Das Reden der Anderen

Beginnen tut diese Kolumne mit einer höflichen Anrede im besten Deutsch tum, äh, tun:
Sehr verdrehter Herr Koch, keine Ahnung, wie es ist, wenn einem permanent die Brille vor Blödheit beschlägt und man nicht mehr durchsieht; oder was es heißt, in einem so unbedeutenden Bundesland wie Hessen (nur ein bisschen) die Hosen anzuhaben und ansonsten einfach nur ein manikürter Lackaffe zu sein, dem offenbar der zwischen den Arschbacken verklebte Schlüpfer das Nachdenken unmöglich macht. Auf jeden Fall erst einmal Gratulanz zu Ihren diversen HERMANesken Fabulierungen und eine Rolle Toilettenpapier für Ihren geistigen Dünnschiss gratis. In Ihrem Fall verdirbt ja wohl bereits ein Koch den Brei! Nachdem nun geklärt ist, dass ich mit Ihnen einer Meinung bin, folgender Vorschlag: Kommen Sie doch mal raus aus Ihrem Pupsdorf, dann wüssten Sie, dass Jugendgewalt bereits ein Thema ist, seit Sie in der christlich orientierten Waldorfschule das Wort „Weltfrieden“ getanzt und mit Bachblüten-Limo auf die Gleichheit angestoßen haben.Es ist übrigens einfach nur peinlich, wenn das Nilpferd vom Ballett redet, hm? Und beim Thema Nilpferd klatsche ich eine Runde Sonderapplaus für Herrn Kohl, der Ihnen in Ihrem polemischen Verbal-Amok gerade offiziell den Rücken gestärkt hat. – Wer hätte das gedacht? Es ist mir persönlich im Übrigen alles andere als gleichgültig, wenn irgendwelche endorphingurgelnden Hirntoten die Straßen oder U-Bahnen als Wrestlingkäfige missbrauchen und vor allem, dass sie es dabei meistens auf Schwächere abgesehen haben. – Egal ist mir dabei allerdings vollkommen, ob sie mich auf katalonisch, innuit, schimpansisch oder in besoffenem Deutsch beschimpfen! – Denn jenseits aller Pauschalisierung sind die sogenannten „kriminellen Jugendlichen“ nicht mehr und nicht weniger als „die Jugendlichen im Allgemeinen“, die nicht im Heimatverein „Eisernes Kreuz“ volkstümelnde Weisen zur Laute singen bzw. in der Burschenschaft „Germania“ organisiert sind. Ich könnte Ihnen einen Abenteuer-Parcours durch die Stadtbezirke Berlins empfehlen – und bin mir dabei nicht sicher, ob Sie in eine Deutschlandfahne gewickelt in Neukölln oder Wedding mehr Probleme kriegen würden als von einer Toga umhüllt in Lichtenberg oder Pankow! (Um auch hier mal wieder die Klischees einfach so in den sinnfreien Raum zu stellen!) Es sprengt mir den Dreck unter den Nägeln, wenn Volks(ver)treter wie Sie vor Wahlen die eigene Perspektivlosigkeit in einem als Schlachtschiff angepinselten Appelkahn in brauner Soße umschiffen und dabei ein Saubermann-Grinsen an den Tag legen, dass es einem die kalte Kotze in die Nasennebenhöhlen drückt! Ich empfehle Ihnen nachhaltig einen Realitätskurs an der Schule „Alltag des kleinen Mannes“ oder ein Praktikum als Boxsack im Bootcamp von Volker Kannenberg! Denn Ihre Aussagen lassen nur den Rückschluss zu, dass ALLE Frauen schlecht Auto fahren, ALLE Politiker unfähig sind und ALLE Ossis kleine Pimmel haben. Mindestens die erste Behauptung verbitte ich mir aufs Deutlichste! Und am Ende noch ein Tipp: Hören Sie sich doch bitte einmal bewusst ihren hessischen Dialekt an – und da verlangen Sie von anderen, dass sie „richtig deutsch“ lernen?!? Ich sag nur: Glashaus, Herr Koch!

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