
Interview im Rahmen der Plakatkampagne bei SENECA INTENSIV Bildungsprogramme für künstlerische Bewegung
Wann und wo hast du deine nächsten Auftritte?
Im Moment konzentriere ich mich vor allem auf das Unterrichten, da ich es liebe, meine innovativen Tricks und Konzepte mit anderen zu teilen. Um diese für so viele Menschen wie möglich zugänglich zu machen, unterrichte ich vor allem online und filme Tutorials, die dann auf Patreon erhältlich sind. Die letzten Jahre bin ich auf der ganzen Welt aufgetreten und habe dazu noch Workshops unterrichtet, von Deutschland über Australien bis zu Japan war alles dabei.
Hast du eine Botschaft, die du gern mitteilen möchtest?
Gib nicht auf, glaub an dich und bleibe dran. Am allerwichtigsten ist, dass wir das, was wir können, miteinander teilen, um so als Community wachsen zu können.
Was bedeutet die Berliner Zirkusszene für dich?
Die Berliner Zirkusszene ist eine vielfältige Gemeinschaft, in der ich durch gegenseitige Unterstützung und mit gleichgesinnten Künstler*innen meine Ziele erreichen kann.
Was ist es, was du an deinem Beruf als Zirkusartist*in am meisten liebst, und was motiviert dich, in der Branche zu arbeiten?
Jonglage bedeutet alles für mich, in einer Intensität, die ich mir niemals hätte vorstellen können.
Was sind die größten Herausforderungen, mit denen du in deinem Beruf konfrontiert bist, und welche Unterstützung brauchst du, um diese zu bewältigen
Steigende Kosten und zu wenig Sichtbarkeit der Kunstform. Zum Beispiel Kampagnen wie diese, in der mehr Menschen vielfältige Formen von Zirkus kennenlernen.
Wie hat sich deine Perspektive auf die Zirkuskunst im Laufe deiner Karriere verändert, und was bedeutet dieser Beruf für dich persönlich?
Ab dem Tag, an dem ich zum ersten Mal Zirkus machen durfte, war mir klar, dass ich dies für den Rest meines Lebens machen möchte. Ich war elf Jahre alt und lebte in Frankreich, wo man schon in der Grundschule Zirkusshows sieht.
Welche Veränderungen oder Verbesserungen wünschst du dir für die Zirkusbranche, um die Arbeitsbedingungen und die Sichtbarkeit von Künstler*innen zu fördern?
Ich würde mich freuen, wenn es mehr gesellschaftliches Bewusstsein und Akzeptanz für zeitgenössischen Zirkus gäbe.
Das Projekt Circus Hub Berlin mit dem Teilprojekt „Act One – Kultur- und Arbeitsmarkt für Zirkus in Berlin (August 2025 – März 2026)“ untersucht erstmals die Berliner Zirkusszene systematisch. Ziel ist es, Arbeitssituation, Bedürfnisse und Chancen der Künstlerinnen zu erfassen, die Bedeutung der Zirkusszene für Berlin sichtbar zu machen und sie durch Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerke zu stärken. Fokus liegt auf Berliner Künstler*innen aus Zirkus und verwandten Bereichen, die auch überregional und international aktiv sind. Im Rahmen des Projekts ist für Januar 2026 eine großformatige Plakatkampagne unter dem Titel „Zirkus: Hier und Jetzt“ geplant, um die Vielfalt der Zirkusszene abzubilden, Zirkusprofis in Berlin zu unterstützen und ihnen neue Möglichkeiten zu eröffnen. Durch Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für die Kunstform sollen die Entwicklung der Zirkusszene gefördert und neue Zielgruppen erschlossen werden.
