Leben und Werk der Fotografin Helga Paris

Ost-Berlin, November 1989. Wendezeit. Helga Paris gewährt Einblick in ihr Leben, ihren Alltag, ihr Zuhause. Für eine Reportage öffnet die Fotografin ihre Wohnung, entschuldigt die Unordnung: „Ich räume auf.“ Im Flur türmen sich aussortierte alte Kleider; im Wohnzimmer stapelweise Bücher auf dem Boden. Tische und Regale quellen über: Zeitungen, Papiere, Resolutionen. Daneben die Verfassung der […]

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Sommerszenen vom Untergang einer unheilen Welt

Das Vorspiel Als Dziuba beginnt, sich mit dem Stoff der „Verbotenen Liebe“zu beschäftigen, war sein Gegenwartsfilm „Erscheinen Pflicht“ auf die Leinwände der DDR gelangt. Das war 1984 – und die Irritationen waren erheblich. In der sogenannten „Spielstelle Eins“, dem Kino der abgeschirmten Regierungs-Waldsiedlung in Wandlitz, haderte der Staatsratsvorsitzende und Parteichef, Erich Honecker – und war […]

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Sonnenvogel

Von preußisch-altmärkischem Adel Im Zeichen der rechtsgekehrten schwarzen Entenköpfe auf silbernen Grund bewirtschaftete die Familie manche Ländereien im Magdeburgischen und in der Neumark, in Ostpreußen, in Pommern und im Niederbarnim. Die meisten der Söhne wurden Offiziere. Als solche dienten sie dem König von Polen und dem König von Preußen – und wer immer ihrer Dienste […]

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Fröhlich sein und Singen

Mit Furor war der große Krieg kaum sieben Jahre zuvor über das Land hinweggefegt und hatte Unterstes zuoberst gekehrt. Fort mit den Trümmern und was Neues hingebaut; um uns selber müssen wir uns selber kümmern. Und das tat sie, die deutsche Jugend – oder das, was von ihr übrig geblieben war, die Jugend, die nun […]

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Wilde Pferde

In der Kindheit lebt es sich einfach. Was immer du wolltest, ich kaufte es für dich. MICK JAGGER, KEITH RICHARD Der Stasioffizier sagt: „Sie haben selbst gesagt, Chris sei wie ein wildes Pferd. Sie wissen doch, was man mit solchen Pferden macht, oder?“ Die Mutter antwortet: „Man erschießt sie.“ Der Stasioffizier, er nickt. Der Tod […]

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„…in der ganzen Welt zu Hause, wo es Wolken und Vögel und Menschentränen gibt.“

Wer sich zur rechten Zeit am rechten Ort in das Habit der Rosa Luxemburg wirft, den umgibt die Aura revolutionärer Welterlösung. Auch 100 Jahre nach ihrem Tod ist ihre Wirkung nicht verblasst. Im Gegenteil. Radio-Features und Fernsehsendungen, Vortrags- und Gedenkveranstaltungen, Zeitungs- und Webpublikationen – ohne Ende würdigen sie die „Lichtfigur und Reizgestalt der Linken“, die […]

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Diva in grau

Helga Paris, die Fotografin ist die Chronistin des langen ostdeutschen Nachkriegs. Über mehr als drei Jahrzehnte richtet sich ihr Blick auf die Menschen, die hier leben. Das Interesse und die Sympathie der Fotografin gehörten dem proletarischen Milieu der Großstadt: der herben, fast surrealen Schönheit der vom Krieg gezeichneten, ehemals bürgerlichen, nun proletarischen Straßenzüge und ihren […]

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Auswahl aus dem Chaos

Für Drehbuchautor Ulrich Plenzdorf und Regisseur Heiner Carow, für die Schauspieler Angelica Paula Domröse und Winfried Paul Glatzeder wurde der Film schon 1973 die ganz große Nummer – und ihre Namen von nun an sehr, sehr bekannt. Bekannt wurden auch die damals noch fern der Rockerrente paukenden Puhdys. Deren Legende begann quasi mit der von […]

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Unter neuen Menschen

Für den Wirt ist das nichts anderes als „westliche Unkultur“. Es wird ihm zu bunt. Er alarmiert die Genossen der Volkspolizei. Als die Jugendlichen abgeführt werden sollen, umstellen prompt einige hundert Camper die VP-Wache und machen ihrem Unmut Luft: „Kartoffeln könnt ihr nicht liefern, aber die Leute einsperren!“ Die Polizei ist nicht mehr Herr der […]

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… unterm Kirschenbaum vergraben.

Arbeit: das war der Tagebau. Dort fuhr er den Bagger. Und wenn er den nicht fuhr, dann zog er mit der Klampfe umher und sang. Oder er agitierte die Leute. Ging ihnen auf die Nerven: „ein junger Mann, der ganz putzige Texte schrieb und den sie alle Grigori Kossonossow nannten“, „ … einer, der arrogant […]

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450 Jahre Treptow, (Teil V)

„Eierhäuschen. Ich werde seitdem die Vorstellung von etwas Ovalem nicht los und werde wohl erst geheilt sein, wenn sich mir die so sonderbar benamste Spreeschönheit persönlich vorgestellt haben wird.“ Bitte sehr, lieber Herr Fontane: Bereits im „Reisetaschenbuch für Berlin“ aus dem Jahre 1831 steht zu lesen: „Eierhäuschen heisst ein Etablissement … an der Spree, unfern […]

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450 Jahre Treptow (Teil III)

  Der Berliner Magistrat als Gutsherr in Treptow verfügt im Jahr 1817 die Errichtung eines städtischen Gasthauses „in elegantem Style“. Am 11. Juni 1822 eröffnet das „Gasthaus an der Spree“, gilt fortan als schönstes Wirtshaus in der städtischen Umgebung Berlins und wird später unter Gastwirt Zenner legendär. Die Berliner ziehen mit Gondeln aus Moabit, mit […]

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450 Jahre Treptow (Teil II)

Die ganze Welt im Treptower Park Am 13. August 1892 verkündet der „Reichsanzeiger“: „Dem Plane einer Weltausstellung in Berlin wird von Reichs wegen nicht näher getreten.“ Damit hatte sich das Thema offensichtlich erledigt. So blieb dem „Verein Berliner Kaufleute und Industrieller“ nur die Ausrichtung einer „Berliner Gewerbeausstellung“. Im Hauptkatalog von 1896 wird das Ziel definiert, […]

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Der Tod eines Kronprinzen

Aus dem Neuen Deutschland berichtet In Leipzig versammelten sich unter den Klängen von Kampfliedern der Arbeiterklasse bei Schichtwechsel 1300 Mitarbeiter des VEB Kombinat Polygraph in einer Montagehalle des Stammbetriebes. Im Namen der Partei- und Staatsführung verlieh Joachim Herrmann, Mitglied des Politbüros und Sekretär des Zentralkomitees der SED, dem Kombinat den Ehrennamen „Werner Lamberz“. Im Berliner […]

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450 Jahre Treptow (I)

Abbildung: Hans Baluschek: Hier können Familien Kaffee kochen, Öl auf Leinwand, 1895 Vorbehaltlos schließe ich mich an dieser Stelle meinem Vorredner an! Allerdings möchte ich bemerken, dass der Blick meines Vorredners, des aller verehrtesten Herrn Tucholsky, Ihre geschätzte Aufmerksamkeit, liebe Leser, etwas zu streng wohl allein auf die unschönen anatomischen Merkwürdigkeiten Deutschlands in Geschichte und […]

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Der Schauspieler Conrad Veidt

Muss man fragen: Kennen wir den Joker wirklich? „Diese schlanke, fast elegante magere Figur.  Dieser hohe Kopf mit seiner ausdrucksvoll formulierten Stirn. Die dämonisch tiefliegenden Augen, die befehlen wie sie stechen konnten. Die langen, männlich sensiblen Hände. Der Gestus von Unnahbarkeit, von Unheil, Herrschsucht und Faszination, den dieser Mann mit einer überredenden Selbstverständlichkeit ausübte – […]

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