Es lebe die Natur!

Einladung zur Pro-Umwelt-Non-Stop-Techno- Party
Die Natur zu lieben bedeutet vor allem, alles Künstliche abzulehnen. Vehement und mit Nachdruck! Wenn ich beispielsweise einen Ausflug um den Müggelsee mache, weigere ich mich, die hässlichen Teerstraßen zu benutzen, die rücksichtslos durch den schönen Wald gebombt wurden. Nein, ich will die Natur dort genießen, wo sie unberührt ist, will in Gebiete vordringen, wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist.

Nun, da ich mir schon wieder mein linkes Bein verknackst habe, bin ich derzeit nicht gut zu Fuß. Und mit dem Fahrrad ist es sehr mühsam über Stock und Stein. Deshalb habe ich mir einen Geländewagen zugelegt, der sich meisterhaft seinen Weg durch das Gestrüpp bahnt… Und wenn ich auf meiner Patrouille einen dieser widerlichen Pilzsammler erwische, die notorisch die Mittagsruhe der Uhus und Eichhörnchen stören, hupe ich das ganze Gesocks mit meinem extra dafür angefertigten 1500 Watt Megablaster in die Flucht.

Leider wurde mir diese Freude vor einer Woche genommen, als sich so ein beschissener Baum erdreistete, stärker zu sein als mein Jeep. Da saß ich nun mitten in dieser grünen Hölle und wäre wohl erfroren, wenn ich nicht geistesgegenwärtig das Benzin abgelassen und mir ein großes Lagerfeuer gemacht hätte. Was soll ich sagen? Naturburschen sind eben auch Überlebenskünstler! Inzwischen mache ich meine Ausflüge lieber AUF dem statt UM den Müggelsee. Und da ich diesmal wirklich nichts zu Hilfe nehmen will, das in irgendwelchen luftverpestenden und klimakillenden Fabriken entstand, fahre ich nicht mit einem Boot, sondern ganz ursprünglich mit einem Floß.

Das habe ich im Schweiße meines Angesichtes aus unzähligen wunderschönen bis zu 200 Jahre alten Bäumen gezimmert, die das Köpenicker Umland mir liebevoll bereitgestellt hatte. Und da ich möchte, dass möglichst viele Menschen genau wie ich den Weg zurück zur Natur finden, ist es das größte Floß der Welt geworden. Es bedeckt quasi die gesamte Fläche des Sees, auf den nun außerdem auch kilometerweit freie Sicht herrscht, und ihr seid alle herzlich zu meiner „Pro-Umwelt-Non-Stop-Techno- Party“ eingeladen.


Alfs Allerlei

Von Morallöchern und Arschaposteln

Es war einmal ein Planet, auf dem lebten genau zwei Arten von Lebewesen: Arschlöcher und Moralapostel. Arschlöcher...

Kais kleine Köpenick-Kolumne

Keine Macht dem Maulbeerblatt!

Für mich ist der Alltag um einiges gruseliger und erschreckender, als jeder Horrorfilm es sein könnte. „Freddy Krüger“? – Pillepalle gegen...

Carl Grouwet und Nico Schmolke im Rosengarten, Treptower Park Maulbärklipp

Ein Herz für die Kultur

Seine Wiege stand im flämischen Teil Belgiens. Carl Grouwet spricht vier Sprachen und ist seit 2013 auch deutscher Staatsbürger. 2019...