Spuckeblasen für Fortgeschrittene

Lange bevor ein Kind geboren wird, bekommt die werdende Mutter einen Vorgeschmack auf ihr eigenes Seniorenschicksal: Nachts muss man schwachblasig zig Mal raus. Um aufzustehen, bräuchte man ob der eingeschränkten Beweglichkeit eigentlich einen Zivi. Im Bad angekommen, wu?nscht man sich dann nichts sehnlicher als ein höhenverstellbares WC anstelle der standardmäßig eingebauten „Laurentia“-Schu?ssel. Gut, dass es Schwangerschaftsgymnastikkurse gibt, in denen man sich nicht nur u?ber seine Zipperlein unterhalten, sondern auch gleich den beanspruchten Beckenboden trainieren kann. Frauen, die schon einmal entbunden haben, machen hier den „Erstis“ richtig Mut: Der Haarausfall nach der Stillzeit wäre ganz normal und wenn die Muskeln „untenrum“ wieder an Ort und Stelle seien, könne man auch durchaus wieder an Sex denken – so 6 bis 10 Monate nach der Geburt des kleinen „Jungbrunnens“. Das alles klingt wenig erquicklich, geht aber voru?ber. Vorausgesetzt frau macht fleißig ihre Ru?ckbildungsu?bungen. Was mich motiviert, die auch wirklich zu machen? Na unser Gesundheitsminister! Also er jetzt nicht persönlich. Aber seine Politik. Die wird in Zukunft nämlich wohlmöglich dazu fu?hren, dass ich mir krank sein nicht mehr leisten kann. Und alt werden schon gar nicht. Damit dass nicht passiert, mache ich Unsterblichkeits-Sit-ups vor dem Porträt des Ministers. Eine gu?nstigeres und effektiveres Anti-Aging-Programm gibt es nicht. Das Kind, das ahnungslose, turnt u?brigens ganz gern mit. Es tut alles dafu?r, um gelenkig und geschmeidig zu sein. Trainingshalber steckt es sich auch schon mal beide Fu?ße gleichzeitig in den Mund. Die Kleine ahnt wohl, dass es schon jetzt in seine Fitness investieren muss. Und zum Abschluss der Turnstunde u?ben wir beide zusammen Spuckeblasen machen. Der ach so altkluge junge Minister wird dabei immer ziemlich nass. Ptsptsptssssss!

maulbeerblatt ausgabe 65 Editorial

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