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Pack ’was zu essen ein, wir fahren nach Brandenburg!

Der Sonne brennt, der Schweiß tropft und auf den Straßen Berlins herrschen höllische Temperaturen – klare Anzeichen für den Sommer in der Stadt. Für die meisten Berliner bedeutet das: Ab ins Wasser. In den Sommerbädern von Neukölln bis Tegel liegen die Menschen dicht gedrängt und erinnern mit ihrem öligen Glanz dezent an Sardinen in der Dose. Auch das Sommerbad in der Wuhlheide ist da nicht wirklich die Ausnahme. Dann doch lieber an den richtigen Strand, da hat man vielleicht noch eher die Möglichkeit, ein bisschen Abstand zwischen sich und seinen Sonnengecremten Nachbarn zu bekommen. Bis an die Badestrände der Ostsee ist es mit dem Zug zwar nicht weit, aber dennoch ist der Weg zum Meer zu lang. Viel näher liegen da die unzähligen Badeseen in Brandenburg. Ja, Brandenburg, denn wenn die Stadt sich aufheizt, scheut der gemeine Berliner auch den Weg nach JWD ins oft mitleidig belächelte Nachbarbundesland nicht. Warum? Weil die Berliner Badeseen im Sommer, und besonders während der Sommerferien, aus allen Nähten platzen. Während sich gefühlt die komplette Westhälfte der Stadt im Wannsee, Schlachtensee, an der Krummen Lanke und in der schmutzigen Havel ins kühle Nass flüchtet, schleppen sich die östlichen Bewohner an die Badestellen des Müggelsees. Dementsprechend voll ist es dort dann aber auch, weshalb die Badeseen in Brandenburg seit Generationen schwitzenden Hauptstädter anlocken.

 

Mit Schwimmflügel und Luftmatratze auf zur Landpartie

Ausgerüstet mit Picknickkorb, Strandmuschel und Decken rollt deshalb an den Wochenenden die Blechlawine aus der Stadt ins Umland, bevorzugt an den Liepnitzsee, den Bernsteinsee und den Summter See im Norden. Im Süden gehören Caputher See und Colpiner See sowie der Motzener See zu den schönsten Badesseen im Berliner Umland. An letzterem ist Deutschlands ältester FKK-Club zuhause, für die Mehrzahl der bekleidungsfreudigen Schwimmer gibt es aber auch andere Badestellen um den See herum. Wer nicht in ein Strandbad, sondern stattdessen an wilden Badebuchten sein Lager aufschlagen will, sollte vor allem eines sein: vorbreitet. Von Mückenspray und Sonnencreme bis Handtuch und ausreichend Proviant sollte man alles dabeihaben, denn was man vergessen hat, kann man nicht mal eben fix im Kiosk um die Ecke kaufen. Auf das Wassereis, ohne das kein Strandbadbesuch der Kindheit je ausgekommen ist, muss man auch verzichten. Auf die Luftmatratze, auf der man über das Wasser paddelt aber durchaus nicht. Die klassische Kautschukmatratze mit Baumwollbeschichtung ist und bleibt der verlässlichste Begleiter, besonders, wenn sie sich auch noch in einen Luftgepolsterten Sitz verwandeln lässt, so wie dieses Modell aus dem Onlineshop von Edinger. Aber Vorsicht: nicht einfach auf dem Wasser einschlafen, es droht akute Verbrennungsgefahr.

 

Schon rein statistisch betrachtet lohnt es sich, eine der 220 öffentlichen Badestellen an brandenburgischen Seen zu nutzen. Vor allem wenn man bedenkt, dass Berlin für seine 3,4 Millionen nur 28 offizielle Badeseen zu verbuchen hat. Wenn ein großer Teil der Brandenburger unter der Woche zum Arbeiten und Einkaufen in unser schönes Berlin kommt, dann ist es nur fair, sich mit einem platschnassen Gegenbesuch an heißen Sommerwochenenden zu revangieren. So macht man das doch unter guten Nachbarn, oder?

 

Foto: Matthias Vorbau


Jörn Paschke

Ein Beitrag von Jörn Paschke

Maulbeerurgestein, begnadeter Layouter mit Spitzenideen und Hang zur Englischen Schreibschrift. Ist schuld am Maulbeerblatt Zitat: „Print ist Krieg!“