Ein Heilsversprechen

„ … mit glühenden Zangen von den Knochen abgerissen.“ Bis zu jenem Tag, als Franz-Peter Tebartz van Elst den grandiosen Gedanken entwickelte, sich einen nicht ganz preiswerten Diözesanepalast errichten zu lassen, hatte im Münsterland auch die katholische Kirche noch festen Boden unter den Füßen. Die Gotteshäuser waren – vergleichsweise und nicht nur an Weihnachten – […]

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Ich bin ein Wolf

Die fängt für ihn an irgendwo um den Hamburger Hafen, der Kommunist Dagobert Biermann, sein Vater, der den Waffengang für Führer, Volk und Vaterland sabotiert. Der Saboteur Biermann wird dafür im Gefängnis Fuhlsbüttel an die Kette gelegt und als er die Genossen nicht verrät, wird er als Jude in Auschwitz abgeliefert. In früher Kindheit kein […]

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Von der Beförderung der schönen Literatur und des schönen Trinkens

Der Dichter Johannes Bobrowski. Notiz zur Biographie. (Teil 2) Bobrowski war „nicht besonders groß, aber breit und gewichtig – 196 Pfund; ich erinnere mich daran, weil er einmal ausführlich erörterte, wie die vier auf die zwei Zentner ausstehenden Pfunde wohl zu erwerben seien. Dabei war er beweglich, ging schnell, bevorzugte Anzüge von väterlich bequemem Schnitt, […]

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…Küsten der Finsternis… darüber die Feuer der Sterne

Der Dichter Johannes Bobrowski. Notizen zur Biographie. (Teil 1) Bobrowski: „Zu schreiben habe ich begonnen am Ilmensee 1941, über russische Landschaft, aber als Fremder, als Deutscher … Ich stamme aus einer Gegend, in der die Deutschen mit ihren Nachbarn durcheinander und miteinander gelebt haben … Ich habe dort das noch vor Augen geführt bekommen, was […]

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Sonnenvogel

Eine Passage zu Henning Hermann Robert Karl von Tresckow Der Legende nach kamen sie aus Sachsen, das Burglehn Tresckow bei Belgern war ihr erstes Eigen. Im November 1336: Hinricus Treskowe auf Buckow, die erste urkundliche Erwähnung der Familie im Brandenburgischen. Das Stammhaus der von Tresckow im Ruppiner Land ist heute ein Ortsteil der Stadt Neuruppin. […]

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Wem gehört die Welt?

An der Großen Krampe liegt Kuhle Wampe. Die Große Krampe ist eine lang gezogene Bucht der Dahme nahe Müggelheim. Der Zeltplatz am Ufer der Großen Krampe trägt den Namen Kuhle Wampe. Einen Zeltplatz gibt es dort seit beinahe 100 Jahren. Bereits um 1920 übernahmen Köpenicker Naturfreunde zwei ausgediente und noch heute erhaltene Fischerhütten an der […]

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Picknick am Wegesrand

Dass der Berliner Südosten eine beliebte Ausflugsgegend ist, wussten offenbar schon die alten Germanen. Jedenfalls, wenn man dem Landschaftsmaler Carl Blechen Glauben schenken darf. Der verkannte Malerfürst ließ bereits den Stamm der Semnonen (die späteren Schwaben!) am Müggelgestade Rast einlegen… „Eine an sich unerfreuliche Gegend in das Gebiet schauerlicher Romantik“ erhoben zu haben, lobte der […]

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Her die Hände! – Zur Gründung der SED vor 70 Jahren.

Wer im momentanen Zustand der SPD ein Desaster erkennt, wer die Befürchtung trägt, die Partei im Taumel von einer Wahlniederlage zur nächsten im Chaos versinken zu sehen, dessen Hoffnung könnte ein Blick in die Geschichte sein. Denn vor 70 Jahren wurde die Partei schon einmal beinahe abgeschafft. Und das Ende vom beinahe Ende endete im […]

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Villa Charlotte. Das Gutshaus in Mahlsdorf.

Kurfürstlicher Herrensitz und Hurenstube. Es fehlen die großen Namen. Kein von Itzenplitz und kein von Bredow, hier saß kein Barfus, kein Putlitz und kein Zieten. Es mag gegen Anfang des Jahres 1345 gewesen sein, dass der Ritter Thyle Ryteling den Ort Malterstorp auf dem Barnim an den Ritter Otto von Kethelitz verkauft hat. Am 25. […]

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Blutiger Valentinstag

Tragödie auf Schloss Kleppelsdorf.  Es ist angerichtet: Das Entree leichtverdaulich kommt noch als Daily Soup daher. Ein Doppelmord; Milieu: Rittergutsbesitzer, Welt der schnellen Autos, der schnellen Abenteuer und der schnellen Bankrotte: der Handlungsort: ein Schloss jwd. Der Hauptgang ist dann etwas für den Kenner: Beigeschmack antike Tragödie. Der Abgang: bittere Groteske. Entree: Schloss Kleppelsdorf liegt […]

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Ein Halleluja auf Erbsbär & Co.

Wisst ihr noch, damals? Weihnachten war ein fröhliches Fest. Ausgelassen wurde gefeiert. So jedenfalls hat mir meine Großmutter berichtet und die wusste es von der ihren. (Und das ist jetzt kein Spruch, das ist wirklich so.) Meine Oma hat mir erzählt, wie ihre Oma ihr erzählt hat, von der Zeit, als sie – also meine […]

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Ein Schöneweider Schöpfergeist

Zum Tod von Gert Natschinski Alle sangen sie die Melodien seiner Lieder: Als junge Pioniere schmetterten sie: „Die Heimat hat sich schön gemacht“ und später waren sie „Zwei gute Freunde“, wenn Fred Frohberg den populärsten seiner Schlager flötete. 80 000 gerieten anno 1960 beinahe aus dem Häuschen, als Bärbel Wachholz während einer Stadionrevue in Leipzig […]

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Die Berliner Erklärung

Im Tagesbefehl vom 16. April 1945 verkündet der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Adolf Hitler: „Zum letzten Mal ist der jüdisch-bolschewistische Todfeind mit seinen Massen zum Angriff angetreten. Er versucht, Deutschland zu zertrümmern und unser Volk auszurotten. Ihr Soldaten aus dem Osten wisst, welches Schicksal vor allem den deutschen Frauen, Mädchen und Kindern droht. Während die alten […]

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Schweineköpfe für die Globalisierung

Zur Geschichte des Valentinstages Kreativität bei der Erklärung des Brauchtums ist von Historikern verlangt. Wir fassen zusammen: Der 14. Februar ist einem Mann dieses Namens Valentin geweiht, der Bischof von Terni gewesen sein soll. Als solcher fand er es unpassend, wenn die Römer am eben diesem Tag zum Fest der Juno, Gattin des Jupiter, Beschützerin […]

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Freude, schöner Götterfunke

Der Sex-Terror (an Heilig Abend) oder die Umdeutung der Lust. Magnus Hirschfeld, Pionier der Sexualwissenschaft, frohlockte im Jahre 1921 angesichts der Fromm’schen Ware, „wie viele Krankheits- und Menschheitskeime durch diese Fabrikate im Keime erstickt worden“. Und der Nationalökonom Julius Wolf konstatiert seinerzeit, dass “die fortschreitende Kenntnis der Mittel der Geburtenverhinderung, ihre fortschreitende technische ‘Entfaltung’, endlich […]

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Ein Frommer Wunsch

Im Scheunenviertel der Reichshauptstadt niedergelassen, gehört die neunköpfige Familie Fromm zum jüdischen Subproletariat, dreht Zigaretten in Heimarbeit und verkauft diese des Nächtens in den Spielunken zwischen Mulackstraße und Alexanderplatz. Erst stirbt der Vater, bald darauf die Mutter und Israel muss allein für seine sechs jüngeren Geschwister sorgen. Das spornt seine Tatkraft an. Er besucht Abendkurse […]

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