Diva in grau

Helga Paris, die Fotografin ist die Chronistin des langen ostdeutschen Nachkriegs. Über mehr als drei Jahrzehnte richtet sich ihr Blick auf die Menschen, die hier leben. Das Interesse und die Sympathie der Fotografin gehörten dem proletarischen Milieu der Großstadt: der herben, fast surrealen Schönheit der vom Krieg gezeichneten, ehemals bürgerlichen, nun proletarischen Straßenzüge und ihren […]

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Auswahl aus dem Chaos

Für Drehbuchautor Ulrich Plenzdorf und Regisseur Heiner Carow, für die Schauspieler Angelica Paula Domröse und Winfried Paul Glatzeder wurde der Film schon 1973 die ganz große Nummer – und ihre Namen von nun an sehr, sehr bekannt. Bekannt wurden auch die damals noch fern der Rockerrente paukenden Puhdys. Deren Legende begann quasi mit der von […]

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Unter neuen Menschen

Für den Wirt ist das nichts anderes als „westliche Unkultur“. Es wird ihm zu bunt. Er alarmiert die Genossen der Volkspolizei. Als die Jugendlichen abgeführt werden sollen, umstellen prompt einige hundert Camper die VP-Wache und machen ihrem Unmut Luft: „Kartoffeln könnt ihr nicht liefern, aber die Leute einsperren!“ Die Polizei ist nicht mehr Herr der […]

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… unterm Kirschenbaum vergraben.

Arbeit: das war der Tagebau. Dort fuhr er den Bagger. Und wenn er den nicht fuhr, dann zog er mit der Klampfe umher und sang. Oder er agitierte die Leute. Ging ihnen auf die Nerven: „ein junger Mann, der ganz putzige Texte schrieb und den sie alle Grigori Kossonossow nannten“, „ … einer, der arrogant […]

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450 Jahre Treptow, (Teil V)

„Eierhäuschen. Ich werde seitdem die Vorstellung von etwas Ovalem nicht los und werde wohl erst geheilt sein, wenn sich mir die so sonderbar benamste Spreeschönheit persönlich vorgestellt haben wird.“ Bitte sehr, lieber Herr Fontane: Bereits im „Reisetaschenbuch für Berlin“ aus dem Jahre 1831 steht zu lesen: „Eierhäuschen heisst ein Etablissement … an der Spree, unfern […]

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450 Jahre Treptow (IV)

Im Kur- und Badeort Jalta auf der Krim beraten die alliierten Staatschefs – der Amerikaner Roosevelt, der Brite Churchill und der Generalissimus der Sowjetunion, Josef Stalin – über die Zukunft des in Trümmern liegenden Deutschen Reiches. Es werden Besatzungszonen festgelegt und Teile vom Reichsgebiet getrennt, ein Kontrollrat soll gebildet und die Aburteilung der deutschen Kriegsverbrecher […]

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450 Jahre Treptow (Teil III)

  Der Berliner Magistrat als Gutsherr in Treptow verfügt im Jahr 1817 die Errichtung eines städtischen Gasthauses „in elegantem Style“. Am 11. Juni 1822 eröffnet das „Gasthaus an der Spree“, gilt fortan als schönstes Wirtshaus in der städtischen Umgebung Berlins und wird später unter Gastwirt Zenner legendär. Die Berliner ziehen mit Gondeln aus Moabit, mit […]

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450 Jahre Treptow (Teil II)

Die ganze Welt im Treptower Park Am 13. August 1892 verkündet der „Reichsanzeiger“: „Dem Plane einer Weltausstellung in Berlin wird von Reichs wegen nicht näher getreten.“ Damit hatte sich das Thema offensichtlich erledigt. So blieb dem „Verein Berliner Kaufleute und Industrieller“ nur die Ausrichtung einer „Berliner Gewerbeausstellung“. Im Hauptkatalog von 1896 wird das Ziel definiert, […]

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Der Tod eines Kronprinzen

Vor 40 Jahren, im März 1978, verschwand er mit lautem Knall von der Bühne der Weltpolitik: SED-Funktionär der ersten Stunde und weltgewandter Lebemann, raffinierter Diplomat, gerissener Geschäftsmann und designierter Nachfolger Honeckers: Wer war Werner Lamberz? Aus dem Neuen Deutschland berichtet In Leipzig versammelten sich unter den Klängen von Kampfliedern der Arbeiterklasse bei Schichtwechsel 1300 Mitarbeiter […]

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450 Jahre Treptow (I)

Abbildung: Hans Baluschek: Hier können Familien Kaffee kochen, Öl auf Leinwand, 1895   Vorbehaltlos schließe ich mich an dieser Stelle meinem Vorredner an! Allerdings möchte ich bemerken, dass der Blick meines Vorredners, des aller verehrtesten Herrn Tucholsky, Ihre geschätzte Aufmerksamkeit, liebe Leser, etwas zu streng wohl allein auf die unschönen anatomischen Merkwürdigkeiten Deutschlands in Geschichte […]

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Der Schauspieler Conrad Veidt

Muss man fragen: Kennen wir den Joker wirklich? „Diese schlanke, fast elegante magere Figur.  Dieser hohe Kopf mit seiner ausdrucksvoll formulierten Stirn. Die dämonisch tiefliegenden Augen, die befehlen wie sie stechen konnten. Die langen, männlich sensiblen Hände. Der Gestus von Unnahbarkeit, von Unheil, Herrschsucht und Faszination, den dieser Mann mit einer überredenden Selbstverständlichkeit ausübte – […]

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Rasputin

Der Schädel eingedrückt, das Gesicht grässlich entstellt, ein Auge ausgeschlagen, mit Wundmalen übersäht: So trieb der Tote im Packeis der Kleinen Newa an den Ufern des alten St. Petersburg. Als die Leiche geborgen wurde und der Fund bekannt ward unter den Leuten, kamen viele, viele Menschen an den Fluss, mit Eimern und mit Krügen, und […]

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Vermerk auf Tamara Danz

Es waren Hörspiele einer anderen DDR: „Zwischen Staub und Straßenlärm / Wächst ‘ne grüne Beule aus dem Stadtgedärm“. Auf der Suche nach etwas Warmen streicheln darin in falben Hausfluren „zwei schmale Jungenhände ihre Brust“. Und diese Kinder, die möchten nur raus hier: „In die warmen Länder würden sie so gerne fliehn / Die verlornen Kinder […]

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60 Jahre Sputnik

Sputnik I war gestartet. Das Zeitalter der Weltraumfahrt hatte begonnen Der Wettlauf zum Weltall war seit langem im Gange. Mit dem Ausscheiden des deutschen Kandidaten im Jahre 1945 eiferten sowjetische und US-amerikanische Militärs und Wissenschaftlicher im Zweikampf um den ersten Platz an der Sonne. Aus den deutschen Zentren der Raketentechnik, aus Peenemünde auf der Ostseeinsel […]

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Notizen zu Aljoscha Rompe – Funktionärskind, DDR-Punk und Rammstein-Geburtshelfer

Die Proletarier, die das Land beherrschen sollen, sind müde – und manchmal auch einfach nur betrunken. Anno 1983 singen Aljoscha, Paul und Flake ihre Melodie dazu. Die einen nennen es, wenn sie ihnen wohlgesinnt und gutmütig sind, ein Grölen. Für andere, die einen ernsthaften Rausch bevorzugen und Abstinenz sich sehnen von der heilen Welt der […]

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Der Betsaal – ein Schlachthaus

Hermann Göring, konkretisierte das Programm der neuen Herren am 3. März 1933: „Meine Maßnahmen werden nicht angekränkelt sein durch irgendwelche juristischen Bedenken. Meine Maßnahmen werden nicht angekränkelt sein durch irgendeine Bürokratie. Hier habe ich keine Gerechtigkeit zu üben, hier habe ich nur zu vernichten und auszurotten, weiter nichts! … Einen solchen Kampf führe ich nicht […]

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