Containerspiracy

Ganz anders als gedacht
Es war einmal ein kleiner Junge, und der hieß Paulchen. Paulchen war 3 Jahre alt und ging in den Kindergarten. Er hatte zwei Freunde: Ulli und Lasse. Eines Tages stand auf dem Hof des Kindergartens ein großer Container. Elke, die Erzieherin, erzählte den Kindern, dass ab morgen ein großer Bagger die alte Baracke abreißen wird, und dass der Schutt in den Container kommt. Und es ist natürlich verboten, in diesen Container oder gar auf den Bagger zu klettern, oder sonst irgendwie innerhalb des abgesperrten Bereichs zu spielen. Denn das ist gefährlich!
Vignette von Alf Ator
Vignette: Alf Ator
Lasse, ein Jahr älter als Paulchen, war natürlich sofort begeistert und wollte seine Freunde überreden, in den Container zu steigen: „Noch ist ja kein Schutt drin, es ist also gar nicht gefährlich.“ Aber Paulchen war vernünftig und sagte: „Nein, Elke hat das verboten.“ Auch Ulli lehnte ab: „Genau. Verboten.“ „Ihr seid Schisser!“ meinte Lasse. „Wovor habt ihr Angst? Dass Elke euch den Po voll haut? Das darf sie gar nicht. Haha!“ Ulli meinte: „Genau. Das darf sie gar nicht.“ Paulchen wusste das natürlich auch. Aber er wollte trotzdem nicht in den Container steigen. Lasse ließ nicht locker: „Wenn wir geschickt sind, merkt es gar keiner. Und dann kann auch keiner böse auf uns sein.“ „Doch“ sagte Paulchen, „der Weihnachtsmann. Der sieht alles. Und dann bekomme ich nichts zu Weihnachten.“ „Genau, der Weihnachtsmann!“ ergänzte Ulli. Lasse holte tief Luft: „Ich glaube, es ist an der Zeit, dass ihr die Wahrheit erfahrt. Den Weihnachtsmann … gibt es nicht.“ Ulli sagte: „Genau. Den Weihnachtsmann … Waaaaas?!“ und fing an zu weinen. „Du spinnst doch!“ erwiderte Paulchen. „Natürlich gibt es den Weihnachtsmann. Ich hab ihn selbst gesehen.“ „Ich auch!“ schluchzte Ulli. „Das denkt ihr.“ warf Lasse ein. „In Wirklichkeit hat sich bloß jemand als Weihnachtsmann verkleidet. Der Papa, der Opa, ein Nachbar, das ist immer so.“ „Immer? Wie meinst du das?“ fragte Paulchen. „Pass auf …“ Lasse setzte eine ernste Miene auf.
„Es handelt sich um eine riesengroße weltweite Verschwörung der Eltern, um die Kinder zu kontrollieren.“
„… um uns zu kontolomieren!“ sagt Ulli. „Völliger Schwachsinn!“ entgegnete Paulchen: „Warum sollten sie das tun? Das sind unsere Eltern! Die lieben uns!“ „Mag sein. Aber sie wollen auch, dass wir gehorchen. Und darum erfinden sie ein übernatürliches Wesen, das alles sieht, damit wir auch dann gehorchen, wenn sie mal nicht hingucken. Und der Weihnachtsmann hat auch gleich noch eine Rute, damit du nicht einmal auf deine Eltern sauer sein kannst, wenn du was auf den Po kriegst. Das ist genial. Perfide, aber genial.“ „Ach Quatsch, sowas würde doch niemals funktionieren!“ erwiderte Paulchen. „Da müssten ja ALLE Eltern eingeweiht sein. Die Gefahr wäre viel zu hoch, dass jemand auspackt.“ Lasse grinste überlegen: „Irgendwann erfährt man es ja auch. Aber erst, wenn man schon größer und völlig gehirngewaschen ist, dass man danach diese Maskerade für die Kleineren mitspielt.“ „Weißt du was?“ Paulchen wurde sauer.
„Du bist einfach nur ein Verschwörungstheoretiker!“
Ulli pflichtete bei: „Genau. Ein Verschwörungsthermometiker!“ Paulchen: „Wahrscheinlich glaubst du auch, dass die Erde flach ist, und dass die Regierung aus Krokodilen besteht. Haha!“ Lasse: „Dass gerade du mir Leichtgläubigkeit unterstellst, ist absurd. Du bist nämlich ein Verschwörungsleugner, so!“

Stille und Schweigen …

Dann flüsterte Ulli: „Also eigentlich würde ich ja trotzdem ganz gern in den Container klettern. Ich krieg sowieso immer nur Socken zu Weihnachten.“ Da hatte Lasse eine Idee: „Wisst ihr was? Wir zwingen Paulchen einfach mitzumachen. Dann ist er nicht schuld, und der Weihnachtsmann (oder wer auch immer dahintersteckt) kann ihn nicht bestrafen.“ „Genau, kann er nicht!“ ergänzte Ulli. Paulchen überlegte… „Das könnte funktionieren. Okay ich mach mit.“ Lasse: „Wie jetzt?“ Paulchen: „Ach nee, ich darf ja nicht wollen. Also nochmal: Nein, ich will nicht! Lasst mich in Ruhe!“ Ulli: „Genau, lass ihn in Ruhe! Ach nee: Halt die Fresse und mach mit! Sonst…“ Lasse:
„Sonst schlagen wir dich tot! (… sag ich jetzt einfach mal…)“
Und so kletterten die drei in den Container und hatten eine Menge Spaß. Doch am Ende wurden sie erwischt, Elke schimpfte eine halbe Stunde auf sie ein, erzählte alles den Eltern, und Paulchen, Lasse und Ulli bekamen nichts zu Weihnachten. Paulchen beteuerte zwar vehement, von Lasse und Ulli dazu gezwungen worden zu sein, doch es half nichts: Dieses Jahr gab es keine Geschenke. Er schlussfolgerte daraus, dass es den Weihnachtsmann wirklich geben musste, denn nur der konnte wissen, dass Paulchen gelogen hatte. Seine Eltern wären nämlich definitiv darauf reingefallen, da war er sich sicher. In Wirklichkeit hatten Ulli und Lasse die Sache auffliegen lassen, um nicht noch mehr Ärger zu bekommen.

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