Maulbeerblatt

Das Köpenicker Magazin für Erlesenes

Berlin, Köpenick, Friedrichshagen, Erkner, Schöneweide, Adlershof, Schöneiche, Hirschgarten, Müggelsee

Spannende Lokalnachrichten bieten Information und Reibung, pointierte Kolumnen sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Historische Themen stärken die Identität, Veranstaltungstipps und Erlesenes zum Hören, Sehen und Lesen vermitteln Orientierung. Interviews und Porträts geben interessante Einblicke. Entstanden ist das Magazin Maulbeerblatt in Berlin-Friedrichshagen, einem der glamourösen, liebenswerten Randbezirke der Hauptstadt, Teil Köpenicks, mit über 100 Jahren kreativer Vergangenheit von Wilhelm Bölsche über Johannes Bobrowski bis hin zu aktuellen Künstlern wie dem renommierten Regisseur Leander Haußmann. Das künstlerische Netzwerk um die elf62.net Grafik- und Textagentur strickt mit jeder Print- und Onlineausgabe neue Gewänder für das gar nicht graue Großstadtleben. Aus Berlin.

Zeitreisen

Tamara Danz in Farbe

Vermerk auf Tamara Danz

Es waren Hörspiele einer anderen DDR: „Zwischen Staub und Straßenlärm / Wächst ‘ne grüne Beule aus dem Stadtgedärm“. Auf der Suche nach etwas Warmen streicheln darin in falben Hausfluren „zwei schmale Jungenhände ihre Brust“. Und diese Kinder, die möchten nur raus hier: „In die warmen Länder würden sie so gerne fliehn / Die verlornen Kinder in den Straßen von Berlin.“ Auch ordinär kann es werden: ...Gib mir den Rest!


Der Sputnik fliegt durchs All

60 Jahre Sputnik

Gerade noch rechtzeitig kam die Agenturmeldung, um auf die Titelseiten am Samstagmorgen zu gelangen. „Ein jahrtausendealter Traum der Menschheit wurde Wirklichkeit“, jubilierte das Neue Deutschland. Eine „epochale Pioniertat der sozialistischen Wissenschaft“ wurde gefeiert und „das größte Ereignis der Neuzeit“, als am Freitag, dem 4. Oktober 1957, 22:28 Uhr Moskauer Ortszeit, vom Weltraumbahnhof Baikonur in der Kasachischen Sowjetrepublik eine Trägerrakete den ersten künstlichen Erdtrabanten in die ...Gib mir den Rest!


Aljoscha Rompe am Mikrofon

Notizen zu Aljoscha Rompe – Funktionärskind, DDR-Punk und Rammstein-Geburtshelfer

„Der Irre und die beiden Kinder“, so zischeln sie und drehen sich empört weg, wo die drei auftauchen. „Wir woll‘n immer artig sein, denn nur so hat man uns gerne“, brüllt Aljoscha, der Irre, den braven Leuten hinterdrein. Mit einem schrottreifen, zum Bandbus umfunktionierten Geldtransporter gehen sie on Tour und ziehen eine musikalische Schneise der Ekstase durch das wüste und lethargisch seinem Untergang mit Brigadeausflug ...Gib mir den Rest!


Marcel Piethe

Der Betsaal – ein Schlachthaus

Zur „Köpenicker Blutwoche“ im Jahr 1933 Adolf Hitler resümierte: „Ziel der Gesamtpolitik allein: …Völlige Umkehrung der gegenwärtigen innenpolitischen Zustände in Deutschland… Wer sich nicht bekehren läßt, muss gebeugt werden. Ausrottung des Marxismus mit Stumpf und Stiel. … Beseitigung des Krebsschadens der Demokratie!“ Hermann Göring, konkretisierte das Programm der neuen Herren am 3. März 1933: „Meine Maßnahmen werden nicht angekränkelt sein durch irgendwelche juristischen Bedenken. Meine Maßnahmen ...Gib mir den Rest!


Deutschland glüht wie Eisen

Du Wind musst wehen, du Sonne musst lachen, du Wasser musst blinken... / Dass er sich dem Kampf mit der See zuschwöre, wie der Knabe Hannibal dem Kampf mit Rom! / Denn navigare necesse est…!“ So dichtete er – und so tat er auch, der Johann Wilhelm Kinau, wir kennen ihn oder vielmehr seinen Dichternamen: Gorch Fock. Gorch Fock, der Held, zog in den Krieg. Das ...Gib mir den Rest!


Ein Kuckuck bei Jenny und Karl

Ins gemachte Nest der Weltrevolution geschaut Jenny war die große Liebe seines Lebens. Jenny war eine von Westphalen, wurde im altmärkischen Salzwedel geboren und wuchs in Trier auf: Ihr Vater ein liberaler Aristokrat, ihre Mutter Caroline stammte aus dem Bürgertum. Jenny war gebildet, las philosophische Texte, lernte Englisch und Griechisch. Die Familie nahm am gesellschaftlichen Leben in Trier teil, die hübsche Jenny war sogar einmal Ballkönigin. ...Gib mir den Rest!


Friedrich der Große und Montezuma in der Oper

Friedrich der Große und Montezuma

Ein nicht ganz kultivierter Mexikaner und Friedrich II als Librettist Es gehört zum landläufigen Bild des Preußenkönigs, Friedrich II., er sei ein feinsinniger Monarch gewesen: Flöte spielend im Kreise erlesener Gesellschaft, Gedichte schreibend – und auch das „Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci“, festgehalten von Adolf Menzel, 1852, ein Erinnerungsort, nationales Gedächtnis. Bis in unsere Tage leitet es uns auf die Fährte dieses vorgeblich kulturhistorischen und ...Gib mir den Rest!


Jan van Leiden

Ein Heilsversprechen

„ … mit glühenden Zangen von den Knochen abgerissen.“ Bis zu jenem Tag, als Franz-Peter Tebartz van Elst den grandiosen Gedanken entwickelte, sich einen nicht ganz preiswerten Diözesanepalast errichten zu lassen, hatte im Münsterland auch die katholische Kirche noch festen Boden unter den Füßen. Die Gotteshäuser waren – vergleichsweise und nicht nur an Weihnachten – gut gefüllt, es wurde unter den Menschen im Westfälischen mehrheitlich katholisch ...Gib mir den Rest!


wolf biermann

Ich bin ein Wolf

Es sei beinahe infam, ihn nicht zu kennen, mögen einige sagen. Es ist der Ausweis von gutem Geschmack, ihn nicht zu mögen, werden andere meinen. Er sei ein personifizierter Augenblick der Geschichte unseres vorigen Jahrhunderts, verkünden Elogen. Er selbst betrachtet sich und sagt: „Ich bin ein Wolf – und bin bis jetzt nie Hund geworden.“ Biermann, 80 Jahre alt, war nicht lautlos, war sogar zu ...Gib mir den Rest!


bobrowski

Von der Beförderung der schönen Literatur und des schönen Trinkens

Der Dichter Johannes Bobrowski. Notiz zur Biographie. (Teil 2) Bobrowski war „nicht besonders groß, aber breit und gewichtig – 196 Pfund; ich erinnere mich daran, weil er einmal ausführlich erörterte, wie die vier auf die zwei Zentner ausstehenden Pfunde wohl zu erwerben seien. Dabei war er beweglich, ging schnell, bevorzugte Anzüge von väterlich bequemem Schnitt, in denen er förmlich turnen konnte“, erinnerte sich der Verleger Klaus ...Gib mir den Rest!


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