meister„Kunst oder vom Küssen“ steht im Atelier von Sibylle Meister an einen Balken gekritzelt. Der Kuss der vielbeschworenen Muse? Im Gespräch mit der geborenen Köpenickerin, erhält der Besucher einen Einblick in ihre Arbeitsweise. Ihre Malerei kommt vom gegenständlichen Arbeiten. Farben werden lasierend aufgetragen, dann folgt Schicht um Schicht. Sie spachtelt, übermalt, kratzt, collagiert, so dass sich die Form als räumliche Struktur in mehreren Schichten vom Grund des Bildes aufbaut. Zeichnerische und malerische Elemente bestehen nebeneinander. Thematische Schwerpunkte sind Landschaften, Stadtbilder, Figuren/ Köpfe und Stillleben in Acryl, Öl und Gouache. Radierungen in verschiedenen Tiefdrucktechniken und Farbe. Die 1990 diplomierte Grafikerin lässt immer wieder typografische Elemente (meist auf Seidenpapier) in ihren Werken auftauchen. Der Müggelsee, an dessen Ufer sie ihr Atelier hat, ist immer wieder Inspiration und selbst Motiv der meist großformatigen Malereien. Daneben zeichnet und druckt sie weibliche Figuren und extrem schmale Akte in diversen Größen wie z.B. im Miniaturformat – sogar auf schon einem Paar Chopsticks wurden diese schon gesehen. Der Titel ihrer kommenden Einzelaustellung ist wasserfest. Am 09. März ist die Vernissage in der Galerie ICON, Veteranenstraße 22 in der Nähe vom Rosenthaler Platz. Dort werden ausschließlich neue Arbeiten auf Papier und Leinwand zu sehen sein.

Sibylle Meister, in Berlin geboren, lebt und arbeitet in Berlin-Friedrichshagen, Dipl.-Designerin, seit 1997 selbständige Malerin/Grafikerin, Dozentin; Mitglied im Verband Bildender Künstler Berlin, Mitglied der Produzentengalerie ICON (Foto: Frank Odening)


Matthias Vorbau

Ein Beitrag von Matthias Vorbau

Matthias Vorbau nennt sich Chefredakteur des Maulbeerblattes. Eigentlich ist er Kommunikationsdesigner mit Diplom. Zitat: "Das Leben zwingt einen zu zahlreichen freiwilligen Entscheidungen."