Radiolegende Tommy Wosch am 4. Oktober in der freiheit 15

Herr Wosch, hören Sie Radio?
Ja sehr viel. Da kann man wirklich viel lachen.

Ist das Medium Radio in Zeiten des Internets noch relevant?
Weiß ich nicht.

Kann man vom Moderieren leben?
Ja, aber nicht standesgemäß.

Was machen Sie noch schwarz nebenbei, um über die Runden zu kommen?
Schwarz mach ich gar nichts. Ich liebe mein Land und achte seine Regeln.

Käme Modeln für Sie in Frage? Oder Jury in einer Castingshow?
Am liebsten Jury in einer Modelshow.

Sie sind schon lange in Ihrem Beruf tätig. Wie hat sich Radio in der Zeit verändert?
Es wird immer beschissener, war aber früher auch schon ausreichend schlecht.

Ihr Name war lange Zeit mit einem Jugendsender des RBB verbunden. Wie hat sich dieser in Ihren Augen verändert?
Fritz gehört zu den wenigen Sendern in Deutschland, die es wenigstens noch versuchen.

Warum ist eigentlich bei Radio Energy schon wieder Schluss? Ist Ihre Art der Unterhaltung nicht mehr gefragt?
Wieso schon wieder? Eine Show, die zwei Jahre läuft, ist ja derzeit schon ein Dauerbrenner.

Hat das Radio Sie verändert? Und wenn ja, an welcher Stelle?
Es hat mir Selbstvertrauen gegeben. Radio und ich, das war die erste Sache, die so richtig geklappt hat.

In Ihren Sendungen und Shows scheint Ihnen wenig bis gar nichts peinlich zu sein. Hand aufs Herz: Was war für Sie die peinlichste Situation Ihrer Karriere?
Michi hat mal kurz vor einem Auftritt vor Nervosität in die Hose geschissen. Naja, eigentlich war das auch nicht peinlich, nur ekelhaft.

Sie haben das Berliner Radio geprägt wie nur wenige andere. Was haben Sie noch vor?
Im Frühjahr steht eine OP an. Ich werde mir den Penis chirurgisch verkleinern lassen. Danach sehen wir weiter.

Wird es je wieder ein Kneipenquiz geben?
Ist nicht geplant.

Was wird der Erkenntnisgewinn des Zuschauers sein, nachdem er Ihre Show in der Freiheit 15 gesehen hat?
Der Erkenntnisgewinn nach meinen Shows tendiert in der Regel gegen Null.

Sie sind bekennender Union Berlin-Fan. Hat die Mannschaft in der letzten Saison richtig gehandelt, als sie Energie Cottbus in der Zweiten Liga belassen hat? War es Ihrer Meinung nach überhaupt so?
Naja rein tatsächlich ist es ja so, dass wir Cottbus immer schlagen können, wenn wir es wollen. Den Rest können sie sich denken. Aber die Schiris haben auch brav mitgeholfen. Es wäre rein strategisch einfach dumm gewesen einen so treuen Punkteliferanten in die 3. Liga zu schicken.


Matthias Vorbau

Ein Beitrag von Matthias Vorbau

Matthias Vorbau nennt sich Chefredakteur des Maulbeerblattes. Eigentlich ist er Kommunikationsdesigner mit Diplom. Zitat: "Das Leben zwingt einen zu zahlreichen freiwilligen Entscheidungen."