Michael Hacker
Der Sommerurlaub ist noch gar nicht so lang her, die mit seiner Hilfe erlangte Erholung jedoch beinahe schon hinüber. Es geht halt immer furchtbar schnell, dass der mit Aufgaben vollgestopfte Alltag den kürzlich noch so herrlich aufgefüllten Akku wieder leersaugt. Und schneller als angenommen ist er da: der Wunsch nach einer Auszeit.

Wohl dem, der eine solche solide zu planen imstande ist. Nicht jedem allerdings gelingt das so richtig gut. Viel zu häufig entfällt die Planungsphase komplett und es wird spontan gehandelt. So erlebe ich mehrmals täglich, wie es unbedarften Mitmenschen ausgerechnet am Ende einer Rolltreppe in den Sinn kommt, sich genau hier und jetzt eine Auszeit zu gönnen. Dies kann mitunter zu unschönen Karambolagen führen.

Es sind aber längst nicht nur Menschen, die plötzlich und unerwartet eine Ruhepause einlegen. Auffällig sind dieser Tage zum Beispiel Fahrradlampen, die offenbar aus einer Laune heraus entweder ihren Dienst eingestellt haben oder gleich ganz zu Hause geblieben sind. Auch hier ist die Unfallgefahr beinahe vorprogrammiert.

Als kürzlich mal der Büroaufzug stehen- und ein Kollege in ihm steckenblieb, war das für ihn zwar nicht allzu gefährlich, doch nahm er dieses Ereignis unverständlicherweise nicht als Auszeit, sondern als Ärgernis wahr. Der Aufzug hatte es ganz bestimmt nur gut gemeint.

Neulich war zu Hause die Batterie der analogen Kinderzimmeruhr erschöpft und die Uhr stand ein paar Tage still. 8 Uhr 43 zeigte sie an. Laut Kindermund, und schöner hätte ich es nicht sagen können, war das ihre Auszeit.

Nehmen Sie sich für die folgenden Beiträge gern auch eine.
Ihr Maulbeermeia


Meia

Ein Beitrag von Meia

Sternzeichen Schreibblock, studiert seit mehr als 75 Semestern Allgemeinbildung, ist verliebt in Friedrichshagen und kam wie die Jungfrau zum Blatt. Zitat: „Vielleicht bin ick nich schlau, aba klug bin ick nu ooch wieda nich."