Sind Krypto-Gewinne steuerpflichtig?
So versteuert man Online-Einkünfte richtig

Wer mit seinem hochgeladenen YouTube-Video etwas Geld dazuverdient, weil sich hier die eine oder andere Produktplatzierung befindet, auf dem Blog noch einen gesponserten Beitrag hat und geschickt ein Werbebanner platzierte, kann gegen Monatsende einen attraktiven Verdienst erzielt haben. In vielen Fällen kann sich das Hobby, etwa der Blog oder auch das Hochladen von YouTube-Videos, auch zum Beruf entwickeln - oder zumindest als interessante Nebeneinkommensquelle.
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Wer im Internet Geld verdient, muss die Einnahmen aber dennoch versteuern. Schlussendlich sind Einnahmen, ganz egal, wie sie erzielt werden, immer als Einnahmen zu sehen. Anders hingegen, wenn man sein Glück im Online Casino versucht oder mit Bitcoin und Co. spekuliert. Hier gibt es Ausnahmen, die man ebenfalls kennen sollte.


Einnahmen und Ausgaben dokumentieren

Ob mit einem Blog, über Instagram, Facebook oder YouTube – heutzutage gibt es viele Wege, um im Internet Geld verdienen zu können. Da man keinen Fehler begehen möchte, der letztlich Geld kostet, ist es ratsam, im Vorfeld Informationen einzuholen bzw. einen Steuerberater zu kontaktieren, der sodann mit Rat und Tat zur Seite steht. Wichtig ist, dass man von Anfang an genau dokumentiert, wie viele Einnahmen man verbucht bzw. welche Ausgaben abzuziehen sind. Denn man darf nicht nur auf die Einnahmen Acht geben, sondern sollte auch Ausgaben, die mit der Tätigkeit in Verbindung stehen, von den Einkünften abziehen. Das schmälert den Gewinn und somit die Steuerlast.

Wer etwa einen Blog betreibt, bei dem es vorwiegend um die Ernährung geht, wobei hier auch immer wieder Rezepte wie Kochvideos hochgeladen werden, kann unter Umständen die Lebensmittelkosten, die für den Blog anfallen, von den Einnahmen abziehen. Bei einem Reiseblog wäre es sogar möglich, allfällige Reisekosten anzuführen – so würden Flugtickets, Unterkünfte wie auch die Versorgung vor Ort als gewinnmindern gewertet werden.


Müssen Krypto-Gewinne versteuert werden?

Mit Bitcoin Superstar spekulieren, wie es mit der Kryptowährung weitergeht? Das kann, sofern der Markt richtig eingeschätzt wird, für hohe Gewinne sorgen. Denn der Kryptomarkt ist ausgesprochen volatil – hier sind extreme Bewegungen möglich, sodass man mit geringem Kapitaleinsatz attraktive Gewinne verbuchen kann. Jedoch darf man nicht vergessen, dass es auch immer in die falsche Richtung gehen kann. Das heißt, es kann jederzeit zum Verlust kommen, sofern sich der Markt nicht wie gewünscht entwickelt.

Hat man vor mehr als einem Jahr sein Geld in Bitcoin und Co. investiert, also Coins über einen Marktplatz oder eine Kryptobörse erworben, so hat der Veräußerungsgewinn keine große Bedeutung mehr für den Staat. Denn nach einem Jahr ist der erzielte Gewinn steuerfrei, da die sogenannte Halte- bzw. Spekulationsfrist abgelaufen ist. Anders hingegen, wenn man mit den Kryptowährungen Zinsen erzielt hat – so ist auf den Zinsertrag die Abgeltungssteuer zu bezahlen. Des Weiteren kommt es zu einer Verlängerung der Spekulationsfrist – und zwar auf zehn Jahre.

Werden Bitcoin und Co. innerhalb der Spekulationsfrist veräußert, so geht es in weiterer Folge um die Frage, wie hoch der Gewinn ausgefallen ist. Liegt man für alle im Jahr erzielten Veräußerungsgeschäfte bei unter 600 Euro, so hat das keine Auswirkungen. Übersteigt man die Grenze von 600 Euro, so ist der gesamte Betrag zu versteuern – hier handelt es sich nämlich um eine Freigrenze und um keinen Freibetrag. Bei einem Freibetrag wäre nur jener Betrag relevant, der über der 600 Euro Grenze liegen würde.

Versucht man hingegen sein Glück im Online Casino, so handelt es sich bei dem Gewinn immer um den Nettobetrag. Hier gibt es keine Steuern zu berücksichtigen. Bei Sportwetten sieht die Sache etwas anders aus: Hier werden dem Spieler 5 Prozent des Gewinns abgezogen – der Abzug erfolgt automatisch.

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Steuerberater um Rat fragen

Ist man unsicher, inwiefern man seine erzielten Einnahmen versteuern muss, so ist es sehr wohl ratsam, einen Experten um Rat zu fragen. Geht es rein nur um das Thema Kryptowährungen, so ist hier jedoch Vorsicht geboten: Nicht jeder Steuerberater ist ein Experte auf diesem recht jungen Gebiet – aus diesem Grund ist es empfehlenswert, im Vorfeld nachzufragen, ob man bezüglich Kryptowährungen ebenfalls eine Beratung erwarten kann.