Schweineköpfe für die Globalisierung

Zur Geschichte des Valentinstages Kreativität bei der Erklärung des Brauchtums ist von Historikern verlangt. Wir fassen zusammen: Der 14. Februar ist einem Mann dieses Namens Valentin geweiht, der Bischof von Terni gewesen sein soll. Als solcher fand er es unpassend, wenn die Römer am eben diesem Tag zum Fest der Juno, Gattin des Jupiter, Beschützerin […]

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Freude, schöner Götterfunke

Der Sex-Terror (an Heilig Abend) oder die Umdeutung der Lust. Magnus Hirschfeld, Pionier der Sexualwissenschaft, frohlockte im Jahre 1921 angesichts der Fromm’schen Ware, „wie viele Krankheits- und Menschheitskeime durch diese Fabrikate im Keime erstickt worden“. Und der Nationalökonom Julius Wolf konstatiert seinerzeit, dass “die fortschreitende Kenntnis der Mittel der Geburtenverhinderung, ihre fortschreitende technische ‘Entfaltung’, endlich […]

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Ein Frommer Wunsch

Im Scheunenviertel der Reichshauptstadt niedergelassen, gehört die neunköpfige Familie Fromm zum jüdischen Subproletariat, dreht Zigaretten in Heimarbeit und verkauft diese des Nächtens in den Spielunken zwischen Mulackstraße und Alexanderplatz. Erst stirbt der Vater, bald darauf die Mutter und Israel muss allein für seine sechs jüngeren Geschwister sorgen. Das spornt seine Tatkraft an. Er besucht Abendkurse […]

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Ein frommer Wunsch

Am Sexspiel wurde der moralische und zivilisatorische Zustand vergangener und gegenwärtiger Gesellschaften gemessen, Sex als omnipotente und omnipräsente Triebkraft der Geschichte festgestellt. Man entdeckte und beredete in Fachmagazinen und am Boulevard die geschlechtlichen Lebensäußerungen der Primitiven wie die heimlichen Gelüste und erotisch-pornographischen Zielsetzungen der bürgerlichen Welt; erkannte Repressionen und forderte Revolutionen, erfand Feminismen und Homophobien, […]

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Opferrollen Teil 2

In Quitzerow ist es, wie man sich Mecklenburg denkt: Weites Land, flaches Land, das fast an den tief hängenden Himmel stößt, die Dorfstraße in der Dämmerung liegt verlassen, auf den stillen Höfen hocken alte Frauen und Männer auf ihren Bänken, das alte Gutshaus verfällt unter alten Bäumen – viel Gegend wie gottverlassen. Gottverlassen in ihrer […]

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Opferrollen

Ein Protokoll aus Niflhel. Teil I. „Äußerst nett, freundlich und zuvorkommend“ soll er sein, meldet der Polizeifunk. Der Boulevard aber weiß es genau, was sich hinter der Maske verbirgt: ein „Ausbrecherkönig“, eine „Zeitbombe“, gar eine „Mordmaschine“. Denn wie der Polizeifunk richtig festhält, kann die Freundlichkeit „im gleichen Moment umschlagen in hohe Aggressivität und Gewalttätigkeit. Der […]

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Neues vom Dieter

(Fortsetzung Rahnsdorf Ripper, Ausgabe 73) Im Eigentlichen ist Dieter ein ordentlicher Mensch. Und daher mag er eindeutige Verhältnisse. Bunte Plastikanhänger an seinem Schlüsselbund, beispielsweise, verschaffen ihm Orientierung. Grüne, gelbe und blaue Schlüsselschildchen leiten ihn durch seinen Keller, weisen dem „Meister“ den Weg zum „Spezialbehandlungsraum für Sklavin“, wahlweise auch zum „Todestrakt“. Hier unter der Erde streckt […]

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Rahnsdorf Ripper

Der Mann ist klein. Die Kriminalisten sehen in ein früh alterndes Kindsgesicht. Nicht gerade helle blicken die jetzt verängstigten Augen daraus hervor. Was diese halbe Portion an Worten von sich gibt, ist eher sparsam an Umfang und Gehalt. Doch wie lange haben sie hier nach Dieter H. gesucht? Mehr als zwei Jahre hat dieses unscheinbare […]

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Gefangen im Schwanenhals

Ihre Gedichte waren politische Lyrik hier und dort poetische Naturbeschreibung. Die Texte ihrer Erzählungen sind so oft verstörende Zeugnisse einer biographischen Zerrissenheit, wie sie das vorige Jahrhundert in seinen Abgründen hortet; der Aufenthalt in einem irren Haus, nie wortgewaltig, doch immer kraftvoll und sinntragend. Wer kennt Helga M. Novak, die Dichterin? Auf der Suche nach […]

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Paul Ogorzow – Der Berliner S-Bahnmörder

„Ich glaube mich nicht zu täuschen, daß die Karlshorster Umgebung seit Jahren eine Art Zentrum einer ganzen Reihe von Sittlichkeitsverbrechen recht übler Art ist“, konstatierte der Kriminalrat. Er und seine Kollegen hatten gerade eine Menge Ärger am Hals. Selbst im Reichskriminalhauptamt am Werderschen Markt würde man den nächsten Monaten ins Rotieren kommen wie selten zu […]

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Die Brüder Götze

Raub und Mord in Köpenick und anderswo Den Komplizen erschossen und im Müggelsee „versengt mit Seil beschwert“ zu haben – das hätte der Walter Götze den Kriminalern zu gerne weisgemacht. Die lasen mit Interesse und Genugtuung den Kassiber, dessen sie am dritten Verhandlungs-tag vor dem Berliner Sondergericht im Juni 1938 habhaft wurden. Das ihn selbst […]

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WAGNER IN RUSSLAND

Zum Abschluss unserer Beitragsreihe im Rahmen des Wagnerjahres 2013, beleuchtet Zeitreisen-Autor Marcel Piethe ein wenig bekanntes und bislang kaum erforschtes Kapitel aus dem Leben und Schaffen des Meisters Richard Wagner ist 24 Jahre alt und Bankrotteur. Der vormalige Musikdirektor aus Königsberg muss sich vor seinen Gläubigern in Sicherheit bringen. Im August 1837 trifft er in […]

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Ein altes Lied

Von der unruhevollen Jugend Der Gral: Den einen ist er die heilige Coquille, die das Blut des gekreuzigten Christus an jenem verhängnisvollen Karfreitag aufgenommen hat; den anderen ist der Gral jener Kelch des letzten Abendmahls, den Jesus seinen Jüngern reichte – doch egal wie, gemeinsam ist ihnen der Gral zum Mittelpunkt der Sehnsucht geworden. Der […]

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Kinderglück Königsheide Teil 2

In der zweiten Oktoberwoche des Jahres 1953 zogen die ersten Kinder in das neu erbaute Kinderheim in der Berliner Königsheide ein. Und genau 60 Jahre später werden viele der ehemaligen Bewohner dieses Jubiläum bei einer großen Festveranstaltung gemeinsam feiern. Eingeladen hat der im Dezember 2008 gegründete Verein ehemaliger Königsheider Heimkinder, Erzieher und Lehrer: der Königsheider […]

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Vom Kinderglück in der Königsheide, Teil 1

„Zur Hinterlassenschaft des Hitlerkrieges gehörten auch 400 Kinder, deren Eltern umgekommen waren und die zwischen den Trümmern Berlins … hausten … Der Magistrat von Groß-Berlin entschloß sich zu einem Erziehungswerk, das die Kinder für den Aufbau unserer Republik begeistern und das als ein Beispiel dastehen sollte für das fürsorgliche Verhältnis unseres Staates zu seiner Jugend.“ […]

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Blutzoll für die Freiheit?

Eine regionale Kriminalgeschichte aus dem Kalten Krieg Bei Erkner wollte er zuschlagen. Das Ziel: die Bahnlinie Berlin-Warschau-Moskau, das Opfer: der „Blaue Express“, Personenschnellzug von Berlin in die polnische Hauptstadt, mit Weiterfahrt nach Moskau. Für den 21. Februar 1952 hatte er den Anschlag vorgesehen. Zu dieser Zeit war er, Johann Burianek, bereits mit vielen Wassern des […]

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