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Das Multitalent Esther Zimmering, Jahrgang ’77, studierte an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. 2002 machte sie mit ihrer Rolle in dem Dreiteiler „Der Liebe entgegen“ an der Seite von Katja Studt und Anna Loos auf sich aufmerksam sowie durch ihre Darstellung im Musikvideo „Kein Zurück“ der Gruppe Wolfsheim. Die goldene Schallplatte, die Wolfsheim daraufhin erhielt, gaben sie aus Dank an ihre Hauptdarstellerin und Muse weiter. 2004 wurde sie beim Fernsehfilm- Festival Baden-Baden mit dem Sonderpreis der Jury für herausragende darstellerische Leistungen für „Kleine Schwester“ geehrt.

Frau Zimmering, Sie haben Ihre Wurzeln in Köpenick, sind hier zur Schule gegangen. Was verbinden Sie mit diesem Ort?

Mit Köpenick verbinde ich ein großes Heimatgefühl. Familie, Natur, Ruhe, Moped fahren, erste Theatererfahrungen, die Wendezeit, politisch werden, gegen den Golfkrieg auf die Straße gehen, Schlagzeugunterricht im ABC Club, erste Bandversuche, Abitur, Schauspielschule, Geigen und Klavierunterricht. Ich habe meine ganze Jugendzeit an diesem Ort verbracht. Da meine Eltern in Köpenick leben, kehre ich immer wieder gerne und oft in meine Heimat zurück.

Sie sind ja sehr vielseitig – Theater, Film, Musik. Was machen Sie am liebsten? Warum?

Zur Zeit arbeite ich sehr viel im Filmbereich. Theater habe ich seit ein paar Jahren nicht mehr gespielt und vermisse es sehr! Mein Wunsch ist es, mal wieder an einem größeren Theaterhaus zu spielen! Mir fehlen die Klassiker, die Texte! Dafür hat Film etwas sehr Realistisches und man kann sich auf das Jetzt einlassen. Das körperliche auf der Bühne und im Film gefällt mir sehr gut. Musik entsteht oft bei mir zu Hause, an meinem privatesten Ort, da schreibe ich dann auch Texte. Ich habe das Glück, Musiker zu haben, die diese Texte sehr lieben, wie z.B.: „Ich will dich ohne Hund“ oder „Rosalinde in der Nacht- auf der Yacht“… Es macht Spass die Stimme, Körper und Geist bei Musik, Theater und Film einsetzen zu können!

Welche Projekte beschäftigen Sie im Moment? Und welche haben Sie noch geplant?

Ich habe gerade einen Kinofilm beendet, der ohne Drehbuch entstanden ist und in englisch gedreht wurde. Da ich Kino liebe und das für mich die Königsdisziplin ist, wollte ich unbedingt bei diesem Projekt mitmachen. Die Rolle und den Inhalt haben wir in dem Moment entwickelt, als die Kamera lief. Wir Schauspieler sind auch die Autoren gewesen, da alles improvisiert wurde. – Es war eine sehr intensive Arbeit. Ein weiteres Thema ist für mich gerade die Recherche zu meinem ersten eigenen Film. Es wird ein Dokumentarfilm. Er handelt von meiner Familiengeschichte in Israel und der DDR. Was ist eigentlich aus den Idealen unserer Eltern und Großeltern geworden? Was hat unsere Generation zu sagen? Wer sind wir? Es ist ein langes und sehr spannendes Projekt und soll ein 90minu?tiger Kino- und Fernsehfilm werden.

Auf welche Dinge in Ihrem Leben sind Sie besonders stolz?

Auf meine Familie: Meine Eltern, meinen Bruder und seine Kinder. Auf meine Arbeit und das Leben.

Was ist Ihnen neben Ihrer Arbeit wichtig?

Natürlich meine Freunde! Beruf ist mein Leben, das geht ineinander über. Manchmal ist das recht schwer, aber die meiste Zeit bin ich froh, ich langweile mich leider fast nie.

Welche Wünsche und Hoffnungen haben Sie fu?r die Zukunft?

Eine eigene kleine Familie und immer dran bleiben … Natu?rlich wu?nsche ich mir, dass es viel Frieden gibt!

Das Maulbeerblatt wünscht viel Glück dabei und auch weiterhin viel Erfolg. Wir bedanken uns für das Gespräch.

 

Das Interview führte Tatjana Rabe, Foto: Janine Guldner, Sendetermine 20.09., 20.15, ARD Tatort, 22.09, 20.15, SAT1 Böseckendorf, 23.09., 20.15, ARD Die Freundin der Tochter

 


Tatjana Rabe

Ein Beitrag von Tatjana Rabe

Betriebswirtin und Fachjournalistin, arbeitet als K arriereberaterin. Ist genau, eigenwillig und aufmerksam. Wird oft mit Friederike Hagen verwechselt. Zitat: "Ich will ja nicht streiten, aber Recht behalten schon."