Vordergründig lässt sich vermuten, dass skandinavisches Design in Deutschland und vielen weiteren europäischen Ländern vor allem aufgrund des großen und preiswerten Angebotes eines großen aus Schweden stammenden Möbelhauses außerordentlich beliebt ist. Auch wenn dieses Haus mit seinen Angeboten tatsächlich zur Bekanntheit skandinavischer Möbel beiträgt, schätzen Haushalte in Deutschland nicht nur die günstigen Produkte der Kette, sondern bevorzugen oftmals auch hochwertige und hochpreisige Einrichtungsgegenstände bekannter Designer aus Skandinavien – und nicht nur das Interiour ist bei den Deutschen beliebt, mittlerweile hat sich dieser Trend sogar bis zum Hausbau etabliert.

Die Erschwinglichkeit skandinavischen Designs

Bereits in der frühen Nachkriegszeit waren die Möbel und weiteren Einrichtungsgegenstände des skandinavischen Designs nicht nur für reiche Bürger, sondern für alle Einwohner erschwinglich. Die im Vergleich zu italienischen oder auch deutschen Designermöbeln geringeren Anschaffungskosten gehören auch heute noch zu den Grundkennzeichen skandinavischer Einrichtungsgegenstände. Während das größte skandinavische Möbelhaus Designerartikel in hohen Stückzahlen anfertigen lässt und somit zu ungewöhnlich niedrigen Preisen vertreiben kann, bleibt bei den meisten Mitbewerbern der von vielen Käufern gewünschte Hauch von Exklusivität durch geringe Fertigungszahlen erhalten.

Möbel im skandinavischen Design sind schick und brauchbar

Über Möbelentwürfe deutscher und südeuropäischer Designer ist oft zu vernehmen, dass diese entweder phantasievolle Formen aufweisen oder sich für die tägliche Nutzung eignen, aber so gut wie nie beide wünschenswerten Eigenschaften miteinander kombinieren. Auch wenn dieser Ausspruch in seiner Absolutheit eine Übertreibung darstellt, enthält er mehr als einen wahren Kern, während skandinavische Designer sowohl auf das gute Aussehen als auch auf die praktische Verwendbarkeit ihrer Stücke achten. Damit folgt dieses klar der Aussage des Architekten Louis Sullivan “form follows function“.

Natürliche und einheimische Materialien

Skandinavische Möbel lassen sich mit gutem Gewissen kaufen, denn das für ihre Herstellung verwendete Holz stammt nicht aus dem Regenwald, sondern aus den großen nordeuropäischen Wäldern. Deren Bewirtschaftung erfolgt nach nachhaltigen Kriterien, die das regelmäßige Nachwachsen der benötigten Hölzer sicherstellen. Wer skandinavische Möbel kauft, erwirbt somit die Gewissheit, den Regenwald und andere Wälder, deren Hölzer im Vergleich zum Holzeinschlag langsam nachwachsen, zu schützen. Plastik kommt im skandinavischen Design zwar vor, die meisten Möbelhersteller verwenden es jedoch zurückhaltend und schützen auf diese Weise das Meer vor Verunreinigungen.
Und nicht nur bei Möbeln zeigt sich dieser Trend: Mittlerweile haben sich auch Anbieter etabliert, die Blockbohlenhäuser im skandinavischen Stil vertreiben. Diese nehmen nicht nur den Stil der nordischen Länder mit, sondern setzen auch auf nachhaltige Holzwirtschaft vor Ort.

Muster aus der Natur und fröhliche Farben

Skandinavische Designer bevorzugen Muster auf der Natur. Viele Möbel und Einrichtungsgegenstände zeigen Motive vom Meer sowie von Wäldern und Seen, die für die weiten Landschaften Skandinaviens typisch sind. Auch Tiermotive kommen häufig zur Anwendung, wobei die für Nordwesteuropa typischen Tierarten wie das Rentier und der Elch außerordentlich beliebt sind. Bei der Farbgebung fällt auf, dass skandinavische Designer eine Vorliebe für Pastelltöne und für kräftige Farben entwickelt haben, während sie graue und schwarze Töne zurückhaltend einsetzen. Die Farbauswahl bei Möbeln aus Skandinavien bildet einen Kontrast zu den langen und dunklen Wintern. Für die Einwohner der entsprechenden Länder ist das farbenfrohe Zuhause von großer Wichtigkeit, um sich während der Wintermonate behaglich zu fühlen. Die Vorliebe bunter Farben besteht nicht nur bei der Auswahl der Möbel, sondern setzt sich auch bei Wohnaccessoires wie Vasen und selbst bei Tellern und Tassen fort.