Nicht um jeden Preis

Wer aus Köpenick kommt, Schachspieler und gleichzeitig Fußballfan ist, für den standen und stehen atemberaubende Trips an. Eigentlich sollte es hier nur um die Schach-WM gehen. Die beginnt am 11. November in New York. Doch zurück zum Auswärtsspiel der Unioner in Dortmund und die Hotelsuche dort. 14 Tage vorm Pokalhit im Reisebüro kein einziges Zimmer mehr und im Internet frech-dreiste Angebote. 255 Euro pro Nacht (2 Sterne) sieben Kilometer vom Stadion entfernt, 342 Euro im Zentrum (ohne Frühstück) und gar 1038 Euro in Hauptbahnhof-Nähe. Anruf an der Rezeption, ob das wirklich stimme. Antwort: „Ja, für diesen Preis richten wir ihnen die Junior-Suite her, ansonsten ist unser Haus ausgebucht. Neben Fußball haben wir in der Zeit noch zwei Messen.“ Optimistisch war die freundliche Telefonstimme jedoch nicht, die Suite zu diesem Kurs loszuwerden: „Für 1038 Euro hat hier noch nie ein Gast gebucht.“ Von der Provinz nach Manhattan, wo unter 250 Dollar pro Nacht auch nicht viel geht. Weltmeister Magnus Carlsen (25, Norwegen) verteidigt seinen Titel gegen den Krim-Russen Sergei Karjakin (26), Tickets für die erste Partie (100 Dollar) kamen gar nicht erst in den Handel. Zu groß ist offenbar der Ansturm geladener Gäste und Funktionäre, die aus der halben Welt eingeflogen werden. Macht nichts! Der WM- Veranstalter bietet online Live-Übertragungen an. Erstmals sind die Bilder allerdings nicht gratis. 15 Dollar kostet das gesamte Match (12 Partien) und versprochen sind technische Finessen, die es sonst nur bei der IFA gibt. Wählbare Kamera-Einstellungen, Panoramablick (360 Grad) in den Spielsaal, Übertragung in die Virtuell-Reality-Brille, dazu die Kommentare von Top-Großmeistern. Wenn’s klappt, ist hier das Geld gut angelegt … schach_98 A. Hesham - B.Amin, Baku 2016 Weiß am Zug gewinnt Auflösung #97:1. Tg7 Sg7 (Kf8 2. Tf7 Tf7 3. Dd2) 2. Df6 Kf8 3. Dg7 Ke7 4. Df6 Ke8 5.Dh8 Ke7 6. Da8

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