Das Super-Raumschiff ist da!

Je weiter sich der Mensch in den Kosmos wagt, umso sorgfältiger muss er beim Bau des Raumschiffes sein. Bei einem kurzen Trip zur ISS kann man uns noch in kleine Kapseln stopfen, wo wir uns aus Tuben ernähren und schwerelos in Gummischläuche pullern. Aber wenn wir zu anderen Sternen reisen wollen, sollten wir es uns schon ein wenig gemütlich machen. Nicht allein, dass es ungesund wäre, sich jahrzehntelang Fast Food reinzustopfen.

Es wäre technisch gar nicht möglich, so viel Zeug einzupacken. Nein, in einem solchen Raumschiff müssten wir unsere Nahrung selbst anbauen können. Und zwar so viele verschiedene Sorten wie möglich. Aber wer bestäubt die Apfelblüten? Wer düngt die Kartoffelfelder? Will einer Reis? Champignons? Milch? Fischstäbchen? Wir sehen, es wird ein sehr großes Raumschiff sein müssen. Mit einem ausgeklügelten Nahrungs-, Luft- und Wasserkreislauf. Wie viele Menschen sollen eigentlich mitkommen? Mit nur ein paar Hundert Gestalten wären Zickenkriege vorprogrammiert. Und da wir ja von mehreren Generationen ausgehen müssen, die kommen und gehen, sollte man Inzucht vermeiden. Wir brauchen Platz für Zigtausende! Millionen! Das Sauerstoffproblem wäre bei ausreichender Vegetation gelöst. Aber woher nimmt man die Energie? Es müsste ein Fusionsreaktor sein. Wir bräuchten Schwerkraft und Schutz vor kosmischer Strahlung. Am besten wäre es, wenn man gar nicht das Gefühl hätte, in einem Raumschiff zu sein. Ziemlich aufwendiges Unterfangen. Aber was wäre, wenn ich euch sagen würde, dass so ein luxuriöses Raumschiff bereits existiert? Dieser High-Tech-Koloss heißt „Erde“ und bietet Platz für mehrere Milliarden Menschen. Es gibt Süß- und Salzwasser, unzählige Tier- und Pflanzenarten und ein Magnetfeld, das schädliche Strahlung abwehrt, so dass unser Überleben praktisch unbegrenzt gewährleistet ist. Ein riesiger Reaktor namens Sonne spendet mehr Energie, als wir jemals verbrauchen können. UND: Wir rasen mit etwa 300 km/s auf die Andromeda-Galaxie zu. Also keine Hektik! Es ist schon alles erledigt. Wir müssen nur noch warten. Lächerliche 4 Milliarden Jahre. Ach ja: Und unser Luxus-Schiff natürlich nicht kaputtmachen.


Alf Ator
Ein Beitrag von

im Nebenberuf Vater von Gott, Songschreiber und Keyboardsmasher bei der etwas anderen Boyband Knorkator. Zitat: „Frauen sind Männersache!“


Ähnliche Beiträge