oboeSeit mindestens 50 Jahren hat sich die Alte Musik, d.h. das Musizieren in sogenannter historischer Aufführungspraxis auf dem Konzert- und CDMarkt nicht nur einen besonderen Platz erobert. Vielmehr ist heute die Wiedergabe barocker und frühklassischer Musik auf historischen Instrumenten bzw. deren Kopien gang und gäbe. Wer heute noch bspw. Bach mit großem Sinfonieorchester aufführt, gilt ebenso als Exot, wie diejenigen, die vor mehr als einem halben Jahrhundert anfingen, der historischen Musizierpraxis auf den Grund zu gehen.

Auch Wolfgang Kube ist erst allmählich auf den Geschmack gekommen. Nach seinem Studium der modernen Oboe in Berlin hat er sich von den niederländischen Barockspezialisten am Königlichen Konservatorium in Den Haag in die Klangwelt der alten Oboenmusik einführen lassen. Inzwischen ist er selbst Dozent für historische Oboe an der Musikhochschule Leipzig und widmet sich in eigener Werkstatt intensiv dem Nachbau barocker wie klassischer Oboen. Bestellungen für seine erstklassigen Instrumente gehen aus aller Welt ein.
Für seine Konzerttätigkeit forscht der Barock-Oboist darüber hinaus in Bibliotheken nach vergessener, bisher nicht editierter Oboen-Literatur und präsentiert so seinem Publikum in den Konzerten ein reiches, ebenso virtuoses wie klangschönes Repertoire.

Im Rathaussaal von Friedrichshagen wird im November neben Kompositionen der italienischen Großmeister Geminiani, Frescobaldi und Vivaldi auch Musik des Florentiner Komponisten und Kastraten in Diensten des Zaren in Moskau– Giovanni Maria Dreyer – zu hören sein. Es ist eine weithin unbekannte Sonate mit herrlichen Oboenkantilenen.
Wolfgang Kube betört sein Publikum mit dem schlanken, biegsamen, wunderbar näselnden Ton seiner Barock-Oboe. Gegenüber der modernen Oboe ist der Klang des Barockinstruments, das nur zwei Klappen aufweist, wesentlich weicher und verhaltener.

Vorläufer der Oboe gab es bereits seit der Antike. Doch um 1670 wurde Sie am Hofe Ludwigs XIV. neu konstruiert und französische Meister verbreiteten ihren Schalmeienklang. Bis in die Mozartzeit blieb sie an den europäischen Höfen ein hochbegehrtes Instrument.

Die Barock-Oboe ergänzt sich klanglich hervorragend mit dem Cembalo. In der in Tokio und Antwerpen ausgebildeten Japanerin Beni Araki, heute Dozentin in Berlin, hat Wolfgang Kube in Grundierung und Farbe eine bestimmende Begleiterin. Mit zwei Solostücken von Giovanni Picchi und Bernhard Storace erweist sich Beni Araki als virtuose Cembalistin.

Wolfgang Kube und Beni Araki treten am Donnerstag, dem 8. November um 19:30 Uhr im ehem. Ratssaal, Berlin-Friedrichshagen, Bölschestr. 87 auf.
Darin ist heute die Polizei untergebracht. Die Künstler werden im Konzert auch Besonderheiten der Musik und der Instrumente erläutern. Eintrittskarten zu 10€ sind telefonisch unter Telefon 030 – 64 1979 64 bestellbar oder im Antiquariat Brandel in der Scharnweberstr. 59 , Telefon 030 – 64 111 60 und an der Abendkasse erhältlich.