960ern hatte sich sein leicht satirisch anmutender Stil herauskristallisiert, der sich in den darauffolgenden Jahren verstärkt entwickelte. Dennoch belässt es Messer nicht nur bei der Karikierung und einem zynischen Unterton bei seinen Skulpturen, sondern hat sich als politischer, humorvoller Zeitkritiker auf dem Kunstmarkt voll und ganz etabliert.

Dabei ist jede Skulptur, die aus dem Material Bronze angefertigt wird, durch eine meisterliche Ausarbeitung gekennzeichnet. Durch den vielfältigen Ideenreichtum, den er in sein Werk mit einfließen lässt, und durch einen Widerspruch zwischen realistischen Elementen und Verfremdungen der Körper sorgt er dafür, dass der Betrachter sich eingehend mit dem Werk beschäftigt.

Seine außergewöhnliche Schaffensgabe macht sich bezahlt, denn allein in den letzten zwei Jahren waren seine Werke in über 30 Ausstellungen zu sehen. Ehrenamtlich fördert Messer die Entwicklung jüngerer Künstler, in dem er eine jährlich wechselnde Ausstellung in seinem Wohnort Korb bei Stuttgart organisiert, bei der verschiedene Skulpturen sieben ausgewählter Künstler präsentiert werden.

Das Werk „Hund im Würfel“ von Guido Messer steht neben vielen anderen Bronzeskulpturen beispielhaft für seine künstlerische Orientierung. Karikatur verbunden mit Satire und Zynismus und zudem die Einbindung realistischer Elemente machen seine Kunst zu etwas besonderem. Mit dieser Skulptur stellt Guido Messer die Schönheitsideale unserer Gesellschaft sowie die Schönheitsbegriffe sehr bizarr, aber gekonnt in Frage. Hergestellt wurde die Skulptur im Wachsaus-Schmelzverfahren und anschließend per Hand patiniert, sodass durch das Material und die Herstellungsweise etwas stabiles und langlebiges geschaffen wurde, das noch viele verwunderte Blicke einfangen wird.


Jörn Paschke

Ein Beitrag von Jörn Paschke

Maulbeerurgestein, begnadeter Layouter mit Spitzenideen und Hang zur Englischen Schreibschrift. Ist schuld am Maulbeerblatt Zitat: „Print ist Krieg!“