Liebe Damen, Weihnachten naht in großen Schritten und da kann ja jeder einen guten Geschenk-Tipp gebrauchen. Kaufen Sie ihrem Göttergatten oder all den anderen Lieben bloß keinen Schach-Computer! Die gibt’s schon länger in vielerlei Variationen, einige geben sogar hämische Kommentare. Laut Umfragen glauben 98 Prozent der deutschen Männer, dass sie Schach können, aber das ist ein Irrtum. Keine Chance haben selbst geübte Vereinsspieler gegen Rechner. Was – je nach Charakter – zu ganz unterschiedlichen Reaktionen führen kann. Zu beobachten sind hochrote Köpfe, urplötzlich wortkarge Kerle, die still den Aus-Knopf drücken oder übellaunige Rowdys, die „Scheiß-Kiste“ brüllen, mit der Faust auf den Tisch schlagen und die gesamten Festtage nicht wahrhaben wollen und können, dass sie am Brett Verlierer-Typen sind. Glauben Sie mir, keine Königin hält das aus, unerträglich!

Vielleicht sollten sich alle schon jetzt überlegen, ob sie lieber Turm haben wollen oder Tanne. Groningen (Niederlande) zum Beispiel gibt Spielern die Chance zur Christbaum-Flucht. Dort startet ein Turnier am 21.Dezember, das erst kurz vor Silvester endet. Las Vegas (USA) bietet sich ebenfalls an. Auf dem Strip spielt Santa Claus keine Rolle und im Preistopf liegen üppige 120 000 Dollar. Erfurt beginnt am zweiten Weihnachtsfeiertag, genauso Böblingen. Wer Berlin nicht verlassen will, muss sich allerdings bis zum 27. Dezember gedulden. Zeitgleich starten zwei Turniere in den Rathäusern Spandau und Pankow. Beide in der Ankündigung mit dem Anspruch, international zu sein.

Frohes Fest!

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Kveinys-Ivanisevic, Team-EM Reykjavik November 2015
Weiß am Zug gewinnt


Lösung der Aufgabe aus Nr. 88:
1. Th5 Sf6 (… Df3 2. Th8 matt), 2. Th8 Ke7, 3. Lf6 nebst 4. Dg4