maulbeerblatt ausgabe 62

Hugo Chavez ist noch nicht begraben, da hat schon ein anderer Südamerikaner auf dem Heiligen Stuhl Platz genommen, während David Bowie nach zehn langen Jahren ein neues Album heraus bringt, dass auch noch an seine Berliner Zeit erinnert, gerade als man hier dabei ist, mit Hilfe von David Hasselhoff die nationale Weihestätte Eastside Galerie zu retten. Während dessen rätselt die Wissenschaft über die eigentümliche DNA der Riesenkalmare, die immer auffallend ähnlich ist, auch wenn man zwei dieser geheimnisvollen Wesen an ganz anderen Enden der Welt aufspürt und zugleich fragen sich die Leute vor Kaiser’s, ob an Stelle von Schrör’s jemals wieder ein Biergarten eröffnet wird, warum in diesem Jahr die Grippe so furchtbar war und wann der Winter endlich ein Ende findet. Und obwohl aufgrund dieser Witterungslage die Berliner S-Bahn allein aus Sentimentalität ihre Runden dreht, hat man dennoch Hartmut Mehdorn mit der Rettung von Willy Brandt beauftragt. Als wäre das nicht schon schlimm genug, rätselt man nun in London, woran der verarmte russische Oligarch verstarb, kurz nachdem der zypriotische Finanzminister unverrichteter Dinge aus Moskau auf seine kleine Insel heimkehrte, wo die Menschen mit leeren Hosentaschen vor abgeschalteten Geldautomaten stehen und ganz sicher davon überzeugt sind, dass es sich bei all dem kaum um einen Zufall handeln kann.

Viel Vergnügen wünscht die Maulbeerblatt-Redaktion


Sebastian Köpcke

Ein Beitrag von Sebastian Köpcke

Grafiker, Illustrator, Kuriositätensammler und Ausstellungsmacher. Geistiger Vater von Müggula, dem Biest aus dem Müggelsee, und anderen schlimmen Abscheulichkeiten. Zitat: „Nicht über unseren Köpcke hinweg.“