Ausgetüftelt von „Q“, was konnten sie nicht alles, die Uhren von James Bond. Radioaktivität messen („Feuerball“, 1965), Pistolenkugeln abwehren („Leben und Sterben lassen“, 1973) , Bomben fernzünden („Goldeneye“, 1995) und natürlich anzeigen, wem, welche Stunde geschlagen hat. Einer, der die Zeit am liebsten zurückdrehen würde, ist ausgerechnet Swatch-Chef Nick Hayek (60), zu dessen Imperium auch die 007-Marke Omega gehört. Hayek geht die Entwicklung bei den Smartwatches zu weit. Seine Firma, so Hayek, habe sich bewusst gegen Armbanduhren mit Computerfunktionen ausgesprochen: „Wir müssen ja nicht jedem Megatrend im Herdentrieb hinterherspringen. Ich persönlich möchte nicht, dass meine Blutdruck- und Blutzuckerwerte in einer Cloud oder auf Servern im Silicon Valley gespeichert sind.“ Dennoch sind einstige Film-Geheimdienst- Visionen heute längst Realtät geworden.

Das bekamen auch die 128 Schachspieler beim WM-Qualifikationsturnier „World Cup“ (2015) in Baku (Aserbaidschan) zu spüren. Um Betrug mit elektronischen Hilfsmitteln zu verhindern, verstärkte der Weltschachverband drastisch die Kontrollen. Nicht nur Smartphones und Armbanduhren waren tabu im Turniersaal. Auch Kugelschreiber, in denen eine Kamera versteckt sein könnte. Dazu Elektronik-Scanner am Eingang, Leibesvisitationen, zeitversetzte Übertragung der Partien ins Internet. USWeltklassemann Hikaru Nakamura (27): „Ein trauriger Tag fürs Schach.“ Ob die Sicherheitsmaßnahmen jetzt Standard sind, zeigt sich ab 9. Oktober in Berlin bei der Blitz- und Schnellschach-WM. Viel war bis Mitte September nicht über die bekannt. Gespielt werden soll in der „Bolle Meierei“ (10559 Berlin, Alt-Moabit 98).

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Schwarz am Zug gewinnt
Cori-Kramnik, World Cup 2015, Baku


Lösung der Aufgabe aus Nr. 86:
1 … Da2 2. Kc1 Da1 3. La1 Ta1 4. Kb2 Sd3 oder Sc4 matt