Bildquelle: Annemarie Meißner

Als ich durch das Tor seines Grundstückes in der Rahnsdorfer Straße komme, räumt Steffen gerade sein Auto aus. Er schleppt verschiedene Möbel, Skulpturen und andere interessante Dinge auf den Hof. Gerade kommt er von der Aktion „Kunst Stoff Holz“ aus dem Grunewald zurück. Nichts von dem, was auf dem Hof steht, ist gerade. Die Dinge, die er baut, sind hauptsächlich aus Holz – so wie es gewachsen ist, in seiner rohen, wilden Form. Dazu gehören Stühle mit Namen wie Elfenthron oder Winterschlaf, Hocker, die zu laufen scheinen, Spiegel, in denen man sich erst auf den zweiten Blick erkennt, Holzstücke, die sich als Dosen entpuppen und geschnitzte Skulpturen aus Treibholz.

Steffen Klauke hat beruflich seit über 30 Jahren mit Holz zu tun. Als Waldarbeiter, Stühlebauer und vor allem Wildholzgestalter. Er lebt und arbeitet in Friedrichshagen und auf dem Kesselberg bei Erkner. Dort hat er ein großes Holzlager voller Äste und kleiner Stämme. Daraus sucht er sich beispielsweise Beine für einen Stuhl als Grundlage aus und dazu die passenden Äste als Verstrebungen. Einen konkreten Bauplan gibt es selten, vieles entwickelt sich während der Arbeit. Auch größere Projekte, wie verschiedene Dächer, Pavillons und eine Brücke, sind so entstanden.

Das Material, mit dem er arbeitet, findet er im Wald, an Seen, Flüssen und am Meer. Viele interessante Stücke bekommt er von Gartenbesitzern geschenkt, für die er Rankhilfen und Skulpturen gefertigt hat. Seit einiger Zeit bearbeitet er besonders schöne Fundstücke mit dem Messer. Es sieht aus, als sehe er bereits in der Form des Holzes das, was er später daraus schnitzt. Die Figuren, die entstehen, nennt er dann liebevoll seine „Gestalten“.

Dann fallen mir in einer Kiste Ringe und Ketten auf, die nicht aus Holz sind. Steffen erzählt mir, dass er auf seiner Reise durch Neuseeland die Kunst des Knochenschnitzens lernte. Seitdem sägt, schleift und schnitzt er verschiedene Schmuckstücke aus Knochen. Es ist interessant, wie das traditionelle Handwerk der Maoris und die Umsetzung der daraus entstandenen eigenen Kreationen bei uns aufgenommen werden.

Nach der Besichtigung der Werkstatt auf dem Kesselberg frage ich ihn nach seinem Lebensmotto. Seine Antwort kommt prompt: „The easy way is hard enough.“ Der einfache Weg ist schwer genug!