Bereits seit gefühlten dreieinhalb Monaten begegnen uns in den Kaufmannsläden der Stadt Aufsteller mit allerlei weihnachtlichen Leckereien. Jetzt könnte man meinen, damit würde nichts weiter als der größtmögliche Absatz an Marzipanbroten, Spekulatiuskeksen und Dominosteinen bezweckt, aber womöglich ist das zu einfach gedacht. Denn mal ernsthaft, wer kennt schon jemanden, der sich an spätsommerlichen Septembertagen heißhungrig sabbernd mit solcherlei Naschwerk eindeckt? Viel eher erlebt man doch diejenigen, die sich Jahr für Jahr über diese künstlich in die Länge gezogene Vorweihnachtszeit empören.
Hier aber kommt dann das äußerst altruistische, noble Ziel von Industrie und Handel zum Vorschein: wir sollen erinnert werden! Man kennt uns dort, man hört uns zu, und man möchte uns mittels dieses Zaunpfahlwinks mit Marzipansteinen, Spekulatiusbroten und Dominokeksen einzig dabei unterstützen, unseren im letzten Dezember getätigten Vorsatz umzusetzen. Damals, als wir uns in der wieder einmal viel zu plötzlich aufkommenden Hektik des Weihnachtsgeschenkeshoppens fest vornahmen, im nächsten Jahr dann aber wirklich mal eher damit anzufangen.
Dass dies hier und da dennoch einfach nicht gelingen mag, dafür können ja die Damen und Herren Kaufmannsleute nichts. Sie haben ihr Möglichstes getan. Und mehr noch: die Marzipankekse, Spekulatiussteine und Dominobrote bleiben obendrein so lange im Sortiment, bis man an gemütlichen Winterabenden tatsächlich Appetit darauf bekommt.
Wir wünschen eine stressarme, genussvolle Vorweihnachtszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein gesundes neues Jahr.
Alle Jahre wieder
Maulbeertipp
Die Borke lebt
Foto: Matti Fischer Nach dem pandemiebedingten Lockdown werden in der Gastronomie vielerorts die Karten neu gemischt. Restaurants mussten in den letzten...
Unterwegs
„Tranquillo“ in türkis
Gut 50 Jahre nach der Revolution durch die Bruder Fidel und Raúl Castro, Ernesto „Che“ Guevara...
Stadtentwicklung
Was kommmt vor und nach Köpenick?
Wie oft mir auch schon die Frage gestellt wurde, immer gebe ich die selbe Antwort: Ich wohne in Köpenick....
