Harald Moritz Beitragsbild

Hurra, Berlin ist gar nicht unregierbar!
Dies behaupten jedenfalls die Direktkandidaten des Bezirkes, die sich unseren Fragen gestellt haben. (AfD Kandidaten waren leider nicht zu erreichen.) Neben politischen Anliegen geht es auch um persönliche Vorlieben. Weitere Erkenntnisse aus der Maulbeer-Checklist: Nicht alle Kandidaten sind Fans des Plakatierens, mit 34 Millionen Euro ließe sich was bewegen und es gibt einen neuen Fussballverein. Lesen Sie hier in den folgenden Tagen bis zur Wahl exklusiv die ungestanzten Antworten der Bewerber um Ihre Stimme!

Heute: Harald Moritz, Bündnis 90/Die Grünen, Wahlkreis 1

Was tun Sie für den Weltfrieden?
Viele unserer alltäglichen Entscheidungen haben weltweit Auswirkungen auf das Leben von Menschen. Das beginnt bei der Frage, welche Lebensmittel wir kaufen, welche Produkte wir nutzen oder welche Rohstoffe wir verbrauchen. Oft führt der Konsum von vermeintlich billigen und schnell produzierten Gütern zu negativen Auswirkungen bei Menschen in anderen Ländern. Sei es die Produktion von Kaffee, Kakao, Rohstoffen für Smartphones oder Kleidung unter unmenschlichen Bedingungen. Diese menschenunwürdigen und unökologischen Bedingungen sind ungerecht, verletzen global gültige Menschenrechte, sorgen zusätzlich für Klimawandel und führen teils zu gewalttätigen Konflikten. Die Einhaltung von Menschenrechten und fairen Handelsbedingungen, Klimaschutz, nachhaltig gewonnene Rohstoffe und andere Konsumgewohnheiten können für die betroffenen Menschen einen großen Unterschied machen. Das kann Konflikte entschärfen und friedliches Zusammenleben fördern. Das beste daran: durch unsere Kaufentscheidungen haben wir großen Einfluss auf diese Entwicklungen. Deshalb unterstütze ich persönlich Fairen Handel und setze mich beispielsweise dafür ein, dass in Berlin ökologische und faire Kriterien bei der Vergabe öffentlicher Aufträge verbindlich eingehalten werden. Aber auch unfaire Handelsabkommen mit anderen Ländern müssen endlich gestoppt werden und so gestaltet werden, dass tatsächlich ein gerechter Welthandel aufgebaut werden kann. All das können Beiträge zu einer friedlicheren Welt sein.

Von Berlin wird gesagt, die Stadt sei unregierbar. Sehen Sie das auch so?
Berlin ist sicher nicht unregierbar, an vielen Stellen in unserer wunderbaren Stadt leben und arbeiten engagierte Menschen, die sich für ein besseres Berlin stark machen. Ich denke an viele engagierte Bürgerinnen und Bürger in Initiativen und Vereinen, u.a. aktiv bei der Unterstützung von Geflüchteten. Diese Menschen wollen nicht von oben regiert werden, sondern ihre Stadt mitgestalten. Wenn sie von oben herab regiert werden sollen, weckt das berechtigte Widerstände – ich denke beispielsweise an die erfolgreichen Volksentscheide der letzten Jahre – Wasser, Energie oder Tempelhofes Feld. Ich denke bei der Frage aber auch an viele engagierte Menschen in der Verwaltung Berlins. Die Leute, die dort arbeiten sind nicht faul oder unwillig etwas zu verbessern. Aber Berlin wurde in den letzten 15 Jahren durch die Politik von Rot-Rot und Rot-Schwarz kaputt gespart, viel zu viel Personal wurde abgebaut, ohne die notwendige Aufgabenkritik, Zuständigkeiten und Struktur zu prüfen und anzupassen, es wurde zu wenig investiert – auch in kontinuierliche Personalpolitik in der Verwaltung. Die Folgen sehen wir jetzt bei Bürgerämtern, am Lageso oder bei den maroden Schulen, Straßen und Brücken. Berlin braucht endlich gezielte Investitionen in Personal, Schulen, Infrastruktur und eine Reform der Verwaltungsstrukturen. Denn nicht unwillige Beamte sind das Problem, sondern verkrustete Strukturen, unklare Zuständigkeiten zwischen Landes- und Bezirksebene und damit ineffiziente Verfahren, die eine Umsetzung guter Ideen verhindern. Diese Reformen haben SPD und CDU nicht angepackt. Das möchte ich mit starken Grünen im Berliner Parlament und Senat ändern. Dann wird Berlin auch wieder gut regiert – vor allem gemeinsam mit den Menschen, die hier leben.

Wenn Sie sich auf ein einziges Thema beschränken müssten: Welches wäre das?
Da würde ich natürlich in meinem politischen Tätigkeitsfeld bleiben und mich für eine nachhaltige Verkehrspolitik einsetzen: Sanierung der Infrastruktur, Förderung von Radverkehr und ÖPNV, Verkehrssicherheit (Schulwegsicherheit), Schutz vor Lärm und Abgasen u.ä..

Mein Wahlplakat trägt den Slogan:
Mein Wahlplakat trägt keinen Slogen, nur meinen Namen und Parteilogo. Wenn ein Slogen drauf wäre, so würde er sicher „für eine nachhaltige Verkehrspolitik“ lauten.

Zur Arbeit fahre ich mit…
…dem Fahrrad.

Hertha oder Union?
Wenn, dann Union.

Mit den 34 Millionen Euro, die der Nichtbetrieb des BER jeden Monat kostet, würde ich für Treptow-Köpenick lieber …
… alle Schulwege sicher gestalten, überall gute Radwege bauen, marode Schulen sanieren und dringend benötigte günstige Wohnungen bauen.

Außerhalb meines Büros und auch nach der Wahl bin ich für Bürgerinnen und Bürger hier ansprechbar:
Ansprechbar und in meinem Wahlkreis für die Menschen präsent zu sein, sind mir wichtige Anliegen. Ich bin auf Facebook und twitter präsent, präsentiere meine Arbeit und Kontaktmöglichkeiten auf meiner Website www.harald-moritz.de, bin per Mail unter harald.moritz@gruene-fraktion-berlin.de oder zu meinen Sprechstunden immer montags von 16 – 18 Uhr in der Karl-Kunger-Straße 68 in Alt-Treptow erreichbar und auch außerhalb des Wahlkampfes in Infoständen in meinem Wahlkreis. Grundsätzlich möchte ich dafür werben, viel stärker die Möglichkeiten, sich mit seinen Anliegen an die Politik zu wenden, zu nutzen. Manchmal ist es gar nicht so schwer eine Lösung zu finden, wenn uns das Problem bekannt wäre. Daher: melden Sie sich bei mir, dann können wir gemeinsam nach einer Lösung suchen.


Stefanie Fiebrig

Ein Beitrag von Stefanie Fiebrig

schreibt, fotografiert und designt. Von Zeit zu Zeit hat sie eine Idee. Angeblich war auch schon mal was Gutes dabei! Zitat: „Ich geh jetzt in mein Stadion.“