Alf wird Innenarchitekt

Alf Ator wird Innenarchitekt Ich habe etwas erfunden, das den Mietern niedriger Wohnungen die Lebensqualität sprichwörtlich erhöhen dürfte. Praktisch gesehen haben hohe Räume nur Nachteile. Sie sind aufwendiger zu beheizen, aufwendiger anzustreichen und zum Anbringen einer Lampe reicht ein Stuhl nicht mehr aus. Die wenigsten Menschen sind größer als 2 Meter, Ähnliches gilt für Schränke, also sind 2,50 m völlig okay. Doch der Anblick einer hohen Decke ist einfach wunderbar. Man fühlt sich sofort um einiges reicher. Leider ist man es nicht automatisch, so bleibt meist doch nur der Kaninchenverschlag. Meine Lösung: eine Kombination aus Spiegeln, speziellen Regalen, halben Säulen und Kronleuchter-Attrappen. Hier die Erklärung: Eine voll verspiegelte Decke wirkt eher verstörend. Man sieht Möbel über sich auf dem Kopf stehen. Um das zu verhindern, verspiegeln wir nur den Rand der Decke. 1 Meter von jeder Wand ist wahrscheinlich optimal. Wer eine 2 m hohe Schrankwand besitzt, hat Glück, ansonsten sollte man an alle Wände in 2 Metern Höhe ein Regalbrett anbringen und es oben weiß anstreichen. Steht man nun etwa in der Mitte des Raumes, sieht man im Spiegel die Oberseite der Schrankwand, welche in 3 Metern Höhe auf dem Kopf zu hängen scheint. Und eine weiße Fläche in 3 Metern Höhe ist einfach mal die Decke einer schicken Altbauwohnung. Je tiefer die Schrankwand, umso besser die Illusion. Der untere Rest der Schrankwand ist von den meisten Punkten des Raumes aus nicht mehr im Spiegel sichtbar, weil wir ja nicht die gesamte Decke verspiegeln. Und was geschieht nun mit dem Rest der Decke in der Mitte des Raumes? Nehmen wir mal ein typisches Plattenbau- Wohnzimmer von 4x4 Metern. Dann bleiben 2 Meter im Quadrat, die als großer Klotz scheinbar mitten im Raum herunterhängen. Bestücken wir diese Fläche aber mit unzähligen kleinen Lampen, sieht es aus wie ein gigantischer quadratischer Kronleuchter. Natürlich ist die Illusion nicht perfekt. Wer sucht, findet genug Positionen im Raum, wo der Trick auffliegt. Doch es entsteht ein latentes unterschwelliges „Yeah!“-Feeling. Wichtig: Über der Schrankwand ist nun scheinbar ein ganzer Meter Platz. Doch auch die real existierende Hälfte dürfen wir nicht zum Abstellen nutzen, da sich ja alles nach oben spiegeln würde. Stattdessen sollten durchgehende vertikale Strukturen den Übergang von realer Wand in deren Spiegelbild verschleiern. Ich würde mehrere halbe griechischen Säulen auf den Kopf stellen. Da sich unsere Augen tiefer als das Regalbrett befinden, sehen wir das Kapitell nur im Spiegelbild, und die Säule scheint einen ganzen Meter aus der Schrankwand herauszuragen. Yeah!

Portrait

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