Verwobene Geborgenheit
06. März um 19:00
Diese Ausstellung versammelt migrantische Künstlerinnen, die mit textilen Arbeiten Themen wie Schutz, Fürsorge, Mutterschaft und Zuflucht verhandeln. Stoffe, Fäden und Handarbeit werden zu Trägern von Erinnerung und Erfahrung, zu weichen Architekturen des Ankommens und Überlebens.
Die gezeigten Werke eint die Idee einer verwobenen Geborgenheit: einer Geborgenheit, die nicht gegeben ist, sondern entsteht durch Nähe, durch Sorgearbeit, durch das Verbinden von Fragmenten unterschiedlicher Herkunft. In den Textilien materialisieren sich Körperwissen, generationsübergreifende Praktiken und persönliche Geschichten. So wird das Textile zum Raum des Schutzes und der Beziehung, in dem Verletzlichkeit und Stärke untrennbar miteinander verflochten sind.
Die unterschiedlichen Perspektiven verweben sich zu einer gemeinsamen Vorstellung von Schutz und Zugehörigkeit. Obwohl die Künstlerinnen aus verschiedenen Teilen der Welt stammen, begegnen sie sich in Berlin – an einem Ort, den sie sich angeeignet haben, den sie ihr Zuhause nennen und den sie lieben gelernt haben.
Was sie verbindet, ist ein geteiltes Gefühl von Transformation und Geborgenheit. Ihre Arbeiten lassen innere Landschaften und wachsende Textilien miteinander verschmelzen, hervorgegangen aus dem Weiblichen, aus Mutterschaft und emotionaler Sicherheit; als behutsame Antwort auf die Erfahrung, die Schwierigkeit und die Fragilität des Migrierens.
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Helena Her ist eine mexikanische Künstlerin mit Sitz in Berlin. Ihre künstlerische Praxis speist sich aus dem sozialen Dialog und dem Wunsch, Risse im Alltäglichen zu öffnen, um vielfältige Lesarten von Wirklichkeit erfahrbar zu machen. Ihre Ausbildung absolvierte sie im Bereich Visuelle Kunst an der Escuela Nacional de Artes Plásticas (ENAP, UNAM) in Mexiko. 2014 schloss sie den Masterstudiengang Art in Public Spheres (Kunst im öffentlichen Raum) an der Hochschule Luzern – Design & Kunst in Luzern, Schweiz, ab. 2013 war sie Erasmus-Studentin an der Akademie der bildenden Künste Wien, Österreich.
Clara Joris ist eine spanische Künstlerin, deren Werke weltweit ausgestellt worden sind. Sie hat an mehreren Kunstresidenzen teilgenommen, war auf Biennalen und Kunstmessen vertreten und wurde mit mehreren Kunstpreisen ausgezeichnet. Die Künstlerin ist in Málaga geboren und studierte Bildende Künste an der Universidad Complutense de Madrid mit dem Schwerpunkt Malerei. Seit 1998, lebt und arbeitet die Künstlerin in Berlin.
Amelia Nin, geboren in Montevideo (Uruguay), lebt und arbeitet seit 2007 in Berlin. Sie studierte Textildesign an der Designschule der Universität von Uruguay. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt; sie nahm an Residenzen, Wettbewerben und Biennalen teil und wurde kürzlich mit dem zweiten Preis der XV Biennale Internazionale d’Arte Contemporanea di Firenze in der Kategorie Textile Art ausgezeichnet.
Marcela Sánchez, eine aus Chile stammende und in Berlin lebende Künstlerin, vereint in ihrem Werdegang eine außergewöhnliche Vielfalt an beruflicher und künstlerischer Ausbildung und Praxis. Sie begann mit einem Studium der Architektur an der Universität de Santiago de Chile, ergänzt durch einen Master in Grafik und Zeichnen and der Universidad de Chile. Ihr künstlerischer Weg nahm eine bedeutende Wendung im Jahr 2005, als sie nach Deutschland übersiedelte und bis 2011 einen weiteren Master in Bildender Kunst an der Alanus Hochschule in Bonn erlangte. Seit ihrer Niederlassung in Berlin im Jahr 2013 hat sich Marcela in der Kunstszene entfaltet und konzentriert sich auf Malerei, Druckgrafik und Textilarbeit.
