Warum Menschen groß auf die Welt kommen und dann immer kleiner werden.

Die Gründe für dieses Naturphänomen liegen in der Evolution. Wäre es andersrum, hätte sich unsere Spezies niemals durchsetzen können.
Als Neugeborenes ist man völlig hilflos, kann sich weder selbst ernähren, noch jemanden um Unterstützung bitten. Wäre man dann auch noch sehr klein, bestünde die Gefahr, dass die Eltern und der Rest der Gruppe einen einfach übersehen und vergessen. Weil Babys aber so riesig sind, liegen sie quasi wie ein großes Mahnmal vor den Augen der anderen, als wollten sie sagen: Hier bin ich, kümmert euch! Und weil keiner dieses ohrenbetäubende Gebrüll aus einer gigantischen Babykehle erträgt, wird der Nachwuchs den ganzen Tag gefüttert und besänftigt, allein schon, damit man sich in Ruhe unterhalten kann.

Individuen von der Größe eines Meerschweinchens registriert man gar nicht beim Staubsaugen oder unter Kopfhörern.
Wenn die Kinder dann nach einigen Jahren endlich gelernt haben, wie man läuft, spricht und alleine isst, freut sich die Gemeinschaft, nicht mehr so viel um die Ohren zu haben. Man gibt dem Baby einen Klaps auf den Po, und es krabbelt in den Wald, um Beeren zu pflücken oder Hasen zu knabbern. Hier ist der im Vorteil, der etwas kleiner geworden ist. Wer drei Wildschweine erlegen muss, um satt zu werden, der hält nicht lange durch. Dazu kommt, dass man mit zunehmender Laufgeschwindigkeit auch eine Gefahr für die Umwelt bedeutet. Würden Vierjährige noch genauso groß sein wie Babys, wäre der Wald nach kurzer Zeit platt getrampelt, und wahrscheinlich auch noch einige Mitmenschen dazu. Als volljähriges Individuum hat man so einige Bedürfnisse bekommen, die befriedigt werden wollen: Teure Klamotten, geschmackvolle Luxuswohnungen und erlesenen Rotwein. Man muss kein Mathematikprofessor sein, um zu begreifen, wie teuer das alles für einen Riesen wäre. Aber glücklicherweise sind wir älteren Menschen klein, so dass uns ein paar Tropfen Rioja in einer Minivilla schon vollkommen glücklich machen. Ein kleines Goldkettchen ist billiger als ein großes. Der Platz auf der Erde ist begrenzt, alle wollen ein Wassergrundstück. Was wäre, wenn jeder einen ganzen See bräuchte, um angeben zu können? Wahrscheinlich wären die lvorkommen längst erschöpft, wenn wir alle mit Riesenautos in den Supermarkt fahren müssten.
Wer weiß, ob die Menschheit je ins Weltall hätte vordringen können, wären Juri Gagarin und Neil Armstrong so groß wie Babys gewesen! Jeder Krieg – nein, jedes Atomkraftwerk wäre gleich eine globale Bedrohung! Unsere schöne Erde sähe mittlerweile aus wie ein einziger gigantischer Friedhof, wenn man bedenkt, wie viele Menschen bisher schon gestorben sind.

Doch glücklicherweise passen Oma und Opa in eine Streichholzschachtel. Wie man sieht, ist der Schrumpfungsprozess im Leben eines Menschen eine evolutionäre Notwendigkeit, damit wir nicht schon nach wenigen Generationen unseren Lebensraum und damit uns selbst vernichten.


Alf Ator

Ein Beitrag von Alf Ator

im Nebenberuf Vater von Gott, Songschreiber und Keyboardsmasher bei der etwas anderen Boyband Knorkator. Zitat: „Frauen sind Männersache!“