Es gibt Themen, die regen mich einfach nur auf. Und einer meiner Lieblingsaufreger ist nun mal das Thema Impfen. Ich verstehe einfach nicht, dass zehn Ärzten, die sich medienwirksam kritisch äußern, mehr geglaubt wird als Zehntausenden Medizinern, die überzeugt davon sind, dass eine Sache gut ist. Darum hier meine Sicht auf den Beitrag „Wem nützt das Impfen?“ aus dem Februarheft:

Erster Kritikpunkt: Impfstoffe werden nach nur drei Tagen als gut verträglich eingestuft.
Ja, aber wie lange soll denn bitte sonst nachbeobachtet werden? Drei Wochen? Drei Jahre? Vielleicht rührt mein Brechdurchfall letzte Woche ja von der Tetanus-Impfung her, die ich 1998 erhielt, nachdem ich mir beim Holzhacken fürs Lagerfeuer den Zeigefinger gespalten hatte?

Zweiter Kritikpunkt: Pharmafirmen sponsern Arzneimittelforschung.
Pharmafirmen finanzieren Arzneimittelforschung. Gäbe es diese Finanzierung nicht, gäbe es kaum Arzneimittel-Studien! Wer sonst sollte denn bitte das Geld dafür geben?!?

Hintergrund: Der Weg einer Therapie-Idee bis zur Zulassung eines Medikaments oder Impfstoffes dauert zehn Jahre und länger. Dazwischen liegen experimentelle Versuche im Reagenzglas, Tests an Tieren und nachfolgende klinische Studien am Menschen – erst an einigen wenigen, danach an größeren Gruppen. Und nur bei überzeugenden Ergebnissen wird ein Wirkstoff von den Arzneimittelbehörden zugelassen.

Es kostet eine Unmenge Geld, ein Medikament zur Marktreife zu bringen. Und eine Vielzahl an Wirkstoffen bleibt unterwegs auf der Strecke. Hat ein Pharmakonzern das Ziel Zulassung erreicht, bleiben ihm nur zehn Jahre, die angefallenen Kosten zu amortisieren. Danach übernehmen Generika-Hersteller, die keinen Cent in Forschung investieren, mit ihren billigen Nachahmer-Produkten den Markt. Daher auch die hohen Preise für moderne Medikamente und Impfstoffe.

Dritter Kritikpunkt: Mitglieder der Ständigen Impfkommission (Stiko) nehmen Geld von der Pharmaindustrie.
In der Tat, denn sie beteiligen sich an Studien, die von der Industrie (mit-)finanziert werden. Sie halten auf Einladung Vorträge auf Kongressen. Sie sind Mitglied in Vereinigungen, die auch von Pharmafirmen gesponsert werden. Und das ist nichts anderes als gang und gäbe im Bereich Arzneimittelforschung. Ohne finanzielle Unterstützung der Industrie könnten die meisten Forschungseinrichtungen nicht überleben. Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass sich Ärzte von einer einzigen Firma als „Werbeträger“ einspannen lassen. Aus meiner Erfahrung von medizinischen Kongressen weiß ich, dass es gar nicht selten vorkommt, dass der „Sponsor“ gar nicht erfreut ist über die Dinge, die der von ihm bestellte Referent erzählt hat.

Vierter Kritikpunkt: Impfbefürworter erzeugen Angst.
Die Angst vor Unfruchtbarkeit, Lähmungen oder Kindstod infolge von Krankheiten gab es lange vor der Erfindung von Impfungen. Seitdem es Impfungen gibt, erzeugen Impfgegner Angst vor Impfschäden. Zwischen diesen beiden Ängsten besteht es jedoch einen Unterschied: Die Erreger der Kinderkrankheiten sind bekannt und ihre Wirkung ist nachgewiesen. Dagegen müssen Impfungen als angeblicher Auslöser für Erkrankungen herhalten, deren Ursache bis heute nicht eindeutig geklärt ist (z. B. Autismus, Multiple Sklerose, plötzlicher Kindstod), ohne dass Impfgegner eine Erklärung zum Wie und Warum liefern. Mich erinnert das ein bisschen an die Zeit, als die Menschen noch an den Donnergott glaubten, weil sie die naturwissenschaftliche Erklärung von Gewittern nicht kannten.

Es gibt noch viele weitere Argumente gegen Impfungen: höhere Belastung durch Kombinationsimpfstoffe, Impfversager, durch Krankheiten geförderte Reifungsprozesse usw. usf. Gegenargumente können Sie u. a. bei Wikipedia und auf www.impfinformationen.de finden.

Zum Schluss noch ein Zitat aus dem im Februarheft vorgestellten Buch: „Die Immunität durch die Wildmasern ehedem war zuverlässiger, nur mit mehr Opfern verbunden.“ Opfer? Nennen Sie es beim Namen, Herr Hirte: tote Kinder!

Ich hab meine Kinder zuverlässig lieb. Sie sollen lieber keine „Opfer“ sein. Darum sind sie auch geimpft.

Informationen zu Impfungen und Argumente gegen Impfgegner:

– Sechsfachimpfung: http://de.wikipedia.org/wiki/Hexavalenter_Impfstoff

– Masern-Mumps-Röteln-Impfung: http://de.wikipedia.org/wiki/MMR-Impfstoff

 http://www.impfinformationen.de/startseite/impfgegner.html