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SUMMARY:Mein lieber Schwan
DESCRIPTION:Zeichnungen und Malerei\nvon Wolfgang Domröse \nDie fabelhafte Welt in den Bildern von Wolfgang Domröse tut mit dem Betrachter zweierlei: Sie entrückt ihn aus der Wirklichkeit\, um ihm andererseits listig\, humorvoll den Spiegel vorzuhalten. So stehen wir vor den Bildern des Chamäleons Rudi\, der tanzenden Hunde\, der Schildkröten\, des Einhorns\, der Schwäne und anderer seltsamer Wesen auf Rädern. Wir bewundern die leuchtende Farbigkeit\, schmunzeln über die skurrilen Zusammenstellungen und erkennen in manchem Gebilde vielleicht unsere eigenen Wünsche\, Vorstellungen und Anmaßungen\, die wir gerne verbergen oder auch offen zur Schau tragen. \nAber welcher Mittel bedient sich der Künstler\, wie arrangiert er seine Phantasiegebilde so überzeugend. Der Goldgrund hebt die Darstellung aus der Wirklichkeit heraus. Im Mittelalter verlieh er den religiösen Figuren ihre Aura und Weltentrücktheit. Wolfgang Domröse gibt als Material ausdrücklich Blattgold an\, sollten ihm seine Tiere heilig sein\, so wie den alten Ägyptern der Apis-Stier? Oder handelt es sich eher um ein profanes Bestiarium\, das sich ironische  Überhöhungen erlaubt. \nDer Künstler arbeitet mit der Silhouettenform\, die das charakteristische Profil hervorhebt und in leuchtender Farbe\, oft in Rot gehalten ist. Verlebendigt wird das ganze durch minutiöse Binnenstrukturen\, wie Ornamente\, Tupfen\, Punktierung oder Musterung.\nManche Tierfiguren laufen auf kleinen Rädern und erinnern an altes Kinderspielzeug\, das auf ein Brett montiert ist und das Kind hinter sich herziehen kann. Eine Frage sollte erlaubt sein: Besitzt der Künstler solche Spielzeugtiere – und weitaus interessanter\, geht er mit ihnen in seinem Kiez Johannisthal spazieren? Führt er sie aus auf einem Abendspaziergang vielleicht\, immerhin lautet ein Bild Nr. 23 „Wohin des Wegs zu später Stund“. \nÜberhaupt Johannisthal: Ort der Aviatiker\, der kühnen Männer (und Frauen) in den fliegenden Kisten\, von wo aus 1908  erstmals der alte Müggelturm umkreist wurde. Nomen est omen. Ein solcher Ort regt auch zu zeitgenössischen Höhenflügen und bildnerischen Reise-Abenteuern an\, wie die Objekte „Reisealtar“\, „Schuhe\, Füße“ und die mit Blattgold und Tusche bemalten Tüten „Robin Hood ohne Pfeil und Bogen“ oder „Robiniensamen treibt nach Helgoland“ zeigen. Es sind die Reisen eines Lebenskünstlers und Multitalents\, denn Wolfgang Domröse ist auch literarisch unterwegs. Seine Johannisthaler Aphorismen und Episteln sind literarische Fundstücke\, die den Figurenbildern durchaus verwandt sind.   \nKarla Bilang
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