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In der Schach-Geschichte gab es so einige Denker, deren Figuren nicht einfach nur zogen, sie tanzten! Angriffskünstler wie die Ex-Weltmeister Alexander Al-jechin (1892-1946), Boris Spasski (77), Garri Kasparow (51): Die spielten ganze Generationen von Gegnern schwindelig, opferten mit leichter Hand Damen, Türme, Läufer, Springer, um den feindlichen König einzuzingeln. Attacke statt Zermürbung. Ex-Champion Mikhail Tal (1936–1992, aus Riga) konnte das ebenfalls. Mehr noch, er war wie ein Zauberer. Unglaubliche Risiken ging Tal ein, belebte die trockensten Stellungen, verwirrte, stellte Fallen, kreierte die irrsten Kombinationen.  Dazu die Kippe im Mund, ein stechender, undurchdringlicher Blick. Nur die besten Computer-Programme von heute könnten mit seiner Fantasie mithalten. Nicht ganz diese Liga war Kurt Richter (1900–1969) aus Karlshorst, der wegen seines kompromisslosen Schachstils auch der Scharfrichter von Berlin genannt wurde. Internationaler Meister (IM), zu seiner besten Zeit Platz 15 der Weltrangliste, Journalist, unpolitisch – auch bei ihm stürmten alle Steine volle Pulle nach vorne. IM Dr. Helmut Reefschläger (70, ehemaliger Nationalspieler) hatte mit beiden zu tun. Für ein neues Buch über Berliner Schachlegenden kommentierte er Richters Partien und gegen Michail Tal saß er selbst am Brett. Vor Ewigkeiten war’s – 1982. Erinnern kann sich Reefschläger dennoch genau: „Zu Beginn der Partie wirkte Tal hochkonzentriert und irgendwo im Mittelspiel habe ich einen kleinen Fehler gemacht. Danach schaute er kaum noch aufs Brett, spielte rasend schnell. Ich hatte nicht den Hauch einer Chance.“ Magisch eben…