Notizen zu Aljoscha Rompe – Funktionärskind, DDR-Punk und Rammstein-Geburtshelfer

Die Proletarier, die das Land beherrschen sollen, sind müde – und manchmal auch einfach nur betrunken. Anno 1983 singen Aljoscha, Paul und Flake ihre Melodie dazu. Die einen nennen es, wenn sie ihnen wohlgesinnt und gutmütig sind, ein Grölen. Für andere, die einen ernsthaften Rausch bevorzugen und Abstinenz sich sehnen von der heilen Welt der […]

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Der Betsaal – ein Schlachthaus

Hermann Göring, konkretisierte das Programm der neuen Herren am 3. März 1933: „Meine Maßnahmen werden nicht angekränkelt sein durch irgendwelche juristischen Bedenken. Meine Maßnahmen werden nicht angekränkelt sein durch irgendeine Bürokratie. Hier habe ich keine Gerechtigkeit zu üben, hier habe ich nur zu vernichten und auszurotten, weiter nichts! … Einen solchen Kampf führe ich nicht […]

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Deutschland glüht wie Eisen

„Du Wind musst wehen, du Sonne musst lachen, du Wasser musst blinken… / Dass er sich dem Kampf mit der See zuschwöre, wie der Knabe Hannibal dem Kampf mit Rom! / Denn navigare necesse est…!“ So dichtete er – und so tat er auch, der Johann Wilhelm Kinau, wir kennen ihn oder vielmehr seinen Dichternamen: […]

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Ein Kuckuck bei Jenny und Karl

Jenny war die große Liebe seines Lebens. Jenny war eine von Westphalen, wurde im altmärkischen Salzwedel geboren und wuchs in Trier auf: Ihr Vater ein liberaler Aristokrat, ihre Mutter Caroline stammte aus dem Bürgertum. Jenny war gebildet, las philosophische Texte, lernte Englisch und Griechisch. Die Familie nahm am gesellschaftlichen Leben in Trier teil, die hübsche […]

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Friedrich der Große und Montezuma

Ein nicht ganz kultivierter Mexikaner und Friedrich II als Librettist Es gehört zum landläufigen Bild des Preußenkönigs, Friedrich II., er sei ein feinsinniger Monarch gewesen: Flöte spielend im Kreise erlesener Gesellschaft, Gedichte schreibend – und auch das „Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci“, festgehalten von Adolf Menzel, 1852, ein Erinnerungsort, nationales Gedächtnis. Bis in unsere […]

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Ein Heilsversprechen

  Und nicht zuletzt damit dem auch für alle Zeiten so bliebe, baumeln für jedermann gut sichtbar bis an den heutigen Tag am hohen Turme zu St. Lamberti, was die alte Markt- und Bürgerkirche der Stadt Münster ist, drei Eisenkörbe im Wind. Darin zum Schauder und zum Schrecken für Generation aufgebahrt haben sie sich befunden, […]

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Ich bin ein Wolf

Die fängt für ihn an irgendwo um den Hamburger Hafen, der Kommunist Dagobert Biermann, sein Vater, der den Waffengang für Führer, Volk und Vaterland sabotiert. Der Saboteur Biermann wird dafür im Gefängnis Fuhlsbüttel an die Kette gelegt und als er die Genossen nicht verrät, wird er als Jude in Auschwitz abgeliefert. In früher Kindheit kein […]

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Von der Beförderung der schönen Literatur und des schönen Trinkens

Der Dichter Johannes Bobrowski. Notiz zur Biographie. (Teil 2) Bobrowski war „nicht besonders groß, aber breit und gewichtig – 196 Pfund; ich erinnere mich daran, weil er einmal ausführlich erörterte, wie die vier auf die zwei Zentner ausstehenden Pfunde wohl zu erwerben seien. Dabei war er beweglich, ging schnell, bevorzugte Anzüge von väterlich bequemem Schnitt, […]

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…Küsten der Finsternis… darüber die Feuer der Sterne

Der Dichter Johannes Bobrowski. Notizen zur Biographie. (Teil 1) Bobrowski: „Zu schreiben habe ich begonnen am Ilmensee 1941, über russische Landschaft, aber als Fremder, als Deutscher … Ich stamme aus einer Gegend, in der die Deutschen mit ihren Nachbarn durcheinander und miteinander gelebt haben … Ich habe dort das noch vor Augen geführt bekommen, was […]

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Wem gehört die Welt?

Später in der DDR entstand hier ein Kinderferienlager, gehörte das Gelände als „Station junger Naturforscher“ zum Pionierpark „Ernst Thälmann“, wurde das Areal erweitert zu einem Jugendcampingplatz mit dem schmissigen Namen “I/10”, auf dem im Jahre 1972 bis zu 750 junge Menschen ihre Zelte aufschlagen konnten. Heute residieren der Zeltsportverein Seddiner Zeltler Köpenick, die Sportgemeinschaft Empor […]

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Picknick am Wegesrand

Dass der Berliner Südosten eine beliebte Ausflugsgegend ist, wussten offenbar schon die alten Germanen. Jedenfalls, wenn man dem Landschaftsmaler Carl Blechen Glauben schenken darf. Der verkannte Malerfürst ließ bereits den Stamm der Semnonen (die späteren Schwaben!) am Müggelgestade Rast einlegen… „Eine an sich unerfreuliche Gegend in das Gebiet schauerlicher Romantik“ erhoben zu haben, lobte der […]

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Her die Hände!

Die Macht erodiert. Die Mauer ist seit vier Wochen offen, die Partei, die SED, ist faktisch führungslos, als am Abend des 8. Dezember 1989 in der schmucklosen Dynamo- Sporthalle in Berlin-Hohenschönhausen 2147 Delegierte zum letzten Gefecht antreten: SED-Parteitag. Generalsekretär Egon Krenz ist zurückgetreten, das über Jahrzehnte allgewaltige Politbüro hat sich aufgelöst. In wenigen Monaten wird […]

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Villa Charlotte. Das Gutshaus in Mahlsdorf.

Kurfürstlicher Herrensitz und Hurenstube. Es fehlen die großen Namen. Kein von Itzenplitz und kein von Bredow, hier saß kein Barfus, kein Putlitz und kein Zieten. Es mag gegen Anfang des Jahres 1345 gewesen sein, dass der Ritter Thyle Ryteling den Ort Malterstorp auf dem Barnim an den Ritter Otto von Kethelitz verkauft hat. Am 25. […]

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Blutiger Valentinstag

Entree: Schloss Kleppelsdorf liegt an der Bober, in der Nähe des Städtchens Lähn, siebzehn Kilometer nordwestlich von Hirschberg – das ist heute nur noch Jelenia Gora. Das Schloss, es liegt in der schlesischen Landschaft, die Sommer sind damals noch heiß und staubig, die Winter noch kalt und voll Schnee. Die Menschen in dieser Gegend sind […]

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Ein Halleluja auf Erbsbär & Co.

Wisst ihr noch, damals? Weihnachten war ein fröhliches Fest. Ausgelassen wurde gefeiert. So jedenfalls hat mir meine Großmutter berichtet und die wusste es von der ihren. (Und das ist jetzt kein Spruch, das ist wirklich so.) Meine Oma hat mir erzählt, wie ihre Oma ihr erzählt hat, von der Zeit, als sie – also meine […]

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Ein Schöneweider Schöpfergeist

Zum Tod von Gert Natschinski Alle sangen sie die Melodien seiner Lieder: Als junge Pioniere schmetterten sie: „Die Heimat hat sich schön gemacht“ und später waren sie „Zwei gute Freunde“, wenn Fred Frohberg den populärsten seiner Schlager flötete. 80 000 gerieten anno 1960 beinahe aus dem Häuschen, als Bärbel Wachholz während einer Stadionrevue in Leipzig […]

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