Ronaldo oder Messi?

Tag 5 der 73. Berlinale 2023
Man muss nicht wegen der Filme zur Berlinale gehen. Dramaturgisch ebenso interessant sind die Fragerunden danach.
Foto: Nico Schmolke
In den so genannten Q&A‘s (Question and Ask) treffen aufgeregte bis aufgedrehte Regisseure (schon oft noch Männer) auf nervöse Fragestellerinnen mit abgebrochenem Film-Studium (alle Geschlechter). Ich würde die so entstehenden Konversationen gerne wiedergeben, es ist mir intellektuell jedoch kaum möglich.  Es fallen jedenfalls Begriffe wie „narrativ“, danach wird es schwierig. Nach dem Film „White Plastic Sky“ (Im Budapest des Jahres 2123 sind alle Pflanzen und Tiere tot und die Stadt existiert nur dank einer Glaskuppel und der Opferung aller Menschen jenseits von 50 Jahren - animiert, toll!) trägt sich Folgendes zu: Ein Mann sagt etwas, vermutlich ist es eine Frage, ich kann leider nicht folgen. Der Regisseur fragt den Moderator, was genau gefragt wurde. Dieser sagt: Es war jedenfalls auf Englisch. Tolle Dialoge, die keiner Drehbuchautorin so einfallen würden. Ein Glück ist die Berlinale ein Publikumsfestival. Es kommen auch ganz normale Leute. Jedenfalls solche, die für ein Ticket die mittlerweile 15 Euro erübrigen können. Eine solche Dame ist im Publikum von „Le Paradis“ dabei, ein herzzerreißend schöner Film über die Liebe von zwei Straftätern im französischen Jugendknast. Die Schlussszene, in der man einen der Protagonisten nur von hinten sieht, lässt die Frau nicht locker: „Sie müssen mir sagen, ob es William ist oder nicht. Denn wenn er es nicht ist, kann ich drei Nächte lang nicht schlafen.“ Hier trifft Kunst auf Wirklichkeit. Was Regisseure gerne offen lassen, Art-House-Film halt, macht einige Zuschauerinnen rasend. Kinder und Jugendliche lockern solche Runden dann auf. Ein Schüler will vom Regisseur des Knast-Liebesfilms wissen: „Wer ist der Beste, Ronaldo oder Messi?“ Die großen Fragen eben. Im Kino werden sie alle gestellt.

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