Contest der jungen Sänger- und Songschreiberszene

Es ist wieder hip oder es ist einfach nur so. Die akustische Musik und mit ihr das Bedürfnis nach guten Songs ist wieder da. So sieht man wieder vermehrt junge ambitionierte Musiker und Musikerinnen mit Akustikgitarren posieren und erlebt, dass von ihnen sensible Songmelancholiker und Barden wie Nick Drake, Johnny Cash und verwandte Künstler als Vorbilder genannt werden. In Musiksammlungen findet man Songs und Alben von Jack Johnson, Adam Green, vielleicht James Blunt. Eine neue moderne Akustikfolkszene ist gewachsen und sie nennt sich mancherorts, aus Amerika überliefert, unsinnigerweise „Antifolkszene“, nur, um sich formal von der Musik der Väter und Großväter abgrenzen zu können und damit zu sagen, wir machen zwar genau diese Musik, aber ganz anders, ganz neu. Egal, wenn Gutes daraus hervorgeht.
Zum Guten zählt sicherlich eine Plattform für strebsame Musiker der Akustikszene, die es seit zwei Jahren in Berlin gibt. Der Troubadour Contest bringt Sänger und Songschreiber zusammen, bei denen das Singen und das Schreiben von Songs im Mittelpunkt steht, ebenso die Vortragsweise in reduzierter Form zumeist mit Akustikgitarre oder Klavier, maximal in Dreierformation.
Beginnend im Oktober finden bis einschließlich März an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat die Vorausscheide im bestens geeigneten Jazzclub „Schlot“ statt, bei denen die Zeremoniemeisterin McKinley Black jeweils sechs Künstler vorstellt, die dem Publikum und der Jury ihre Songs vortragen. Der jeweilige Gewinner kommt ins Halbfinale und später mit Glück und vor allem Können ins Finale, das dann im Juni in der „Wabe“ vor den Finaljuroren Dirk Zöllner, Bettina Wegner und wieder dem Publikum als drittem Jurymitglied stattfindet. Neben Geldpreisen gehört zum Gewinn ein Auftritt bei der im September stattfindenden größten Popmusikmesse, der PopKomm.
Was diesen Contest so wohltuend von anderen reinen Werbeaktionen großer Konzerne, wie beispielsweise dem aufgeblasenen f6-Music Award unterscheidet, ist wohl das ehrliche Anliegen der Erfinderin und Macherin McKinley Black, die nicht mit dem Traum junger Musiker vom großen „Plattenvertrag“ spielt, sondern das Eigentliche zu fördern gedenkt. Nämlich, dass junge Musiker zusammenkommen, die es lieben, gute Songs zu machen und aufzuführen.
Für das Publikum gibt es vor allem Konzertabende mit vielen wunderschönen akustisch vorgetragenen Songs. Liebhaber solcher Musik sollten es nicht versäumen, einmal bei einem solchen Troubadour-Abend dabei zu sein.