Museumsinsel in Berlin am Morgen

Brandenburger Tor mit Herzen

Eine Stadt der tausend Farbfacetten, von Stumpfgrau über Sonnengelb bis Grellrot: Das ist Berlin. An jeder Ecke wartet ein neuer Eindruck, eine Überraschung, ein Geschenk oder eine Inspiration. Offensein ist gefragt, Einatmen, den Duft der Stadt schnuppern, ihren Rhythmus spüren. Ein Wegweiser für Neugierige.

Musik liegt in der Luft, nicht nur zum Karneval der Kulturen, sondern an jedem Tag im Jahr. Jazzclubs wie das A-Trane in Charlottenburg und das b-flat mit seiner fulminanten Cocktailbar wetteifern mit dem langjährigen Veteranen Quasimodo, der bekannten Kellerkneipe und Konzertbühne. Doch letztere Location setzt längst nicht mehr ausschließlich auf Jazz, manchmal erklingen aus den Tiefen der Erde auch harte Rockmelodien oder kräftiger Blues. Berlin bleibt nicht starr, es verändert sich Tag für Tag, Jahr für Jahr, ebenso wie die Menschen, die diese Stadt gestalten. Im Discoturm des E4 Club Berlin mit seiner schimmernden Glasfassade werden ganz andere Saiten aufgezogen, dort wiegen sich die Menschen im Takt von House Music, RnB und Dance. Zwischen den ehrwürdigen Backsteinmauern der ehemaligen Brauerei hat sich der SODA Club gepflanzt, neben Electro und Urban Dance klingen hier auch Songs aus den 90ern und freundliche Popmusik aus den Boxen. Das Soda ist ein Club für alle, die gern in stylischer Umgebung tanzen und feiern, die Musik präsentiert sich ebenso vielfältig wie die Gäste. Doch eines haben alle diese Orte gemeinsam: Sie sind laut, ob man es nun schön findet – oder eben nicht.

Erholung suchen, Ruhe finden: Auch das ist möglich. Raus aus den engen Gemäuern, wo Menschen dicht an dicht stehen, rein in die Natur! Treptow-Köpenick gilt als grünster Bezirk, direkt an der Spree liegt der Treptower Park. Gepflegter englischer Stil, imposante Bäume, üppig grüne Liegewiesen und ganz viel Luft zum Atmen. Im Frühling beginnt das große Blühen, die Farbtupfer sprießen, das Leben wird bunt und prächtig. Im angrenzenden Plänterwald toben Kinder auf sonnigen Spielplätzen oder in der Plantsche, Radler ziehen in Horden des Weges. Vor langer Zeit lebte hier der Waldwächter auf einem Hühnerhof, er verkaufte Eier an die Mannschaften der Spreekähne. Heute wird das »Alte Eierhäuschen« renoviert und öffnet im nächsten Jahr wieder als Restaurant seine Pforten. Berlin ist eine Stadt im Wandel; das Alte muss nicht vergehen, es wird oft nur neu und anders.

 

Karpfenteich im Treptower Park in Berlin

Berlin ist wahrlich facettenreich und farbenfroh wie nie – kein Wunder, es lebten hier auch niemals zuvor so viele Menschen wie jetzt. Menschen aus vielen Nationen, die sich im Schmelztiegel vereinen und gemeinsam die Stadt gestalten. Regen macht ihnen wenig aus, statt BBQ im Park verlegen sie den geselligen Abend mit passendem Equipment, Essen und Getränken für einen spannenden Spielspaß in die heimischen vier Wände. Heute darf hoch gepokert werden! Vielleicht eine Vorübung zum nächsten Event in der Spielbank Berlin, wenn es mal wieder um alles oder nichts geht. Oder einfach nur eine spaßige Aktion unter Freunden, bis sich das Wetter bessert und gemeinsam die Natur genossen wird.

Dann die Zeugen der Vergangenheit. Das alte Zeughaus, das Brandenburger Tor, die Siegessäule: mächtige Vertreter anderer Epochen, die bis ins Heute überlebten. Um sie herum tost der Verkehr, eilen Menschenmassen vorüber, oft achtlos, manchmal voll Staunen, die Smartphones gezückt. Als sie errichtet wurden, da beherrschten Pferdefuhrwerke die breiten Alleen einer blühenden Stadt. Checkpoint Charly erinnert an die Teilung, doch die Wunden sind längst verheilt, nur einige Narben künden von diesen fernen Zeiten. Wo sich früher ein finsterer Todesstreifen durch die Stadt zog, ist heute nichts mehr zu sehen oder spüren. Doch die Menschen erzählen noch von den Schrecken der Vergangenheit, von dem getrennten Volk, das wieder zusammenfand und doch nicht ganz verschmolz. Das Mauermuseum gehört zu den meistbesuchten Museen einer Stadt mit bewegter Geschichte, die nie ganz zur Ruhe kommt. Die Museumsinsel bildet den passenden Gegenpart, hier tauchen wir ein ins alte Babylon, ins antike Ägypten, in Zeiten, als Berlin noch gar nicht existierte, als all die vielen Stadtgeschichten noch nicht erzählt waren.

 

Museumsinsel in Berlin am Morgen
Was ist Berlin? Nicht die Summe der Gebäude, nicht die Menge der Nachtclubs und Denkmäler, nicht die Zahl Museen und Grünanlagen. Berlin, das sind wir alle, die wir diese Stadt bevölkern und formen. Wir machen was draus, aus den alten Gemäuern, den Betonflächen, den Wäldern und Ufern. Lärm und Ruhe, Erholung und Spaß, Last und Liebe. Berlin ist ein Zeugnis unseres lebendigen Seins in all seinen Facetten.

 

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