Es gibt einige Dinge, auf die man getrost verzichten kann.

Oder muss! Vielleicht auch sollte Zum Beispiel diese Kolumne.

Zumindest dachte ich das.

Aber dann, in einem hellen Moment, wurde mir bewusst, dass es gerade in diesen harten Zeiten wichtig wäre, Konstanten im Leben zu finden, wie eben meine Kolumne, Sinn und Inhalt quasi, die kleine Erfüllung täglich verdrängter Bedürfnisse Vielleicht so etwas wie den entscheidenden Denk-Anstoß in die richtige, die alles zum Guten wendende Idee, der eine von Tatendrang durchwirkte Handlung folgt – pammpamm, alles fein! – bescheiden betrachtet, sozusagen.

Das alles könnte diese Kolumne doch fu?r euch sein. Oder zumindest für die schönen und wohlhabenden Frauen unter euch, die eine Muse zur bodenlosen Freizeit- und Hobby-Finanzierung suchen. Auf die dicke, hasenschartige Verkäuferin mit dem Geld-zurück-Gesicht bei Kaisers kann ich gerne verzichten. So eine Netzhaut-Peitsche, sag ich euch, die sieht aus wie Hagelschaden in der Fresse, nur durch den Wolf gedreht und seitenverkehrt – aber das nur nebenbei. Auch dieser teigige AOK-Futzie, der mir neulich – aber lassen wir das, ich denke, es kam rüber.

Was ich sagen wollte: Es könnten doch die paar wesentlichen Zeilen Lebensmut sein, die euch helfen, zu wissen, nein, zu verstehen, warum das alles, dieser harte Daseins-Kampf, die beschissenen Nachbarn oder die nässende Pustel im Schritt. Diese ganzen nervigen Konferenzen, U-Bahn-Fahrten oder etwaige ABGABETERMINE!

Also mir ist bewusst geworden, dass ich ohne diese Kolumne auf jeden Fall schlechter dran wäre. Und da ich mich als guten Durchschnitt bezeichnen würde, geht es euch vermutlich ebenso, nur eben ein bisschen schlimmer, weil ich doch ganz schön hart im Nehmen bin.

Spürt ihr schon was? – Man fühlt sich leichter, oder? So inspiriert Da passiert doch beim Lesen was mit einem, oder? Man will das kleine verstaubte Säckchen mit dem Wagemut packen, das Ränzel voller Kraft-Würstel schnüren, die nie benutzten Sieger- Schuhe für den Auf- und Durchmarsch zum Gipfel unterm Ofen hervorholen, oder? ODER? Jahaaaaaaaaa, nicht wahr?

Und nur, weil es heute vielleicht ausnahmsweise mal bei einem von euch nicht funktioniert hat, höre ich noch lange nicht auf, verstanden? Soweit kommt es noch – ich lasse mir doch das Schreiben nicht verbieten! Ich nicht! Nicht von euch! Verstanden?

Jetzt erst Recht!


Lypse

Ein Beitrag von Lypse

Maulbeerurgestein, schrieb als Lypse seit 2007 im Maulbeerblatt; heute freier Autor und Kolumnist, Hörbuchautor und Hörbuchredakteur Zitat: „Die Welt ist eine Schreibe.“