Erstmalig debattieren Bundestagskandidaten des Wahlkreises Treptow-Köpenick gemeinsam über die Zukunft des Mellowparks. Der Kreisjugendring Köpenick e.V. hatte sie am Montag, den 23.02.09 ins Haus der Jugend Köpenick zu einem Podiumsgespräch eingeladen. Dies wurde von ca. 100 BesucherInnen und vielen LokalpolitikerInnen aufmerksam verfolgt und kommentiert.

Anlass war die drohende Schließung des Mellowparks, der nunmehr zum 30.11.2009 von seinem bisherigen Standort weichen muss.
Der Mellowpark und das Bezirksamt favorisieren eine Fortsetzung des Sport- und Freizeitparks auf dem Gelände der Paul-Zobel-Sportanlage an der Wuhlheide 250-270, gegenüber dem Union-Stadion.

Die Bundestagskandidaten des Bezirks Treptow-Köpenick wollen so schnell wie möglich eine Lösung für den Mellowpark finden, denn noch immer gibt es keine Entscheidung für den zukünftigen Standort. Es müsse deshalb endlich ein Spitzengespräch mit verantwortlichen Politikern aus dem Bezirk, vom Land Berlin, sowie Vertretern des Liegenschaftsfonds und des Mellowpark geben, so der SPD-Bundestagskandidat Kajo Wasserhövel. Die anderen Kandidaten Gregor Gysi (Die Linke), Niels Korte (CDU) und Peter Groos (Grüne) unterstützen den
Vorstoß.

Auch Jens Werner (Projektleiter des Mellowparks) begrüßt Wasserhövels Vorschlag: „Die Spitzenrunde kann in dieser verfahrenen Situation helfen. Wir brauchen jetzt eine schnelle Lösung, denn wir stehen am Rand unserer Existenz.“ Spätestens im Mai müsse Klarheit über das zukünftige Grundstück herrschen. Ansonsten seien ein Umzug und die Planung für die Saison 2010 nicht zu schaffen, so Werner. Wegen des Zeitdrucks rät Gysi, die Zeit bis zum Bundestagswahlkampfes zu nutzen, um endlich Klarheit für den Mellowpark zu schaffen. Jetzt hätten die Betreiber die Chance, dass favorisierte Ausweichgrundstück an der Wuhlheide 250-270 zu bekommen. Das Land Berlin verschwende wichtige Zeit, wenn es noch weitere Ausweichgrundstücke suche. Bislang sei keins geeignet gewesen, so Gysi. Die Linke werde deshalb alles dafür tun, dass der Mellowpark an die Wuhlheide umziehen kann. Der Koalitionspartner SPD sei gut beraten, dabei mitzuhelfen.

Unterstützung bekommt Gysi von Korte. Im Hinblick auf eine Aufsichtsratssitzung des Liegenschaftsfonds diesen Freitag, fordert er von Wasserhövel, er solle seine SPD-Kollegen im Aufsichtsrat dazu bringen den Verkauf zu verhindern. Es dürfe am Freitag keine Entscheidung gegen den Mellowpark geben. Groos warnt dagegen vor einer Dramatisierung: Niemand müsse jetzt die Nerven verlieren, am Freitag sei noch nichts entschieden.

Ähnlich denkt auch Wasserhövel. Er schlägt vor, dass sich die Teilnehmer des Podiumsgesprächs in fünf bis sechs Wochen erneut treffen. Damit steige der Druck auf die Runde, sich noch stärker für das Projekt zu engagieren. Das sei jedoch gut, denn der Park sei nicht nur für den Bezirk oder das Land Berlin wichtig, so Wasserhövel. „Der Mellowpark ist ein Mutmacherprojekt, auf das auch andere Städte sehr genau schauen.“

Trotzdem läuft die Zeit für den Mellowpark ab. Zwar ist inzwischen diese Saison gesichert. Wohin der Mellowpark ausweichen kann, ist jedoch noch offen. Seine Betreiber, Fachleute, das Bezirksamt und die BVV. favorisieren das Grundstück an der Wuhlheide 250-270. Allerdings wurde es vom Liegenschaftsfond des Landes Berlin einem Investor zum Kauf angeboten. Das Vermögensgeschäft ist aber noch nicht abgeschlossen, denn keines der damit befassten Gremien hat bislang einem Verkauf zugestimmt.
Jens Werner erinnert deshalb noch einmal alle Beteiligten: „Das Land Berlin verliert doch nichts, wenn wir dieses brachliegende Grundstück entwickeln. Im Gegenteil: Die Stadt gewinnt etwas dazu.“

Ein solch innovatives, von Jugendlichen aufgebautes Sport- und Freizeitprojekt wie der Mellowpark sucht Seinesgleichen auf lokaler bis internationaler Ebene!

Pressemeldung, Arvid Markert, Vorstand Kreisjugendring


Matthias Vorbau

Ein Beitrag von Matthias Vorbau

Matthias Vorbau nennt sich Chefredakteur des Maulbeerblattes. Eigentlich ist er Kommunikationsdesigner mit Diplom. Zitat: "Das Leben zwingt einen zu zahlreichen freiwilligen Entscheidungen."