Bäm! Es ist offiziell — und ziemlich überraschend: Berlin gehört nicht (oder nur fast) zu den mobilsten Städten Deutschlands. Das kam bei einer Untersuchung heraus, in der Daten vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW Consult) mit denen von Google abgeglichen wurden, schreibt der Tagesspiegel. Konkret heißt das: In Berlin gibt es im Vergleich zu anderen Städten wenige Unternehmen, die auf die wirtschaftliche Bedeutung des mobilen Internets setzen. Berlin schafft nicht einmal die Top Ten. Platz eins belegt … Wolfsburg.

Karlsruhe. Erlangen. Düsseldorf. Mannheim. All das sind Städte, die im Mobile-Internet-Ranking vor Berlin liegen. Die „Großen“ wie Hamburg, Frankfurt und München haben es auch geschafft. Hm. Das lässt die Stirn runzeln. Ist unsere bundesdeutsche Hauptstadt also ein Mobil-Kaff? Eine Daten-Provinz? Ein investorisch irrelevantes Randgebiet? Das mag man sich kaum vorzustellen. Zumal ja besonders Berlin durch erfolgreiche in- und ausländische Internet-Start-Ups auf der europäischen Landkarte hervorsticht. Man spricht in diesem Zusammenhang schon von Silicon Allee. „Made in Berlin“ wird vor allem international gerne als Aushängeschild benutzt. Und die Touristen, die unzählige Euro in die Kassen spülen, sind eine wichtige wirtschaftliche Konstante, die in den letzten Jahren zum mobilen Datenverkehr beitrugen — und es weiterhin in Zukunft tun werden, wenn, wie das die Verbraucherplattform TopTarif über die anstehenden EU-Reformen zum Datenroaming berichtet, ein „ein echter europäischer Binnenmarkt für Telekommunikationsbetreiber und ihre Kunden realisiert“ wird. Berlin, als eines der europäischen Zentren, ist also (eigentlich) ganz vorne dabei.

Die mögliche Ursache klingt recht banal und ziemlich widersprüchlich: Anscheinend erkennen Unternehmen in Berlin das Potenzial der mobilen Nutzer ihrer Stadt nicht, oder zumindest: nicht in dem Maße, in dem sie sollten. Google stützt sich bei seinen Zahlen auf die sogenannten mobile impressions von seinem Werbe-/ Monetisierungsprogramm AdWords, bei dem die eingeblendete Smartphone-Werbeeinblendungen die größte Rolle spielt. Hier landet Berlin auf Platz zwei. Allerdings sind die Zahlen von IW Consult für die Studie relevanter: Jene stützen sich nämlich auf Umfragen in den deutschen Unternehmen selbst. Beide Werte, sowohl von Google als auch des IW Consult, seien zu gleichen Teilen in das Endergebnis eingeflossen, so gibt Google Deutschland selbst zu Protokoll. Daran sieht man nun leider deutlich, welche Zukunft die Berliner Unternehmen dem mobilen Internet beimessen. Wohl eher eine düstere.

Ach so, beinahe hätten wir es vergessen … zurecht, vielleicht: Berlin belegt Platz 17. Und jetzt erstmal in die Ecke und eine Runde schämen.